Full text : Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde.

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traurig  ba.  Nıngsum  Hatten  nämlich  Neffeln,  Schlingpflanzen  und  an
beres  Unfraut  gemwuchert  und  dem  Bäunchen  Die  befte  Kraft  zum  Wade:
tum  entzogen.  So  mar  ed  das  Hleinfte  gebGeben.  Xbarum,  mein
Sohn,  fragte  jet  der  Vater,  giebt  bein  Bäumcdhen  feine  Frucht  und
fteht  fo  traurig  da?  —

8.  8.  Der  Sohn  fehlug  die  Mugen  zur  Erde,  Nöthe  bededtc  feine
Mangen,  und  er  jpracdh:  „Das  Unfraut  trägt  Die  Schuld.“  —  Alio
verderben  böfe  Gefellfchaften  Die  guten  Sitten,  redete  ermnit
ber  Vater;  möchteft  du,  mein  Sohn,  nie  wieder  vergeffen,  wa®  Dich)
das  Väumchen  Ichrtl  Auch  Du  Tiegeft  Durch  böfen  Umgang  Did)  ver:
führen,  und  mürbeft  du  folchen  fünftig  nicht  vermeiden,  jo  würden  wir
von  bir  vergeblih  Früchte  Hoffen!

MWilhelm  umarmte  den  Vater  mit  heißen  Thränen,  vergaß  beifen
Cehre  nie  und  murbe  ein  braver  Mann.

42.  Der  Gartner  und  das  Baumchen.
D  Gärtner,  möcteft  bu  mir  fagen,
Marum  idy  Den  Berluft  erlitt?  —
So  jagt’  ein  Baum,  den  man  bejchnitt.
Der  Gärtner  fprah:  Dur  mein  Bemüh'n
MWirft  fu  im  Frühling  fchöner  Llüln,
Und  beff’re  Yrucht  im  Herbfte  tragen.

Mie  manded  Nehmen  gicht,
Mie  ınandes  Zögern  eilct,
Wie  manches  YZirnen  licht,
Wie  mand)'  Verwunden  heiletl  —

43.  Der  Spaziergang.

An  einem  Thonen  Morgen,  ald  faum  die  Some  aufgegangen
war,  fiel  e8  Wilhelmen  ein,  auszugehen.  ich  will,  fagte  der  Sünabe,
langjam  gehen,  unb  fchlenderte  bebaglich  Den  Walde  zu  Dort
wohnte  ein  KYorfter,  mit  dejien  Sohne  Wilhelm  Umgang  hatte.  Auf
jeinem  Wege  begegnete  ihm  Schon  einige  Fußgänger,  welche  mit  ver-Ichiedenen
  Waaren  nad  der  Stadt  eilten.  Der  Knabe  fchlug  nun  wes
niger  gangbare  Pfade  ein,  und  war  bald  am  Gingange  bed  Walde
Ziefer  in  Diefem  fh  er  einen  Greis,  welcher  mit  unficherem  Gang  im
Gehölze  umherwanfte,  um  fidh  ein  Bündel  NReisholz  zu  famımeln.  Wil:
beim  grüßte  Den  Alten  freundlich  und  empfand  Mitleid  über  ihn.

Sch  begehe  feinen  Fehler,  fprad)  er  zu  fich  Jelbft,  wenn  td)  dem
Manne  ein  wenig  helfe  Er  that  e8,  md  der  Greiß  dankte  herzlich.

Ad,  Ipradh  er,  früher  war  mir  bie8  Gejchäft  Leichter.  ler  Tas
gend  und  Sraft  find  vergänglich,  jet  bin  ich  alt,  ba  wirb  e8  mir
jauer.  Doc  das  Alter  ift  der  Ubergang  zun  Tode;  bald  werbe  Ich
in  den  Himmel  eingehen.  .

Wilhelm  gingen  die  Worte  de8  Gireifes  zu  Herzen  und  er  fpradj*

Kuaefterd’  Refcbuh  für  Oberkl.  enangel.  Wolfeid.  9  .