—_ 34 —
Jahre (1847 753 517 Thlr., 1848 610 598 Thlr.), die einen Unterschied
von 142 919 Thlrn. aufwiesen, zeigt, dass der genannte
Kursverlust die Ursache des geringeren Gewinnes der Bank war.
Immerhin erhielten die Aktionäre noch eine Dividende von 4 /,,%
gegenüber 51% % ım Vorjahre. Der Rückgang von noch nicht
1 % war mässig, wenn die Schwierigkeiten berücksichtigt werden,
mit denen die Bank zu kämpfen gehabt hatte. Übrigens war
diese Dividende von 4°/,, % die niedrigste, die während der
ganzen 29jährigen Geschäftstätigkeit der Bank zur Verteilung
gelangte.
Einen Verlust, wenn auch nicht materieller Art, erlitt die
Bank im zweiten Geschäftsjahre durch den Abgang ihres bewährten
Leiters, des Staatsministers Rother, der sich, nachdem er
über ein Dezennium Chef der Königlichen und Preussischen Bank
gewesen war, nach dem März 1848 in das Privatleben zurückzog.
Ihm folgte als Chef David Hansemann, der jedoch nur kurze Zeit,
Dezember 1848 bis April 1851, die Leitung der Bank hatte.
In demselben Masse, wie die politischen Ereignisse des Jahres
1848 hemmend auf die Entwicklung der Bank eingewirkt hatten,
waren die wirtschaftlichen Verhältnisse der folgenden vier Jahre
1849—52 ihrer gedeihlichen Weiterentwicklung ungünstig. Noch
immer war die innere politische Lage ungeklärt. Die Verluste,
die eine grosse Anzahl Geschäftsleute erlitten hatten, waren zu
gross und das Vertrauen der Geschäftswelt war zu sehr erschüttert,
als dass sich der Handel wieder hätte neu beleben können. Hierzu
kam der noch nıcht beendete Krieg gegen Dänemark, durch den
der Handel der Ostseestädte brach gelegt wurde. Allerdings
wären die Hauptzweige der Industrie nicht beschäftigungslos.
Der geschäftliche Verkehr vollzog sıch aber zum grossen Teile
ohne dıe Bank, deren Gesamtumsätze infolgedessen einen Rückgang
aufwiesen. Auch das Jahr 1850 brachte nıcht den ersehnten
geschäftlichen Aufschwung, trotzdem am 31. Januar die Verfassungsurkunde
vom 5. Dezember 1848 zum Landesgesetz erhoben
und am 2. Juli 1850 der Krieg mit Dänemark beendet wurde.
Zwar wurde hierdurch der Handel in den Ostseeprovinzen wieder
freigegeben, im allgemeinen geriet aber der geschäftliche Verkehr
gegen Ende des Jahres wieder ins Stocken, da die Besorgnisse,
dass aus den deutschen Verfassungswirren ein Krieg entstehen
könnte, dıe Unternehmungslust lähmten.
An dieser Sachlage vermochten auch die Erleichterungen, mit
denen die Preussische Bank den Handel zu beleben versuchte.
nichts zu ändern. Sie stellte damals den Diskontsatz der Wechsel,
die auf Orte lauteten, in denen sie Comptoire oder Agenturen besass,
gleich mit dem Diskontsatze der Platzwechsel. Hierdurel
wurde der Satz, zu dem die Bank diskontierte, in einer Stadt
relativ niedrig, ın der anderen dagegen relativ hoch. Im ersteren
"alle flossen die Wechsel ıhr zu, im letzteren anderen Banken.