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wie er im Volle ertönt: ein gewöhnlicher volksgesung,
an dem sieb der gemeine mann ergötzet Herder
Stimme d. Völler, Eingang. — Vollshausen, in. Haufen
aus gemeinem Volke gebildet. — Vollsheer, n. Heer
das aus der Gesamtheit einer Bevölkerung gebildet ist.
— Volköheerschaft, s. dentscher Ausdruck für Demokratie.
— Vollsleaft, 1. Kraft eines gefamten Volles: fröhlich
grunende volkskraft Freytag Bild. I, 29. — Volks-Irieg,
m. Krieg eines gefamten Volkes: war Scharnhorst
von der idce cines volkskrieges gegen Napoleon erfoullt.
Häusser d. Gesch. 3, 157. — Vollslehrer, m. Lehrer
der breiten Schichten einer Bevölkerung; im engern
Sinne Lehrer einer Volksschule. — Vollslied, n. Lied
aus den unteren Schichten einer Bevölkerung entstanden,
in ihnen gesungen; zuerst bei Herder Stimme der
Völker. — Vollsmann, m. beim Volle beliebter und
einslußreicher Mann. — volksmäßig, dem Volle gemäß:
war zur volksmüszig politischen feier einer bochzeit.
gereizt worden Keller Werke 8, 185.— Volksmärchen, u.
Märchen aus dem Volke. — Volksutasse, -menge, 1.
Masse, Menge von Volk, Leuten; auch im Plur.: grosze
volksmassen (volksmengen) drangen herzu. — Vollsreduce,
m. Redner aus dem Volle oder für die große
Menge des Volls. — Vollsschrist, k. Schrist zur Belehrung
und Unterhaltung des gewöhnlichen Volks bestimmt.
— Volksschule, k. Schule für die Kinder der Gefamtbevölkerung
gemeinsam. — Volksstimme, f. Stimme
einer Gesamtbevölkerung beim Sprechen oder Singen:
so war von jeber die deutsche harfe dumpf, und die
volksstimme niedrig und wenig lebendig Herder Vorrede
zum 2. Teile der Volkslieder; sprichwörtlich: volkesstimme,
gottesstimme Simrock 599. — Vollsversammlung,
k. Versammlung an der jeder im Volke teilnehmen
kann. — Volksvertreter, m. Vertreter des Volks in einer
gesetzgebenden Versammlung. — Volkswirtschaft, l. deutscher
Ausdruck für Nationalökonomie. — Volkszählung, s.
amtliche Zählung der Bevölkerung eines Staats.
Mölkerschaft, k. Gesamtvolk aus einzelnen Völkern,
Stämmen zusammengesetzt: diese beiden feur'gen völkerschalten
(Engländer und Schotten) Schiller M. Stuart
1, 7; auch von lleinerer Gesamtheit von Bewohnern:
in schnitt und fürbe der kleider eine munnichfaltigkeit,
. die der ganzen kleinen völkerschaft ein sonderhuree
anschen gab Gocthe Wanderj. 2, 1. — Volkstum, n.
Eigentümlichkeit eines Volkes, Natio nalität; gebildet und
verteidigt von Jahn, deutsehes volkstum (Lübeck 1810).
— volkstümlich, von demselben ebenda zuerst gebraucht.
Voll, gänzlich mit Inhalt versehen, gesüllt; gemeingermanisches
Wort, goth. fulle, altnord. fullr, altengl.
altsächs. full, ahd. kol, mhd. vol; entstanden aus Stamm
tu na-, wie das urverwandte lat. plenns. litt. pilnas,
altslav. plänb voll zeigt, und eigentlich Passivpartizip
zu einer Wurzel ful-, urverwandt pol, pel, die auch in
griech. pimplemi, lat. · plẽre in complére, implére füllen
zu Tage tritt. In Wurzelgemeinschaft mit voll steht
vie! (s. d.), Bewirkungswort ist tullen If. d.). Die
Steigerungsgrade jetzt ohne, srüher auch mit Umlaut:
noch wird das meer nicht völler Pred. Sal. 1, 7; der
wirt ist völler dann die gäst Garg. 185; dein sundenmasz
noch vüller hünfen Simpl. 1, 196. llber die
Nebenform voller vgl. unten 1. Bed. 1) als attributives
Adicctiv, völlig angefüllt, von Gefäßen: folle
eheheha (plencs pathera“) Murbacher Hymnen 7,6;
V.olles gefisz, glas, einem cinen vollen beeber bringen;
bildlich: sie hat den vollen kelch der freuden ausgekrunken
Schiller M. Stuart 2, 7; in besonderem Sinne
ein voller mensch, trunken, vgl. unter 2; wio mun
voller weis so leichtfertig den hals ubfellt Garg. 75;
von schwellenden Körperteilen: ein volles gesicht; voller
arn, busen, mund, volle waden (Hölty 5); stin rundes
volles kinn Gellert Sylria 6; die wangen voll und
kraltig Hauff 7, 195; In Bezug auf Essen und Trinken
Volkshaufen — voll
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voller mund, volle backen; übertragen: mit vollem
munde ruhmen P GGerhardt 300, 70; mit vollen baekcn
ausposaunen; volle hünde, gefüllt mit Gut: diesmal
kam er mit vollon hünden Treitschke 5, 282; mit
vollen hbünden spenden, ausstreuen: — eine ganze Ausdehnung
erreicht habend, vollständig: volle zahl, volles
masz, die volle summe wird gezahlt; der volle mond;
in Zeitrechnungen: drei volle monde Schiller Ränb.
4.5; ein volles jahr lang Treitschke 5, 189; —
vollkommen, in nichts mangelhaft: ein voller mensch
vuns sinne hbät Rv. Zweter 164, 1; = gänzlich, in
nichts zurückbleibend: volle tugend (einem verleihen)
Iwein 2428; mit voller hingebung Ranke Werle 1, 325;
einen vollen . eindruck 199; volle tuchtigkeit, in
voller thätigkeit, in vollem laufe; bin ich in vollem
lichte? weisz ieh alles? Müllner Schuld 3,2; in
voller krast; in vollen zugen trinken (Schiller
M. Stuart 3,1), mit veller drust, stimme, keble sprechen,
singen u. s. w.; mannigsach auch in ctechnischer Spr.:
volle mast in der Landwirtschaft; voller bogen in der
Baukunst, der einen Halbkreis bildet, volle mauer, ohne
ffnungen; im Forstwesen volle örter, Schläge, wo
noch keine Bäume gejällt sind; bei Gärtnern volle dlumen,
gefüllte; die vollste rose prangt niebt prüchliger
am stocke Wieland Urteil d. Paris 161; u. a.; —
substantivisch, mhd. 2e vollem vollständig; haben sie
dus land verlaszen, die schiffart zu follen an die hand
genummen und in kurzer zeit das künigreich Portugal
zu follem erreicht Wickram Nachb. 39d; in neuerer
Spr. im vollen leben, aus dem vollen wirtschaften,
schöpfen (Treitschke 5, 237); musz es aus dem vollen
gebn Geibel 3, 81; 1866 kam ja der krieg im vollen
zum ausbruch Bismarck Red. 16, 153; den beller
lernt ich sparen, wo du sorglos ins volle griflst Heyse
10, 128. 2) voll prädicativ, in mancherlei Weise: ein
gelusz ist voll, gefüllt; mit näzerer Bestimmung balbvoll,
dreiviertels, ganz voll, voll bis an den rond, gestopft,
gestrichen (Schiller Fiesko 3, 7) voll u. a.;
der saal war ganz voll, gefüllt mit Menschen, auch es
war sehr voll im saale; einem ist das herz voll, von
Gesühlen; mein busen wsr so voll und bang, von
hundert welten trüchtig Goethe Kenner u. Enthusiast;
ihm ist der kepf voll, beschwert mit Gedanken, Plänen;
ein masz, eine zahl, summe ist voll; wenn jre zal vol
würde Röm. 11, 12; wenn eure rechnung voll Goethe
Faust 114; in besonderem Sinne, voll sein, werden,
satt, auch berauscht: daz wir alle werden vol Steinmar
1, 2; wann man voll ist Garg. 39; einen krug
voll haben; auch er hat die summe voll, es fehlt nichts
mehr dran; er habe seine jabre voll Schiller Tell
2, 2; einen bogen voll schreiben; manchb ries papier
wird voll geschrieben Gellert Fab. 1, 18; einem den
buckel voll hauen; nie waren . 80 vielc schnupf.
tueher voll geweint worden Wieland Abd. 3, 3; den
magen, sich voll fressen; sich redlich voll und doll
saufen Garg. 3 (vgl. auch unter saufen): den mund
voll nebmen, von Speise und Trank, bildlich auch von
hochtönenden Worten (vgl. unter mund); wie ich die
backen jetzt voll nehmen will! Schiller Kab. 5, 6;
die hände voll thun (Luther 6, 550), verhüllend für
besudeln; unsinnlich: einen für voll. nicht für, voll
anschen, mit ganzer Krast oder Fähigkcit ausgerüstet;
dasz ich euch immer für voll genommen habe CFMeyer
Pesc. 110; in gekürzter Fügung: die uhr schlägt voll.
die volle Stunde; — voll mit näherer Bestimmug,
durch Genitiv: fol bistn gotes ensti (gracic pfenau)
Otfrid 1, 5, 18; da stund ein gelesse vol essiges Joh.
19, 20; sie sind vol süszes weins Ap. Gesch. 2, 13;
die menschen sind der blindtheit voll Alberus Esep
8, 115; noch in neuerer gewählter Spr.: des groszen
pinnes voll Schiller 5, 112; voll des besten eisers
Häusser d. Gesch. 3, 105; voll staunender bewundevoll