Full text: Impf-Friedhof.

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tragbaren Ausschlag. Durch das Tragen, Halten, An= und Auskleiden 
des Kindes übertrug sich der Ausschlag über das Gesicht und den 
ganzen Körper. 
291. Krankfurt a. M. — Gelsenkirchen. Ernst Heinrich 
Morgenstern, am 11. 8. 1905 geboren, stets gesund, wurde am 
11. 6. 1906 in Gelsenkirchen von Dr. med. S. geimpft. Einige Tage 
danach trat Fieber ein. Dann entwickelten sich an beiden Hand- 
gelenken Ausschläge, Pusteln oder so ähnliches, die bis heute noch 
vorhanden sind. Das Kind leidet Tag und Nacht an schmerzhaftem 
Jucken. Nach der Nachschau traten Darm= und Magenerkrankung auf, 
die das Kind dem Tode nahe brachten. Die behandelnden Aerzte 
waren Dr. M. u. Dr. N. in Gelsenkirchen. Das Kind bekam schlechte 
Zähne, 7 mußten entfernt und 1 plombiert werden. (Und wer haftet 
für dies verpfuschte Leben? Und wer zahlt die Unkosten Natürlich 
der vergewaltigte Vater!) Die zwei anderen Kinder des Mathias 
20. Morgenstern, Karl und August, damals in Worms geimpft, 
erkrankten ebenfalls nach der Impfung an Magen= und Darm- 
Katarrh und starben daran. Impfarzt war Dr. med. F. in Worms. 
292. Hrankfurt a. M. Heinrich B., z. Z. 43 Jahre alt und 
stets gesund, ist Schlosser. Seine Frau, Sophie, geb. Schm. ist mit 
36 Jahren eines plötzlichen Todes gestorben, obgleich sie eine starke, 
muskulöse Frau und vorher nie krank war. Die am 5. 11. 1898 
geborene Tochter wurde am 13. 5. 1899 von San.-Rat Dr. Kl. im 
öffentlichen Impflokal geimpft. Im Verlaufe der nächsten 4 Wochen 
hatte sich am Halse eine Anschwellung in der Größe eines Eies ge- 
bildet. Die Anschwellung verlief sich wieder, ohne ärztliche Hilfe, 
doch trat unmittelbar danach eine Augenentzündung auf. Dieselbe 
wurde von Prof. Dr. P., Dr. med. K. und Dr. med. W. etwa 6 Jahre 
lang, dann von Dr. med. A. und Dr. med. W. etwa 4 Jahre lang 
behandelt und zwar ohne Erfolg. Das jetzt 12jährige Kind ist in 
der Schule von allen schriftlichen Arbeiten befreit. Auf die Fragen 
des Vaters, ob die Krankheit mit dem Impfen zusammenhinge, zuckten 
die Aerzte die Achseln und meinten schließlich, das Kind sei jedenfalls 
skrofulos. Trotz der kranken Augen und des skrophulosen Zustandes 
wurde das Kind in diesem Jahre (1910) wieder geimpft und zwar 
vom Schularzt Dr. med. H. (ch frage, gehört das nicht unter die 
Abteilung Verbrechen7) 
293. Krankfurt a. M. Die Eltern des am 26. 2. 1896 in 
Sachsenhausen geborenen Kindes, Karl K. und Anna, geb. St., sind