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doch verlangte sie nicht deren Abschaffung, sondern lediglich die
Errichtung von Privatzettelbanken neben ıhr.
Gegen die auf die Abschaffung der Königlichen Bank gerichteten
Bestrebungen wandte sich deren Chef, der Staatsminister
Rother. Er glaubte, diese Bestrebungen sowohl ım Interesse des
Staates, als auch im Interesse des Volkes bekämpfen zu müssen.
Würde die Ausgabe von Banknoten lediglich der privaten
Initiative überlassen werden, so würde hierdurch nach seiner Ansicht
neben der Regierungsgewalt noch eine neue, von dieser unabhängige
Macht, eine Geldmacht geschaffen werden, was ihm
gefährlich schien. Auch hielt er die private Notenemission für
einen Eingriff in das staatliche Münzregal und schon aus diesem
Grunde verwerflich. Überdies schien es ihm nicht geboten, eine
so gewinnbringende Einnahme ohne Entgelt privaten Gesellschaften
zu überlassen.
Auf der anderen Seite glaubte er bezweifeln zu müssen, ob
ein von privater Seite geleitetes Institut zunächst die Interessen
der Allgemeinheit und dann erst die eigenen in den Vordergrund
rücken würde. Es erschien ıhm das kaum möglich, da eine
Privatgesellschaft doch in erster Linie zum Zwecke des Erwerbes
gegründet würde. Daher hegte er die Befürchtung, dass es die
Privatzettelbanken ım Falle wirtschaftlicher Not nicht als ıhre
vornehmste Aufgabe betrachten würden, diese nach Möglichkeit
zu lindern, sondern nur zu leicht geneigt sein würden, hieraus
für sich Nutzen zu ziehen.
Von all den Zettelbankprojekten und Reformvorschlägen, die
damals aufkamen, erregte das meiste Aufsehen das unten näher
erläuterte Zettelbankprojekt v. Bülow-Cummerows, des Gründers
der ritterschaftlichen Privatbank von Pommern. Dieser wandte
sich mit seinen Anträgen direkt an den König und vermochte es,
den Präsidenten des Handelsamts v. Rönne, sowie den Finanzminister
Flottwell, der noch ein Neuling ım Bankwesen war, für
sein Projekt zu gewinnen.
Während man in Preussen gegenüber den zahlreichen Zettelbankprojekten
noch vollständig unentschlossen war, wie die Frage
der Bankreform zu lösen sei, ob durch eine preussische Nationalbank
oder ob durch Privatzettelbanken, versuchte es eine Privatgesellschaft
im benachbarten Dessau, aus dieser Sachlage für sich
Nutzen zu ziehen und in der Mitte des Jahres 1845 eine grosse
Zettelbank ins Leben zu rufen. Diese sollte mit einem Aktienkapital
von 100 Mill. Thlrn. ausgestattet werden und für dieselbe
Summe Banknoten emittieren dürfen. Ais Feld ihrer Tätigkeit
war vornehmlich Preussen ausersehen. Eın Antrag des Herzogs
von Anhalt, der Dessauer Nationalbank die Errichtung von
Filialen in Preussen zu gestatten, wurde abgelehnt. Infolgedessen
scheiterte das Dessauer Bankprojekt und wurde erst später mit