Metadaten : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1863. (54)

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Beltimmung,  vollfommen  zu  fein,  wie  Er  vollfommen  if.  Wie
Kinder  ihrer  Eltern  Gleichniß  zeigen,  fo  joll  der  Mensch  zeigen,  dak
er  ein  Kind  jeine®  DBater8  im  Himmel  ilt.  Gottesmenfchen,
Gottesfinder  zu  fein,  dazu  find  wir  gefchaffen.  Unfern  himmlischen
Vater  über  Alles  Tieben,  ihm  freudig  dienen,  in  dem  Thun  feines
Willen?  unjre  Luft  finden,  all  unfer  Vertrauen  auf  ihn  fegen,  alles
ungöttliche  Welen  Haffen,  Die  Ehre  de  Herrin,  das  Glük  und  Das
Heil  der  Mitmenfchen  von  ganzem  Herzen  und  aus  allen  Kräften  fürdern,
  alleriwegen  fröhlich  fein  in  dem  Herrn  und  ihm  dankbar  für
Alles,  und,  um  das  Alles  zu  vermögen,  in  fteter  Gemeinschaft  mit
Gott,  in  Andacht  und  Gebet,  in  Erwägung  feine  Worte  und  feiner
Merfe,  wachjen  in  der  Erfenntniß  und  Liebe  Gntte8  —  Bas  find  die
Charafterzüge  eined  Gottezfinded.  So  waren  die  Menjchen  im
Paradiejfe.  Da  war  der  Himmel  auf  Erden,  und  Gott  der
Herr  wandelte  unter  ihnen,  wie  ein  Water  unter  feinen  Kindern,  und
die  Thiere  des  Maldes  und  die  Vögel  unter  dem  Himmel  famen  zu
ihrem  Gebieter,  Daß  er  jähe,  wie  er  fie  nennt.  Da  wohnte  auf
Erden  Unfhuld,  Seligkeit  und  Frieden.  Mllo  Ht  e8  unferd  Schöpfers
Wille  an  und.  Gr  jhuf  uns  für  dad  Himmelreich;  das  Himmel:
reich  Joll  unfer  fein.  —

Aber  ach  —  wie  bald  ging  biefe8  Paradies  verloren!  Stolz,  Selbitjucht,
  Ungehorfam,  —  die  Sünde  fand  den  Weg  in  ber  Menfchen
Herz  und  mit  ihr  fam  über  fie  der  Schmerz  und  der  Tod.  Gtatt
daß  fie  Gott  Liebten,  fürchteten  fie  fi  wor  Gott;  fie  entjchlugen
fich  des  Gebanfens  an  ihn,  fie  juchten  Zerftreuungen  in  irdifcher  Luft,
fie  fannen  auf  Künfte,  ihr  Leben  zu  friften,  fi  vor  Liftigen  und  gewaltfamen
  Angriffen  von  ihres  Gleichen  nder  vor  den  verwilbernden
Thieren  zu  Tchüßen,  Neichthum  und  MWohlleben  zu  gewinnen.  Die
ihnen  anerjchaffene  Herrihermaht  artete  un  Syrannei  auß.  Der
Menih,  zum  Herricher  über  die  ganze  Erde  gejchaffen,  wurde  ein
Sflaye  jeiner  Xüfte,  Begierdben  und  Leidenjchaften.  Der  Menjch,  ein
Geift  von  Gottes  Geift,  wurde  irbifch,  fleifchlich  gefinnt,  wurde  fo  fehr
Fleifh,  daß  er  die  Stimme  und  das  Walten  des  Geiftes  Gottes  nicht
mehr  vernahm  (1.  Mo.  6,  3.-1.  Kor.  2,  14).  Sp  gefhah  e8,  Daf
St.  Paulus  Rom.  1—3  Iäreiben  durfte:  „Die  Menjchen  haben  Die
Herrlichkeit  Des  unvergänglichen  Gotte8  verwandelt  In  ein  Bild  gleid)
bem  vergänglichen  Menfhen  und  der  Vögel  und  ber  vierfükigen  und
friechenden  Thiere.  Sie  haben  Gottes  Wahrheit  verwandelt  in  die
Lügen,  und  Haben  dem  Gefchöpf  mehr  gedienet  ald  dem  Schöpfer.
Darım  find  fie  bei  all  ihrer  Weisheit  zu  Narren  geworden,  und  Öntt
hat  fie  dahin  gegeben  in  ihres  Herzens  Gelüfte,  in  Hireinigfeit  unt
Ihändliche  Lüfte,  in  verfehrten  Sinn,  zu  thun,  wad  nicht  taugt.  Sie
find  allzumal  abgemwichen,  allzumal  abtrünnig,  allzumal  zum
Outen  untüchtig  geworben;  ba  ift  nicht,  der  Gutes  thue,  auch  nicht
Siner.  63  ift  hier  fein  Unterfhied:  fie  find  allzumal  Sünder
und  mangeln  des  Auhmes,  ben  fie  an  Gott  haben  follen.  Die  Sündr