Full text : Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Band 36. Sechste Abtheilung: Die kleinen deutschen Höfe. Zweiter Theil. (36_6_2)

41

setzte  Stelle  war,  wie  denn  solche  Stellen,  mit  denen
der  Landesherr  Carl  Leopold  offen  Simonie  trieb,
damals  in  merfwürdiger  Leute  Hände  gelangten:
Franck  selbst?)  berichtet  von  einem  Johann  Daniel
  Suckow,  Pastor  am  Dome  zu  Schwerin,  der
1728  starb  und  der  erst  Secretair  beim  Grafen  Königsmark
  war,  dann  Auditeur  bei  dem  schwedischen
Regiment  im  Bremischen,  dann  Lieutenant,  dann  Bürgermeister
  zu  Srernberg,  dann  Rector,  dann  Pastor  zu
Russow  und  zuletzt  zu  Schwerin,  „allenthalben  höchst
beliebt.“  Es  gab  damals  auch  noch  adelige  Pastoren:
1696  ward  Carl  August  Lon  Bülow,  des  Landraths
  Adam  Henning  Lon  Bülow  Sohn,  Diaconus
  in  Nostock  und  starb  1701  als  Pastor  daselbst:
„war  sonderlich  beliebt“  2).  David  Frauck  war  fast
dreißig  Jahre  lang  auf  seiner  Pastorstelle  zu  Sternberg,
erlebte  hier  den  großen  Brand  von  Sternberg,  erlebte
den  Wiederaufbau  von  Stadt  und  Kirche,  er  ward  in
Segen  grau,  er  starb  kurz  nach  dem  Erbvergleich  am
21.  Juli  1756,  im  fünfundsiebzigsten  Jahre,  nachdem
er  „ven  ganzen  turbulenten  Landeszustand“
mit  durchgemacht  hatte.  Der  rüstige,  überall  resolutest
thälig  selbst  eingreisende  Mann,  dessen  merkwürdige
anderweite  Lebensschicksale,  auf  die  ich  hier  nicht  weiter
eingehen  kann,  man  mit  großem  Interesse  liest,  hatte
sich  immer  einen  schnellen  Tod  gewünscht,  er  ward  ihm
auf  eine  merkwürdige  Art  zu  Theil.  Noch  am  Tage

)  18,  14.
»)  Franck  16,  29.