Coburg und Landsberg. 43
Sachsen um Allstädt, ferner Sangerhausen, Freyburg, Lauchstädt mit
ihrem Zubehör geschlagen worden waren. In dem Streite des Land-
grafen Albrecht des Unartigen von Thüringen mit seinen Söhnen,
von denen unten Einiges gesagt werden wird, verkaufte Albrecht 1291
diese Gegenden an die Markgrafen, und König Adolf bestätigte 1294
diesen Kauf. Es ist schon oben erwähnt, daß Heinrich I. aus der
älteren Linie 1303 dies Land zugewiesen erhielt. Nach seinem Tode
1319 und dem seines Sohnes Heinrich des Jüngeren 1320 blieb die
Wittwe Agnes, Schwester Kaiser Ludwig's von Bayern, in dem Besitz
des Landes, bis später ihr zweiter Gemahl, der Herzog Magnus von
Braunschweig, das Land an Meißen verkaufte.
Die Verhältnisse mit dem Erzstifte Magdeburg waren auch
unter der Regierung dieser letzten askanischen Markgrafen für die
Mark von Bedeutung. Als 1277 der erzbischöfliche Stuhl neu besetzt
werden sollte, bildete sich unter den Domherren eine Partei für Erich,
den Bruder unserer Markgrafen aus der ältern Linie. Um eine zwie-
spältige Wahl zu vermeiden, wurde Erich wie sein Mitbewerber durch
eine Geldsumme abgefunden und der Graf Günther von Schwalenberg
erwählt. Otto IV., über diese Zurücksetzung seines Bruders aufge-
bracht, verband sich mit Sachsen und mehreren anderen Fürsten gegen
Magdeburg. Doch der neue Erzübischof besiegte die Sachsen bei Aken
und den herbeieilenden Otto bei Frose 1278, wobei dieser das Un-
glück hatte, mit vielen Nittern in Gefangenschaft zu gerathen, aus der
er sich mit 4000 Mark Silbers lösen mußte. Diese Summe soll er
aus einem Schatze in der Kirche zu Tangermünde (nicht Angermünde,
denn das war erst nach 1250 angelegt worden, so daß dort Markgraf
Johann unmöglich Gelder niedergelegt hat, während Tangermünde
eine der ältesten und wichtigsten Städte in der Mark war, die schon
um's Jahr 1000 genannt wird) genommen haben, wo sein Vater den-
selben für dringende Fälle aufbewahrt hätte, wie dies ein alter treuer
Rath des fürstlichen Hauses, Johann von Buch, dem Markgrafen mit-
getheilt. Schon im nächsten Jahre begann Otto IV. aufs neue den
Krieg und belagerte die Stadt Stasfurt an der Bode, wo er durch
einen Pfeil am Kopfe verwundet wurde, dessen Spitze er lange mit
sich herumtragen mußte, weshalb er den Namen „mit dem Pfeile“
erhielt. Endlich gelang es 1283 Erich bei einer abermaligen Wahl
Erzbischof zu werden, doch gerieth er sehr bald mit seinen Vasallen
in offenen Krieg. Während desselben wurden bei der Belagerung von
Neu-Gattersleben durch einen Ueberfall viele Ritter seines Heeres ge-
fangen, die er nur durch Hülfe seiner Brüder auszulösen vermochte.
Für diese baaren Summen sowie für die geleistete Kriegshülfe sah sich
Erich genöthigt, 1284 den magdeburgischen Antheil an dem Lande
Lebus seinen Brüdern zu überlassen, so daß erst seit diesem Jahre
dies Land ganz zur Mark gehört. Dagegen verkaufte Waldemar 1316,
als er sich in großer Geldverlegenheit befand, das Schloß Wollmir-
städt und die Grafschaft Billingsho an Magdeburg, letztere
unter der Bedingung, daß er sie innerhalb zweier Jahre wieder ein-