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Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

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Bibliographic data

fullscreen: Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Periodical

Persistent identifier:
cbl
Title:
Zentralblatt für das Deutsche Reich.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1873
1918
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German
Other titles:
Central-Blatt für das Deutsche Reich.

Periodical volume

Persistent identifier:
cbl_1906
Title:
Zentralblatt für das Deutsche Reich. Vierunddreißigster Jahrgang. 1906.
Volume count:
34
Publisher:
Carl Heymanns Verlag
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1906
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück Nr. 34.
Volume count:
34
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

Chapter

Title:
Zoll- und Steuerwesen.
Document type:
Periodical
Structure type:
Chapter

law

Title:
Ausführungsbestimmungen zum Zigarettensteuergesetze vom 3. Juni 1906.
Document type:
Periodical
Structure type:
law

Contents

Table of contents

  • Meyers Großes Konversations-Lexikon.
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon. Erster Teil. (1)

Full text

Rachfahl: Die politischen Parteien Deutschlands 
von Anfang an auf seinem Programm stehen. In 
den Heeresforderungen, in allgemeinen politischen 
Fragen, zumal wenn es sich um die Stärkung der 
parlamentarischen Machtstellung gegenüber der Re- 
gierung handelte, trieb es genhelusme Opposition 
mit den Fortschrittlern; auf dem Gebiete der damals 
inaugurierten Kolonialpolitik, auf dem diese sich streng 
ablehnend zeigten, verhielt es sich zunächst lau, und 
als es sich unter Windthorsts Führung damit näher 
zu befreunden begann, da war für diese Wendung 
die Rücksicht auf die katholischen Missionen in Afrika 
maßgevend. So unbequem wurde es Bismarck um 
die Mitte der 1880er Jahre, daß er damals die end- 
ültige Beilegung des Kulturkampfes über die 
Köpfe der katholischen Fraktion hinweg durch direkte 
Verständigung mit der Kurie vollzog; auf Weisung 
des Papstes mußte jene dem letzten Friedensgesetze 
(27. April 1887) zustimmen. Der Ausgang des Kultur. 
kampfes bedeutete für die Zentrumspartei insofern 
einen Fehlschlag, als sie das Ziel, das sie sich bei 
ihrem Entstehen gesetzt hatte, die übertragung der 
preußischen Verfassungsartikel über die Freiheit der 
Kirche auf das Reich, nicht erreicht, und die Stellung, 
deren sich die katholische Kirche in Preußen vor 1871 
erfreut hatte, insonderheit die erwähnten Artikel, die 
inzwischen gestrichen worden waren, nicht wiederher- 
zustellen vermocht hat. Die im Kulturkampfe auf- 
gehobene Katholische Abteilung, die von Bismarck 
der Begünstigung des Polentums geziehen worden 
war, wurde nicht wieder erneuert. 
Durch zwei Momente wird die Parteikonstel- 
lation von 1879—87 gekennzeichnet, einmal durch 
die Schwierigkeiten, die das Zentrum der Regierung, 
wiewohl es seine grundsätzliche Oppositionsstellun 
aufgegeben hatte, doch immer noch bereitete, un 
seine damit zusammenhängenden, bisher erfolgreichen 
Bemühungen, keine feste Regierungsmehrheit auf- 
kommen zu lassen, sodann durch eine stetige Vermin- 
derung und zunächst auch Zersplitterung des Libe- 
ralismus. Die Landtagswahlen von 1879 brachten 
seinen vollkommenen Bankerott in Preußen. Sowohl 
die Nationalliberalen wie auch die Fortschrittler ver- 
loren fast die Hälfte ihrer Sitze; jene sanken auf etwa 
100, diese auf einige 30 hinab; für immer war es vor- 
über mit der liberalen Mehrheit, die seit dem Beginn 
der - Neuen Ara« in Preußen bestanden hatte. Die 
im Nationalliberalismus schon längst latent be- 
stehende Krisis kam im Herbst 1880 zum offenen 
Ausbruche, indem sich die linke Gruppe mit Lasker. 
Forckenbeck, Stauffenberg und Rickert, etwa 30 an 
Zahl, als eine selbständige Fraktion konstituierte, die 
den Namen Sezession= erhielt. Die Reichstags- 
wahlen von 1881 schienen noch einmal einen Ruck 
nach links zu bedeuten; den Liberalen fielen mehr als 
150 Sitze zu, doch so, daß die entschiedeneren Ele- 
mente weit besser abschnitten. Daneben trugen den 
Hauptschaden die Konservativen, die von 115 Mit- 
gliedern auf nicht ganz 80 zusammenschmolzen, zu- 
mal die Freikonservativen, die über die Hälfte ihrer 
Sitze verloren und nur 27 behielten. Die Sozial- 
demokraten brachten es unter dem Drucke des Sozia- 
listengesetzes nur auf etwa 300000 Stimmen, immer- 
hin mit 12 Mandaten. In Wahrheit war das Zen- 
trum jetzt die - dominierende Parteic; zusammen mit 
seinen Annexen und den beiden bürgerlichen Linken 
vermochte es die Regierung lahmzulegen. Eben 
diese beiden, Fortschritt und Sezession,-fusioniertene 
sich Anfang 1884 zur Deutschfreisinnigen Par- 
Der Krieg 1914/16. I. 
33 
tei; freilich war die Vereinigung ziemlich äußerlicher 
Natur. Die Motive für die ürschmelung lagen 
teils in der Rücksicht auf die kommenden Wahlen, teils 
auf den bevorstehenden Thronwechsel, da der Kron- 
prinzstarke Sympathien für den Liberalismus in seiner 
unitarisch-parlamentarischen Färbung besaß. Beide 
Aussichten scheiterten. Bei den Reichstagswahlen von 
1884 wurden nur drei Fünftel der neuen Hartei wieder- 
ewählt (67 von 105), und auch das nurinfolge Unter- 
tützung durch Zentrum und Sozialdemokratie, die es 
birfen al schon wieder auf über ½ Million mit 24 
Mandaten brachte. Die Niederlage der Linksliberalen 
war vor allem die Frucht ihres absolut negativen 
Verhaltens gegen die Sozialreform. Anders die 
Nationalliberalen. Sie erlebten damals unter 
Miquels Einfluß eine innere Umbildung, die durch 
das „Heidelberger Programme von 1884 gekenn- 
zeichnet wurde. Es gipfelte in den Forderungen der 
Kräftigung des Reiches, der Erhaltung einer starken 
Heeresmacht, einer Erhöhungder Börsen- und Brannt- 
weinsteuer, einer zweckmäßigen Regelung der Zucker- 
steuer, einer erfolgreichen Hebung der ungünstigen 
Lage der Landwirtschaft und eben einer erhöhten Für- 
sorge für das Wohl der arbeitenden Klasse: Miquel 
war auch ein Anhänger der Bismarckschen Kolonial- 
und Polenpolitik (ur Stützung des Deutschtums in 
den Ostmarken). Eine konservativ-nationalliberale 
Mehrheit für die Regierung war allerdings auch 
1884 nicht zustande gekommen. Wenn sich das Zen- 
trum zur Opposition schlug, verfügte diese über 240 
Stimmen, und in solcher Stärke wurde sie dem Kanz- 
ler mehrfach höchst unangenehm. 
Erst die Erneuerung des Septennats, d. h. der 
Heeresbewilligung auf sieben Jahre, im Winter 
1886/87 gab dem Kanzler die Gelegenheit zur Bil- 
dungeiner gouvernementalen Majorität. Da Zentrum 
und Freisinn trotz der gespannten äußern Lage wider- 
strebten und schließlich nur ein Triennat beschlossen 
wurde, verfiel der Reichstag (Januar 1887) der Auf. 
lösung. Nicht nur den Freisinn glaubte Bismarck 
jetzt vernichten, sondern auch das Zentrum entweder 
in eine katholisch-konservative Regierungspartei ver- 
wandeln oder sprengen zu können. Auf seinen Wunsch 
hatte nämlich der Papst beim Zentrum für das Sep- 
tennat interveniert; Bismarck hoffte, daß das wenig- 
stens eine Spaltung der Fraktion zur Folge haben 
würde. Infolge der diplomatischen Geschicklichkeit 
Windthorsts bewahrte sie jedoch nicht nur ihre Selb- 
ständigkeit, sondern auch ihre Einheit; sie verlor frei- 
lich ihre bisherige parlamentarische Machtstellung. 
Denn bei den Neuwahlen siegten die im sogenannten 
Kartell. vereinigten Regierung parteien, das sich 
aus 100 Nationalliberalen, 80 Konservativen und 
40 Freikonservativen zusammensetzte. Die Kosten 
trug namentlich der Freisinn; er sank im Reichstage 
auf 32 Mandate herab. Im Abgeordnetenhause war 
er schon 1885 auf etwa dieselbe Zahl reduziert wor- 
den; die Neuwahlen von 1888 gestalteten seine Lage 
im Landtage eher noch ungünstiger. Damit war er 
u einer Bedeutungslosigkeit verdammt, in der er 
Friedrich III. keine nennenswerte parlamentarische 
Stütze bieten konnte, auch wenn dieser, bereits ein 
todkranker Mann, nach seinen wahren politischen In- 
tentionen durchzugreifen vermocht hätte. Der neue 
Kaiser vollzog unter diesen Umständen das den par- 
lamentarischen Aspirationen so ungünstige, vom Frei- 
sinn daher auch heftig bekämpfte Gesetz über die Er- 
streckung der Legislaturperioden für den Reichstag 
3
	        

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