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grusze, bitten, klagen; man höret noch des kindes
herzlich lachen Uhland 173; als Adv.; herzlich lieb
hab ich dich Pf. 18, 2; mich hat herzlich verlanget
Luc. 22, 15; so nimm dich meiner herzlich an Gellert
2, 214; mir wär es herzlich leic Uhland 227; in
verblaßter Bed. = von der Tiefe der Empfindung her,
äußerst, recht, sehr: denen es doch herzlich sawer wird
Luther 4, 112b; ich find es dort herzlich schlecht
Goethe Faust 1; ich will es herzlich gern thun, u. a.;
auch als Adj. — stark, heftig: bei herzlichem zagen
und pochen Bürger Kaiser u. Abt; — in anderer Bed.,
-zu Herzen gehend: dessen geschichte mir doch so
interessant und herzlich wird, als mein eigen häuslich
leben Goethe Werther 1. — Herzlichkeit, f. das Herzlichsein,
warmes Gefühl: herzlichkeit der liebe, freundschaft,
herzlichkeit im betragen Campe; er war gegen
mich von anmuthiger herzlichkeit Freytag Erinn.
207; im Plur. Außerungen der Herzlichkeit: alle herkömmlichen
verzierungsphrasen abgelehnt und sich nur
allein mit herzlichkeiten . vorbereitet Goethe
Du W. 17.
Herzog, m. Führer eines Heeres; Bezeichnung einer
Fürstenwürde; gemeingerm., nur goth. nicht bezeugtes
Wort, altnord. hertogi, altengl. heretoga, altsächs. heritogo,
ahd. herizogo, mhd. herzoge, alte Zusammensetzung,
deren zweiter Teil in der Bed. Ziehender,
Leitender zu trans. 2iehen (s. d.) gehört; in alter Spr.
in schwacker Declination, Gen. und Plur. herzogen,
vor Eigennamen aber starr: und lech (verlieh) das
land zu Baieren herzog Bertholden, herzog Arnulphs
brueder Aventin 2, 265; im 17. Ih. beginnt starke
Declination sich festzusetzen: des herzogs Lohenstein
Arm. 1, 1065; Plur. die herzoge Steinbach, jetzt allgemein
herzöge. In älterer Spr. auch noch im allgemeinen
Sinne: mechtiger herzog und . heerfurer
der Athener Klugr. 1085; = vornehmer Leiter, Anführer,
Fürst: das du ein herzog seiest uber Israel
1. Sam. 25, 30; den herzogen jrer seligkeit Hebr. 2, 10;
unser herzog Jesus Christus Luther 3, 117b; noch im
18. Ih.: war ich herzog groszer geister? Bürger Lied
v. d. Einzigen; herzog der beutelschneider! gaunerkönig!
Schiller Räub. 2, 3; gewöhnlich aber in der
verengten Bed. einer politischen Pürder von den Baiern
und iren herzogen Aventin 1, 1184; der herzoge von
Anhalt Minnes. 1, 14; herzog zu Sachsen, in Baiern;
hilf Genun . deinem herzog Schiller Fiesko 5, 16.
— Herzogin, f. Gemahlin eines Herzogs: ducissa hertzoginne,
hertzogin Dief.; begleitet mich zu eurer
liebenswürdigen herzogin Schiller Fiesko 5, 12. —
herzoglich, einem Herzog gehörig oder gemäß: herzogliches
land, herzogliche kasse, herzoglicher aufwand;
einem Herzogsgeschlecht entstammend: mit einer herzoglichen
braut von Cleve Uhland 435.— Herzogtum, nu.
Land, Gebiet eines Herzogs.
Herzu, zu und herwärts, mhd. getrennt her zuo,
später zusammengerückt, bei Luther als erzuz in scharfer
örtlicher Bed. mit Verben der Bewegung, bringen,
dringen, eilen, fliegen, gehen, kommen, laufen, nahen
(2. Mos. 24, 2, auch zeitlich es nahet erzu das siebende
jar 5. Mos. 15, 9), schleppen, treten, ziehen, u. a., auch
allein in lebendiger Rede: erzu, und höret die wort des
herrn Jos. 3, 9; in weniger scharfem Sinne, ohne daß
auf her besonderes Gewicht fällt, so daß dafür auch
hinzu (s. d.) stehen könnte: füreten sie den sechsten
auch erzu 2. Macc. 7, 18; da trat erzu, der fünf centner
empfangen hatte Matth. 25, 20, u. a.
Hesse, f. Kniebug an den Hinterfüßen der Tiere, in
älterer Form hechse, hächse, mhd. hahse, hehse, auch
hasse, urverwandt zu lat. coxa Hüfte; pobleæ hechsze
Dief.; hechsse oder hesse heiszet das hinterste bein an
den schöps- oder andern keulen oec. Lex. 966; die huldigung
der weidgerecht gelösten hesse Gaudy Erz. 111.
M. Heyne, Deutsches Wörterbuch, II.
Herzlichkeit — Hesse.
Hetze — Heu. 146
Hetze, k. Handlung des Hetzens, jüngere Bildung als
das Masc. hatz und Fem. hatze (s. d.), aber im 16. Ih.
vorhanden (Schweinichen); als Jägerwort: der edlen
hetze freund Hagedorn 1, 108; aufbruch zur hetze
Gaudy Erz. 110; Ort der Hetze: gebäude zu einem
kampfplatz, zu einer ochsenhetze eingerichtet Goethe
ital. Reise 1I; Koppel Hunde die zur Hetzjagd dient:
eine hetze hunde Adelung; in allgemeinem Sinne,
wildes, lautes, bewegtes Treiben: academische hetze
Wieland Ag. 11, 4; er möchte sich in Aurelien verlieben,
da würde die hetze erst recht angehen Goethe
W. Meister 4, 14. — hetzen, jagen, verfolgend treiben,
ahd. mhd. hetzen, Bildung zum Subst. hasz in der
ursprünglichen Bed. der feindlichen Verfolgung; altes
Jägerwort: venari heczin Dief.; Oto vom Thor, der
hetzt am andern tag des weinmonats zu abents Aventin
2, 395; vertreibt sein zeit mit hetzen, paissen,
jagen 1, 43; als Subst. das hetzen auf hasen, hirsche,
füchse; mit Acc. des verfolgten Tieres: hasen, fuchse
hetzen; sprichwörtlich: wer zwei hasen zugleich hetzen
will, der fänget gar keinen Pistorius 7, 26; bildlich
und frei: meine feinde haben mich gehetzt wie einen
vogel Klagel. 3, 52; der . die fetten kälber in das
messer hetzte Schiller 5, 15; einen bettler vom hofe
hetzen (mit Hunden jagen) Adelung; ob ihr. von
lande sie zu lande hetzt Freiligrath 3, 181; wie ein
gehetztes reh Keller Werke 10, 60; wenn ein volk die
letzte consequenz vor der zeit zu tode hetze 8, 160;
dieses müde gehetzte herz Leuthold 201; mit allen
hunden gehetzt sein, in allen Kniffen und Ränken Bescheid
wissen; — übertragen auf die verfolgenden Hunde:
ihr unterirdschen, die nach dem blut ihr . wie losgelassne
hunde spürend hetzt Goethe Inhig. 2, 1;
bildlich = eilig, jagend laufen: er hetzte hintennach;
nach gewinn hetzen; — zur Verfolgung antreiben: die
hund hetzen, anfüren, anweisen und mätig machen
Maaler; und auch danach wieder frei, — aufreizen:
(die Weiber, die) mutwilliglich jr männer hetzen
BWaldis Esop 3, 98; (sie) haben auch die fürsten.
wider in (den Papst) gehetzt Aventin 2, 438; die
will ich an den ritter hetazn Dedekind christl. Ritter
91b; vater und sohn aneinander zu hetzen Schiller
Kab. 2,6; auch ohne Acc.: die emigrirten .. hetzten
deszhalb an den obersten behörden Goethe 30, 43;
da der baron immer fort hetzt Aufgeregt. 3; herstellung
der hetzenden kaplanpresse Bismarck Reden 6, 223;
— selten = reizen, anspornen: ihn recht zu hetzen
und noch begieriger zu machen Simpl. 3, 21. — In
Zusammensetzungen: Hetzblatt, u. aufreizende Zeitung:
den lesern, die nichts als ein einzelnes hetzblatt lesen
Bismarck Reden 10, 194. — Hetzhund, m. zur Hetzjagd
abgerichteter Hund; übertragen: so ein hetzhund
der gerechtigkeit Schiller Ränb. Trauersp. 2, 16. —
Hetzjagd, k. Jagd bei der gehetzt wird; auch übertragen
von einem wilden eiligen Treiben. — Hetzeitsche, s.
Peitsche wie sie bei der Hetzjagd verwendet wird: mit
hetzpeitschen vom hof jagen Hauff 10, 98.
Hetzer, m. der da hetzt, hetzend jagt: vischer vogler
hezer paisser hasenjäger fuchsjäger Aventin 1, 432;
übertragen — Aufreizer, Anstifter: die leute waren durch
hetzer aufgereizt worden. — Hetzerei, f. das Hetzen,
besonders Aufreizen, Anstiften; auch wilde Eile: das ist
eine wahre hetzerci. Z
Heu, n. getrocknetes Gras vom ersten Schnitte; gemeingerm.
Wort, goth. havi, altnord. hey, altengl. hög,
altsächs. houwi, ahd. houwi und hewi, mhd. hou, houwe,
höu, zu hauen (s. d.) als landwirtschaftlichem Ausdrucke
gehörig = zu Mähendes; im älteren Nhd. auch noch
ohne Umlaut: /(enum hauwe, hawe, hau neben heuwe,
hön, hew, heuw, heu Dief.; heu machen, schneiden,
laden, bäumen (s. d.), herein bringen, ins heu fahren,
zum Hereinholen desselben; sprichwörtlich: man muss
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