Die Landungsschlacht — Der Ausmarsch 509
Am Tage schossen sich die Batterien mit den Linienschiffen herum,
in der Nacht tauschten Torpedoboote und Feldbatterien am Strand auf-
regendes Schnellfeuer. Am 16. April wurde das Linienschiff „Hrince
George“ schwer getroffen, am Tage darauf das englische Tauchboot KN 15
durch die Soghandere--GBatterien zerschossen und bei Dardanos auf den
Strand gejagt, am 18. April „Albion“ durch einen Schuß aus den Intepe-
batterien außer Gefecht gesehßt. So lam unter Kämpfen, die dem Ver-
teidiger günstig waren, aber den Absichten des Angreifers als Verkleidung
dienten, der 25. April heran, jener wichtige Tag, der in den polilischen
und militärischen Annalen des Krieges durch eine eigemümliche Häufung
von Ereignissen und Entscheidungen gekennzeichnet ist.
Die Landungsschlacht
Der Aufmarsch
Kaum graute der Morgen noch lag die trojanische Ebene in weichem
Nebelflor, die felsige Südspitgee Gallipolic von Schalten umgeben und der
Golf von Saros stumpf und glanzlos hingegossen — als eine Flotte von
zweihundert Kielen gegen die Dardanellen berandampfte. Im ersten Treffen
marschierten Torpedoboote und Minensucher, dahinter die Linie der Panzer=
schiffe und im Hintergrund eine Unzahl von Dampfern, Leichtern und Motor-
booten, auf denen Sir Jan Hamiltkon fünf Dwisionen mit Dferden, Geschütz
und Gerät zur Landung im ganzen Umkreis der Meerengen heranführte.
Hamilton hatte Agypten am 7. April nach einer glänzenden Heerschau
über Bricen, Inder, Australier, Neuseeländer und das französische Orient-
korps verlassen und sich mit seinem Stabe nach Lemnos eingeschiffe. Ihm
folgten die 29. Felddivision, das 30000 Mann starke „Australian and
New Zealand Army Corps“, kurzweg „Anzac“ genannt, und das Orient=
korps d Amades, in dem französische Linienregimenter, Fremdenlegionäre
und Kolonialtruppen aller Farben in der Stärke einer Division vereinige
waren. Zu diesen Streitkräften trat noch die „Royal Naval Division“,
die schon auf den Inseln bereit lag.
Als das Landungskorps am 23. April vollzählig zur Stelle war, gab
Hamilton die Angriffsbefehle aus. Um den Feind zu überraschen und es
ihm unmöglich zu machen, seine Streitkräfte an die bedrohten Dunkte zu
werfen, bezeichnete Hamilton nicht weniger als acht Landungsstellen, die
sich über die asiatische und curopäische Küste von der Besikabai bie ins
Innere des Golfes von Saros verteilten, und schickte dem Angriff eine Be-
schießbung sämtlicher Batterien und Werke voraus, die zwischen den exzen-