Full text: Zeitschrift für die gesammte Staatswissenschaft. Neunter Band. Jahrgang 1853. (9)

674 Der statistische Congress 
scheinlichkeit annehmen liesse, es werde eine genügende Anzahl intelligenter 
Unternehmer des betreffenden Gewerbes sie in hinreichendem Maasse beant- 
worten, um durchaus brauchbare Ergebnisse zu gewinnen, die zu nützlichen 
Schlüssen berechtigen. Wir vermissen es überhaupt, dass nicht eine kleine 
Anzahl praktisch wichtiger allgemeiner Fragen — deren Platz in der 
ersten Section gewesen wäre — zur Verhandlung gestellt worden sind, 
und rechnen dahin ausser dem nicht bloss für die Industrie bedeu- 
tenden Unterschiede der Fragen mit freiwilligem oder obligato- 
rischem Charakter!) namentlich die Nothwendigkeit einer ausge- 
dehnten Reduction der absoluten Zahlen auf procentale 
Verhältnisse in den Regierungspublicationen selbst 2) und die möglichste 
Beschleunigung der Veröffentlichung wenigstens der Haupter- 
gebnisse der statistischen Erhebungen, seien diese ausserordentliche oder regel- 
mässig wiederkehrende >). 
Einen Hauptgegenstand der Debatte bildete in der zweiten Section der 
mittlereLohn, welchen das Programm neben der Zahl der Etablissements, 
der bewegenden Kraft und der Anzahl der Arbeiter als vierten Punkt auf- 
führt. Man fand die Angabe des blossen Durchschnitts der Löbne ungenü- 
gend und substituirte daher dem einfachen mittleren Lohn die dreifache An- 
gabe des gewöhnlichen Lohns im Sinne desjenigen, welchen die grösste 
Masse der Arbeiter empfängt, des ungewöhnlich hohen und des unge- 
wöhnlich niedrigen Lohnes, indem. man zugleich die Zahl der Arbeiter 
kennen zu lernen verlangte, welche den einen oder den andern empfan- 
gen. Diese Spaltung des Lohnes in drei Klassen wurde von dem Berichter- 
statter Say damis begründet, dass die bedeutenden Löhne, welche einige 
Arbeiter beziehen, und die auf den Durchschnitt von Einfluss sind, denjeni- 
gen keine Hülfsquellen bieten, welche nur die kleinsten Löhne verdienen. 
Derselbe bemerkte ferner, dass überhaupt die Ziffer des Lohnes geringe 
Wichtigkeit habe, wenn man nicht die Ausgaben des Arbeiters kenne, welche 
damit bestritten werden sollen; und dass man ‘deswegen den oben erwähn- 
ten vier Punkten als einen weiter zu ermittelnden die Bedingungen der Exi- 
stenz der Arbeiter hinzugefügt habe. Endlich hat man auch die Frage nach 
den Verhältnissen der Lehrlinge herangezogen. 
Es kommt uns vor, als ob die Begründung dieser Beschlüsse — wie 
sie der Bericht Hrn. Says enthält — zu vorwiegend die Statistik der Pro- 
  
4) Dieser Unterschied bleibt auch da von Bedeutung, wo keine Strafen auf die Nicht- 
beantwortung gesetzt sind; obligatorische Fragen wären nämlich solche, deren Beant- 
wortung mit derjenigen Autorität, welche nach der Gesetzgebung des einzelnen Landes 
der fragenden Behörde zusteht, durchgesetzt werden soll und kann. 
2) Vgl. oben S. 658 Note 2. Ich finde irgendwo die Notiz, dass ausgemacht worden 
sei, was nicht das Nämliche ist, aber damit zusammenhängt: man solle die Bruchtheile 
überall in Decimalen ausdrücken. In den Beschlüssen der Generalversammlung kommt 
diess jedoch nicht vor. 
3) Ein Muster ist in dieser Hinsicht England. Vgl. oben 8. 647. In Preussen hat 
namentlich die Breslauer Handelskammer den gleichen Wunsch geüussert.
	        
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