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der grosze krieg war eben im gange, und alles lief
bunt uber eck Immermann Münchh. 4, 27; während
er ihre schwarzen haarwellen . . durch die bände
laufen liesz Keller Werke 2, 175; dasz die kirche in
so unzählige, wider einander laufende verhältnisse mit
dem staate verflochten war Ranke Päpste 1, 332; (die
Nachtigall) läuft durch tausend zärtliche töne Ev# Kleist
Frühl. 271; das Part. laufend nach dem Vorbild von
franz. courant auf Dinge bezogen, die sich vor unsern
Augen abwickeln: Emilie Galotti, vor vierzig jahren
und im laufenden aufgeführt Goethe 45, 160; die
laufenden welthändel 46, 95; den laufenden geschäften
Tagh. 1805; auch substantivisch: das laufende wegzuarbeiten
DuW. 12; neuer häufig in laufender rechnung
stehen: courant oder laufende rechnung Hübner
Handlungslex. 495; einen auf dem laufenden erhalten;
die herren von Zurich lassen sich nichts zu viel kosten,
um nur immer auf dem laufenden zu bleiben CFMeyer
Jenatsch 43. 4) in der Gewerbsspr.; bei den Fischern
von dem Laichen der Aale; bergmännisch tranf. erz, berg,
kies laufen, durch Laufkarren fortschaffen. Bei Bauten,
Wegearbeiten laufende fusz, meter als Streckenmaß. —
In Zusammensetzungen: Laufbahn, k. Bahn zum Laufen
oder Wettlaufen; übertragen von einem Beruf: die
akademische laufbahn einschlagen; laufbahn als schriftsteller
u. d.; auch seine irdische laufbahn beschlieszen.
— Laufbrücke, f. leichte Brücke, nur zum Laufen, nicht
zum Fahren. — Kanfbursche, m. Bursche in einem Hause
oder Geschäfte zum Auslaufen gehalten. — Lauffeuer, n.
laufendes Feuer; Strich ausgeschütteten Pulvers zum
Anstecken von Gegenständen aus größerer Entfernung;
in der Kriegskunst von den Einzelnen rasch nacheinander
abgegebenes Feuer; bildlich: das gerücht ..hatte sich
wie ein lauffeuer durch alle städte und dörfer verbreitet
Hauff 2, 86; es ging damals wie ein lauffeuer
durch alle länder 10, 207. — Laufgraben, m. Graben
bei Belagerung einer Festung, durch den man sich ihr
ungesehen nähert: laufgräben ziehen; auf Kriegsschiffen
Verbindungsgänge an den Seiten. — Laufjunge, m.
Laufbursche. — Laufkäfer, m. eine Gattung von Käsern,
carabus. — Laufkarren, m. Karren im Bergwerk zum
Befördern von Erzen und Schutt; bei den Buchdruckern:
den laufkarren zu treiben Garg. 530. — Laufpaß, m.
Paß für einen den man laufen, aus dem Dienste ziehen
läßt, erst bei Campe verzeichnetes Wort; bildlich mit verächtlichem
Beisinn, einem den laufpass geben, schreiben,
nichts mehr von ihm wissen wollen: schreibt ihr den
laufpass Schiller Tur. 5, 2; wie der ihr den laufpass
gegeben hat Heyse 8, 131. — Laufschritt, m. in
der Heerspr., beschleunigter Schritt: das kommando heiszt,
wenn im takt gelaufen werden soll: laufschritt —
marsch! marsch! Ex. Regl. 7. — Laufstuhl, m. stuhlartiges
Gestell, an welchem die Kinder laufen lernen;
bei den Schieferdeckern das bewegliche Arbeitsgerüst. —
Laufzettel, m. älteres Wort für laufpass, namentlich
auch bildlich: (sie) ertheilten mir noch denselbigen tag
den laufzettel Plesse 3,89; im Post= und Eisenbahnwesen
Zettel der an Stationen gesendet wird, um etwas
anzumelden oder anzufragen: er muszte zur bestimmten
stunde auf der nächsten station sein, da alles durch
laufzettel bis auf die minute vorausbestellt war Eichendorff
Taugen. 62.
Läufer, m. der da läuft oder gut laufen kann, ahd.
hloufari, loufari, mhd. loufere, löuftere, loufer, löufer,
im älteren Nhd. viel in unumgelauteter Form: cursorlaufer,
leufer Dief.; von Menschen und Tieren mit
Laufkraft: dasz er kein sonderlicher schneller laufor
wäre Simpl. 2, 211; der aufseher der sklaven hatte.
den besten läufer ausgesucht Hauff 2, 72; das pferd
ist ein guter läufer: du stad Lachis, span leufer an.
und fare davon Micha 1, 13; vom Kamel Jes. 60, 6;
von Umherschweifenden: er ist ein herumläufer, land-Laufbahn
— Läufer.
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läufer; von besonderer Art des Kunstlaufs, schlittschuh-,
stelzen-, wettläufer; — berufsmäßig Laufender,
Fußbote Esth. 3, 13; Aussichtsbeamter eines Forstes,
heideläufer; Diener in besonderer Kleidung, früber der
Kutsche Vornehmer voraus laufend, auch Aufwärter,
seit 17. Ih. ein leufer, lakex Stieler; lakayen! läufer!
Schiller Fiesko 1, 4; im Bergbau und beim Deichwesen
besondere Art von Arbeitern; läufer, junges
Schwein von der Zeit seiner Entwöhnung an bis zur
ersten Begattung; beim Vogelfang ein Vogel, der auf
dem Herde hin und her länft, um andere Vögel anzulocken,
auch vorläufer; mehrfacher Tier= und Pflanzenname;
in der Musik schnelle Folge verbundener Tone:
im Schachspiel bestimmte Figur; Teppich, der nach der
Länge eines Zimmers oder einer Treppe gelegt ist, um
darauf zu laufen; bei Buchhändlern ein Buch, das
schnellen Absatz findet; mannigfach in der Spr. der
Gewerke, beim Müller der obere Mühlstein, bei Malern
Stein zum Farbenreiben, bei Tuchmachern ein Blatt
der großen Tuchschere, bei Maurern Steine, die nach
der Länge der Mauer laufen, bei Maschinen Spindel
um die sich das Triebrad bewegt, u. a. — Lauferei, f.
vieles Laufen, Gelaufe. — läufig, zum Lauf geschickt
oder geeignet: cur#ts leufüg Voc. 15. Ih.; eigentlich
und übertragen: durch reden wird die zunge leuftger
Stieler; die läufige mode unserer zeit Simpl. 4, 362,
vgl. landläutg; von Tieren in der Brunstzeit: die
hündin (Plur.), wenn sie läufig sind Eppendorff
Plin. 74; — bewandert: er ist der rechten leufig
Stieler, jetzt veraltet. — läufisch, wie läußg, von
Tieren in der Brunstzeit: läufsche hunde. — Lauft, m.
Nebenform zu lauf (s. d.).
Lauge, f. beißende Flüssigkeit zum Reinigen; westgerm.
Wort, altengl. leäh, mnd. loge, ahd. louga, mhd. louge,
in Beziehung zu altnord. laug warmes Bad, lauga
baden; wahrscheinlich ist auch Verwandtschaft zu lohe
Beizstoff (s. d.), weitere sichere Bezüge mangeln; k##-rium
louge, lauge, laug, lau, lauwe Dief.; im Hausgebrauch
für Bad und Wäsche: aus asche eine lauge
machen Steinbach; lauge ansetzen, gieszen Frisch;
wenn du dich gleich mit laugen wäschest Jer. 2, 22;
bei den Gewerken in mancherlei Bereitung zum Beizen,
z. B. bei Färbern, Gerbern, Kupferstechern, in Messingund
Hüttenwerken; für den Urin, vgl. kammerlauge;
in Bildern, Vergleichen, Redensarten: das wird eben
laug fur deinen kopf sein Garg. 193; wie diesem tapfern
mann der kopf mit so mancher scharfen laug gewaschen.
sei Schuppius 262; seine predigten sind scharf wie
lauge Rosegger Waldschulm. 325; auf grindigen kopf
gehört scharfe lauge Simrock 310; von Thränen: der
augen lauge macht mich nasz Schwieger geharn.
Venus 59; von einer scharfen Suppe: versalzt das
mädchen nicht die ganze suppe? wer mag die lauge
essen! Grillparzer 10, 231. — laugen, Lauge bereiten
Stieler; mit Lauge behandeln: den kopf laugen
ebd.; die wäsche laugen, einlaugen Adelungs; bildlich:
scinen jungen herrn mit etwas scharfem salz für diese
list zu langen Wieland Ob. 7, 3; in leichtem witder
thoren werk durchlaugen Geibel 1, 102; — salzige
Teile mit Wasser ausziehen: das salz aus der asche.
den alaun aus dem schiefer laugen Adelung; ein
fasz auslaugen; ein fasz laugt, wenn fein Inbalt nach
dem frischen Holze schmeckt. — längnen, s. leugnen.
Lauheit, k. das Laufein: (%%lauheit, laweheit
Dief.; eigentlich und übertragen: lauheit des wassers,
der lult; (daß das Einstudieren) mit ciner sträflichen
lauheit betrieben wurde Freytag Soll 1, 193. —
Lanigkeit, f. wie lauheit: tepiditas, tepor läwigkeit
Dasypodius; bei der lauigkeit. womit die sachen
des stifts betricben werden Goethe 43, 374. — laulich,
laulicht, ein wenig lau: tepide lawelich, tepidus
lorlicht Dief.; lauwlücht, zubfrigickes Maaler;
Lauferei — laulich.