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verhindert werden ebd.; ich möchte ihm lieber zehen
pferde, als meine frau zur kur übergeben Schiller
2, 373; ich bin arzt, desz kuren oft gelungen Lenau
374; reiste zur kur nach Karlsbad Treitschke
4, 654; in freierem Sinne: ich wollte ihn von seinem
misztrauen beilen, aber die kur gelang nicht; ltifall,
ein meister in der kur verletzter sprödigkeit Wieland
Idr. 4, 45. Dazu kurgarten, Garten eines Kurhauses;
kurgast, der zur Kur sich wo aufhält; kurhaus,
Gebäude zu Kurzwecken; kurkosten, Kosten einer
Kur; kurort, Ort mit Heilanstalten; kursaal, Saal
eines Kurhauses, u. a.
Kuränzen, plagen, quälen, scharf hernehmen, volksmäßige
Bildung zu dem mittellat. Kirchen= und Klosterworte
carentia, Bußübung mit Fasten und Geißeln,
bair. karanzen zum Gehorsam treiben Schmeller,
auch koranzen: wart, ich werd euch mal koranzen!
Voß 4, 56; am häufigsten in der oben angegebenen
Form: wenn man sie brav kuranzt Immermann
Münchh. 2, 131; sie hat mich nicht schlecht kuranzt,
Wenn sie ihre laune hatte Heyfe 10, 332; in schärferem
Sinne, — durchprügeln: nahm darmit sein spanisch
rohr, und kurrenzte den armen lauer .durch Chr Weise
Erzu. 146. — Küraß, m. Brustharnisch; Lehnwort aus
franz. cuirasse, ital. corazza, eigentlich Lederpanzer, auf
lat. corium Leder zurückführend; im 15. Jh. eingeführt,
in einer älteren Form: thoraæ kurisz Dief., die erst
im 17. Jh. der heutigen weicht: kurisz, kurasz, thoraæ
chalibaeus, gravis armatura qSchottel 1352; manche
kugel und kurisz (hört man) klingn Opel-Cohn
21, 38; es ist Hannsens kürasz Goethe Götz 1; übertragen:
in ihrem schwarzen kürasz die käfer Freytag
Soll 2, 171. Dazu das fremdgebildete kurassier,
schwerer Reiter, früher kürisser, kurrisser (Aventin
1, 562. 2, 223 u. ö.).
Kurbel, f. krumm gebogene Handhabe zum Drehen;
Weiterbildung zu dem Fem. ahd. churba, mhd. kurbe
Winde am Brunnen, aus mittellat. curva, Krummholz,
franz. Courbe (von lat. curvus krumm); als koörbel
Drehungsvorrichtung eines Schleifsteins Mathesius
Sar. 145b; an neueren Geräten häufig: kurbel einer
Kaffeemühle, eines Leierkastens; das auf eine kurbel gewickelte
trockenseil Keller Werke 2, 108.— Kürbis, m.
Name eines Rankengewächses mit großen Früchten, und
solche Frucht selbst; Lehnwort aus dem gleichbedeutenden
lat. cucurbita, schon ahd. als curbiz, churbiz (Fem.
und Masc.) ausgenommen, mhd. Masc. und Neutr.
kurbig, altengl. eyrket, mnd. unter Einwirkung der
hochd. Form korves, korvisch, korvetze, körwitz; im
älteren Nhd. und mundartlich bis jetzt auch zu kurbs,
kurbs (Schottel) zurückgegangen; von der Pflanze:
kurbis, der wuchs über Jona Jona 1, 6; (Laube) die
ich mit .. hochaufrankendem kürbis uberwölbt Voß
Idyll. 5, 19; von der Frucht: wir gedenken der
körbis, pfeben, lauch 4. Mos. 11, 5; stiesz .. an einen
groszen kurbis Wieland Sylv. 6, 2; kurbisse ernten,
abnehmen, kochen, u. s. w. Als Schimpfwort: du
kurbisz! Goethe Claud. 1. — Zusammensetzungen:
Kürbisapfel, m., birne, k. Name einer großen Apfelund
Birnenart. — Kürbisbrei, m. Brei aus Kürbis. —
Kürbisflasche, k. Flasche aus einem Kürbis. — Kürbisgarten,
m. Garten wo Kürbisse wachsen Jes. 1, 8. —
dürbismus, u. Kürbisbrei.
Küren, aussuchen, wählen; Neubildung, die sich aus
dem Prät. kor zu kiesen, mit Anlehnung an das Suhbst.
kür, kur entwickelt hat, zuerst bei Henisch verzeichnet
(vgl. kiesen), einst als starkes Verbum gebraucht, nachdem
aber kiesen wieder in seine alten Rechte getreten,
als schwaches fortlebend (vgl. auch erkuren): alles
kührt sich im saalc sein plätzchen Goethe Hochzeitlied;
es waren bald zwei oder drei namen gekurt
Keller Seldw. 2, 303; wenn ihr mich zum helfer kürt
kuranzen — küren.
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Heyse 3, 214; mit Bezug auf die alte Kaiserwahl (vgl.
kur): dasz dem gekürten mann . . die krone auf das
haupt gesetzt (ward) Freytag Auff. 1, 523.— kurieren,
eine kur (s. d. 2) vornehmen, ärztlich heilen: curiren,
arznei geben, helfen, mederfi, der den lastbaren thieren
hilft und sie curiert, veterinarius Henisch; ich habe
mir gestern den magen . . verderbet: ich musz ihn.
also heute wieder kuriren Weiße kom. Op. 2, 203;
dich will ich bald kurirt haben Hebel 2, 140; an
einem herum kurieren; freier: einen schaden am hause
kurieren; der ist von seiner dummheit nicht zu kurieren,
u. ä. — kuriös, verwunderlich, seltsam; aus dem lat.
curiosus achtsam, neugierig in der Volksspr. seit 18. Ih.
ausgebildet; neugierig: was er. für ne mummerei
treiben wird, bins curios zu schen Fr Müller 1, 285;
häufiger — schnurrig, wunderlich: das ist ein kurioser
kerl; er hat ein kurioses aussehen, sicht kurios aus;
zu diesen worten machte der lammwirth ein paar
kuriose augen Hebel 2, 145; es müszte curios zugegangen
sein 3, 138; mir war dabei so kurios zu
muthe Eichendorff Taugen. 4. — Kürschner, m. Verfertiger
von Pelzsachen, mhd. kursenære, kursner; abgeleitet
von ahd. crusinna, mit Umsetzung chursinna,
mhd. kursen Pelzrock, das wieder auf mittellat. erusina,
crusna, crosna, in letzter Linie vielleicht auf altflav.
krüzno, korozno Pelzkleid zurückgeht. Im 16. Ih. noch
kurszner pelldo Aventin; als wenn ein kursner solt
ein bösen pelz flicken Luther 8, 2372; seit 17. Ih.
allgemein in heutiger Form.
Kurz, von geringer Ausdehnung, Gegensatz zu lang;
durch Mischung mit einem fremden entstelltes westgerm.
Wort, dessen ursprüngliche Form ahd. scurz, altengl.
sceort, engl. short, abgeschnitten, gekürzt, in nächster
Beziehung zu schurz und schürze (s. d.) ist; der Einfluß
des gleichbedcutenden lat. curtus, das im Ahd. als
kurt, churt, altsächs. altfries. eurt, entlehnt worden war,
hat die Form Kurz entstehen lassen, die schon bei Otfrid
neben kurt erscheint, und letztere bald ganz verdrängt.
Die Steigerungsgrade sind im Mhd. auch ohne Umlaut
(kurzer Walther 51, 34), in neuerer Spr. stets mit
Umlaut gebildet; für den Snperl. kurzest findet sich
auch, jetzt in gewöhnlicher Rede noch gesprochen, aber
nicht mehr geschrieben, eine Zusammenziehung: erwischte
den kurzten, aber doch den stärksten prügel Simpl.
3, 39. Bed. 1) räumlich, keine Länge habend, nach
Ausdehnung oder Erstreckung: kurze linien, wege,
gliedmaszen, beine, arme, haare; eine kurze schnur,
kette; ein kurzes röckchen, kleidchen, kurze ärmel,
u. s. w.; gröze arme und kurziu bein . häch der
getwerge site Wigalois 170, 6; Hans Hofmann, ein
kurz gesell D. Städtechr. 2, 80; die decke so kurz
Jes. 28, 20; den kürzesten (Steig) Schiller Phädra
1, 3; wenn alle rettleitern zu kurz sind JPaul
Sphinxe 154; ein kurzer arm, ein langes schwert
Uhland 341; warf er sich ins kurze schwellende gras
Scheffel Ekkeh. 368; mit näherer Bestimmung durch
Acc., Gen. oder Präp.: eine handbreit, einer handbreit,
um cine handbreit kürzer; einen eines kopfes
kürzer machen, ihn köpfen; um einen kopf mich kürzer
als ich bin zu machen Wieland Sommermährch.
2, 399; adverbial oder prädicativ: in Einem augenblick
siebenmal kurz und sichenmal lang zu werden, wie der
schmetterling an der nadel Schiller Kab. 4, 3; holz
kurz hacken, haare kurz schneiden; soll der schritt
verkürzt werden. so geschieht dies auf das kommando:
kurz getreten! Exerz.-Regl. 7; in bildlichen oder formelhaften
Wendungen: des herrn hand ist nicht zu kurz,
das er nicht helfen könne Jes. 59, 1; etwas kurz und
klein schlagen: ich schlüge ihn kurz und klein Wildenbruch
Generalfeldob. 4, 8; etwas nicht kurz kriegen,
eine Sache nicht ergründen können; einem etwas kurz
zumessen; die zugel kurz nehmen, einem nicht viel
kurieren kurz.