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Beltimmung, vollfommen zu fein, wie Er vollfommen if. Wie
Kinder ihrer Eltern Gleichniß zeigen, fo joll der Mensch zeigen, dak
er ein Kind jeine® DBater8 im Himmel ilt. Gottesmenfchen,
Gottesfinder zu fein, dazu find wir gefchaffen. Unfern himmlischen
Vater über Alles Tieben, ihm freudig dienen, in dem Thun feines
Willen? unjre Luft finden, all unfer Vertrauen auf ihn fegen, alles
ungöttliche Welen Haffen, Die Ehre de Herrin, das Glük und Das
Heil der Mitmenfchen von ganzem Herzen und aus allen Kräften fürdern,
alleriwegen fröhlich fein in dem Herrn und ihm dankbar für
Alles, und, um das Alles zu vermögen, in fteter Gemeinschaft mit
Gott, in Andacht und Gebet, in Erwägung feine Worte und feiner
Merfe, wachjen in der Erfenntniß und Liebe Gntte8 — Bas find die
Charafterzüge eined Gottezfinded. So waren die Menjchen im
Paradiejfe. Da war der Himmel auf Erden, und Gott der
Herr wandelte unter ihnen, wie ein Water unter feinen Kindern, und
die Thiere des Maldes und die Vögel unter dem Himmel famen zu
ihrem Gebieter, Daß er jähe, wie er fie nennt. Da wohnte auf
Erden Unfhuld, Seligkeit und Frieden. Mllo Ht e8 unferd Schöpfers
Wille an und. Gr jhuf uns für dad Himmelreich; das Himmel:
reich Joll unfer fein. —
Aber ach — wie bald ging biefe8 Paradies verloren! Stolz, Selbitjucht,
Ungehorfam, — die Sünde fand den Weg in ber Menfchen
Herz und mit ihr fam über fie der Schmerz und der Tod. Gtatt
daß fie Gott Liebten, fürchteten fie fi wor Gott; fie entjchlugen
fich des Gebanfens an ihn, fie juchten Zerftreuungen in irdifcher Luft,
fie fannen auf Künfte, ihr Leben zu friften, fi vor Liftigen und gewaltfamen
Angriffen von ihres Gleichen nder vor den verwilbernden
Thieren zu Tchüßen, Neichthum und MWohlleben zu gewinnen. Die
ihnen anerjchaffene Herrihermaht artete un Syrannei auß. Der
Menih, zum Herricher über die ganze Erde gejchaffen, wurde ein
Sflaye jeiner Xüfte, Begierdben und Leidenjchaften. Der Menjch, ein
Geift von Gottes Geift, wurde irbifch, fleifchlich gefinnt, wurde fo fehr
Fleifh, daß er die Stimme und das Walten des Geiftes Gottes nicht
mehr vernahm (1. Mo. 6, 3.-1. Kor. 2, 14). Sp gefhah e8, Daf
St. Paulus Rom. 1—3 Iäreiben durfte: „Die Menjchen haben Die
Herrlichkeit Des unvergänglichen Gotte8 verwandelt In ein Bild gleid)
bem vergänglichen Menfhen und der Vögel und ber vierfükigen und
friechenden Thiere. Sie haben Gottes Wahrheit verwandelt in die
Lügen, und Haben dem Gefchöpf mehr gedienet ald dem Schöpfer.
Darım find fie bei all ihrer Weisheit zu Narren geworden, und Öntt
hat fie dahin gegeben in ihres Herzens Gelüfte, in Hireinigfeit unt
Ihändliche Lüfte, in verfehrten Sinn, zu thun, wad nicht taugt. Sie
find allzumal abgemwichen, allzumal abtrünnig, allzumal zum
Outen untüchtig geworben; ba ift nicht, der Gutes thue, auch nicht
Siner. 63 ift hier fein Unterfhied: fie find allzumal Sünder
und mangeln des Auhmes, ben fie an Gott haben follen. Die Sündr