Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Sechster Band. (6)

11.
Aug.

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Er  starb,  da  so  eben  eine  neue  Epoche  seiner  Regierung
  anzufangen  schien.  Drei  und  vierzig  Jahre  war  er
alt  geworden,  ein  und  zwanzig  Jahre  hatte  er  regiert.  Das
Mittelbraunschweigische  Haus,  dessen  Stammvater  vor  206
Jahren  mit  dem  Stammvater  des  noch  blühenden  Lüneburgischen
  Hauses  getbeilt  hatte,  war  mit  ihm  ausgestorben.
Er  war  der  letzte,  schwächste  Regent  seines  Hauses  gewesen,
  und  die  Natur  hatte  von  seinem  Vater  auf  ihn  einen
Uebergang  gemacht,  wie  sie  ihn  leider  auch  in  fürsilichen
Familien  dfters  zu  machen  pflegt,  ohne  daß  man  auf  die
Aehulichkeit  des  Enkels  mit  dem  Großvater  zum  Glück  des
Landes  hätte  hoffen  dürfen.  Selten  hat  noch  in  irgend  einer
  Deutschen  Provinz  ein  neuer  Regentenstamm  so  Epoche
gemacht,  selten  ereignete  sich  noch  so  ganz  zum  fühlbarsten
Glück  des  Landes  ein  Wechsel  der  regierenden  Familien,  als
dießmal  bei  dem  Antritt  des  Lüneburgischen  Hauses  im  Calenbergischen
  und  Wolfenbüttelschen  geschah.

Ueber  zwanzig  Millionen  Schulden  lagen  auf  dem
Lande  *),  als  Friedrich  Ulrich  starb,  keine  ordentliche  Cammerrechnung
  war  da,  alles  so  zerrüttet,  daß  man  bei  der
bevorstehenden  Theilung  keine  sichere  Berechnung  der  Einaber

  wegen  dazwischen  kommendem  Tode  des  Herzogs  zehen
Tage  lang  verschoben  wurde.  Man  berathschlagte  wegen  einem
gleichmähigen  modo  collectandi  und  wegen  Unterhalt  der  garnisonirenden
  Soldeten,  und  der  damalige  Contributionsfuß
war  so  ungleich,  dab  wenn  z.  B.  die  Stadt  Göttingen  wöchentlich
  16.  Malter  liefern  mußte,  so  durfte  das  benachbarte  Amt
Friedland,  in  welchem  doch  mehr  als  12.  Dörfer  waren,  nur  3
Malter  liefern.  »

-)1o.scuckiico-sit.p.1·co»s.2s.I-."9-c.Diese-wichtige
Staatsmann  des  Luͤneb.  Hauses  sagt  hier,  daß  die  hinterlassenen
  Schulden  des  Herzogs  zehenmal  größer  gewesen  sepen,  als
die  Schulden  Herzog  Erichs  II.