Full text: Das Erzgebirge in Vorzeit, Vergangenheit und Gegenwart.

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Größe der Anblick dieser Halden den lebhaftesten Eindruck hinterläßt.“ 
(Charpentier, S. 191.) Noch um 1770 fuhren am Sauberge immer 
700 bis 800 Bergleute an; 1804 nur 60. Trotz aller Versuche, 
den Bergbau neu zu beleben, ist derselbe fast vollständig zum Er- 
liegen gekommen. 
An den Sauberg knüpft sich die Erzählung von der „langen 
Schicht“. Meltzer schreibt (S. 739).. „1568 zzu Ehren- 
friedersdorf, einem Bergstädtlein in unserm Ober-Ertz-Gebürge, ist ein 
Bergmann Oßwald Barthel, welcher vor 61 Jahren, nemlich 1507, 
im Sauberge daselbst verfallen war, unversehener Weise noch ganz 
und unversehrt in seiner ledernen Bergkappe und Kleidern, mit dem 
Grubenbeil, Unschlitttasche und Tscherper wieder gefunden worden.“ 
Die vom Pfarrer Raudte gehaltene Leichenpredigt ist im Pfarrarchiv 
noch vorhanden. 
Von der Kleinen Vierung hat man eine gute Aussicht nach 
Norden; von Hofberg oder Franzenshöhe nach Süden; besonders 
schön aber ist die Aussicht vom Birkenberge (686,9 der Gen. St. 
Karte). Haßberg, Pöhlberg, Kupferhübel, Bärenstein, Wirbelsteine, 
Keilberg, Fichtelberg; vor dem Bärensteine breit daliegend die Stadt 
Annaberg; das Bild auf beiden Seiten von Wald eingefaßt. 
61. Zwönitz. Stollberg. Lichtenstein. Glauchau. 
Nördlich vom Greifensteine, etwa 3 km entfernt, und eben so 
weit von Ehrenfriedersdorf liegt die ehemalige Bergstadt Thum, welche 
seit dem großen Brande von 1707 vollständig neu aufgebaut ist. 
Thum gehört ebenfalls zu den ältesten sorben-wendischen Nieder- 
lassungen (dum — das Haus). Der Bergbau ist längst erlegen. 
Der hier gefundene Thumer Stein (Axinit) gehört zu den mineralogi- 
schen Seltenheiten; er wird nur noch bei Schneeberg, bei Bouay 
d'Oisan in Frankreich und bei Kongsberg in Norwegen gefunden. Bei 
Thum fand am 15. Januar 1648 das letzte Gefecht des dreißig- 
jährigen Krieges auf sächsischem Boden statt. Ein Denkstein erinnert 
daran. 
Von Thum nach Burkersdorf sind 7 km. Nach einer halben 
Stunde erreicht man das obere Ende von Gelenau und übersieht das Thal 
über eine Stunde weit, bis zu der auf einem Bergvorsprunge liegen- 
den Kirche. Wie die allgemeinen Verhältnisse sich geändert haben, 
bezeichnet recht deutlich, was Schumann (II. 71) über das Dorf sagt: 
„Gelenau ist der ärmste Ort im Erzgebirge, da die blutarmen Spitzen= 
klöppler und Klöpplerinnen unter dem Despotismus der Spitzen-
	        
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