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Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert. Zweiter Teil. Bis zu den Karlsbader Beschlüssen. (25)

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Bibliographic data

fullscreen: Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert. Zweiter Teil. Bis zu den Karlsbader Beschlüssen. (25)

Periodical

Persistent identifier:
rgbl
Title:
Reichs-Gesetzblatt.
Place of publication:
Berlin
Document type:
Periodical
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1871
1918
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

Periodical volume

Persistent identifier:
rgbl_1887
Title:
Reichs-Gesetzblatt. 1887.
Shelfmark:
rgbl_1887
Volume count:
21
Publisher:
Reichsdruckerei
Document type:
Periodical volume
Collection:
deutschesreich
Publication year:
1887
DDC Group:
Gesetzgebung
Copyright:
Ewiger Bund
Language:
German

law_gazette

Title:
Stück No 32.
Volume count:
32
Document type:
Periodical
Structure type:
law_gazette

law

Title:
(Nr. 1743.) Bekanntmachung, betreffend die einheitliche Bezeichnung der Fahrwasser und Untiefen in den deutschen Küstengewässern.
Volume count:
1743
Document type:
Periodical
Structure type:
law

Contents

Table of contents

  • Staatengeschichte der neuesten Zeit.
  • Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert. Zweiter Teil. Bis zu den Karlsbader Beschlüssen. (25)
  • Title page
  • Vorwort.
  • Inhalt.
  • Zweites Buch. Die Anfänge des Deutschen Bundes. 1814-1819. (Schluß.)
  • 3. Geistige Strömungen der ersten Friedensjahre.
  • Literarischer Charakter des Zeitalters.
  • Dichtung und bildende Künste.
  • Die Wissenschaft.
  • 4. Die Eröffnung des Deutschen Bundestages.
  • 5. Die Wiederherstellung des preußischen Staates.
  • 6. Süddeutsche Verfassungskämpfe.
  • 7. Die Burschenschaft.
  • 8. Der Aachener Kongreß.
  • 9. Die Karlsbader Beschlüsse.
  • 10. Der Umschwung am preußischen Hofe.
  • Beilagen. (I - V)

Full text

80 II. 3. Geistige Strömungen der ersten Friedensjahre. 
Stolze rief Wilhelm dem Jüngeren zu: Du wobst aus dem was geistvoll 
Du erspähet ein reiches, Weltenall umschlingend Band! Auch dem Idea— 
lismus des Bruders stand Alexander weit näher als Schiller glaubte; denn 
wie jener fand er den einzigen wirklichen Inhalt der Weltgeschichte in 
der Entwicklung des Menschengeistes, nur daß nach seiner Schätzung das 
Schauen, Bilden und Dichten hinter dem Forschen zurückstand. Und wie 
jener durfte er sich des „freien, von der Gegenwart nie beschränkten Sin— 
nes“ rühmen, der alles groß behandelte und in der peinlichen Einzelfor— 
schung immer den Blick auf das All gerichtet hat. „Er sucht“ — so sagte 
sein Bruder — „wirklich nur alles zu umfassen, um eines zu erforschen, 
dem man nur von allen Seiten zugleich beikommen kann.“ Die Erkenntnis 
galt ihm als das höchste der Güter; alle Kräfte seiner Seele erschienen 
beherrscht, fast aufgesogen von dem einen allumfassenden Wissensdrange. 
Niemals störte ihm die Liebe oder irgend eine andere starke persönliche 
Leidenschaft die Bahnen seiner Forschung; keinen wählte er zum Freunde, 
der nicht mitbauen half an dem großen Werke seines Lebens. 
So blieb auch das schöne, innige Verhältnis zwischen den beiden 
Brüdern mehr eine Gemeinschaft der Geister als ein Herzensbündnis; ihre 
Vertraulichkeit wuchs mit den Jahren, je mehr Wilhelm von seinen ästhe— 
tischen Arbeiten zu der vergleichenden Sprachforschung hinüberging und 
also dem Gedankenkreise des Bruders sich näherte. In dem Freundes— 
bunde dieses Bruderpaares gewann die Idee der universitas literarum 
Fleisch und Blut; er bewies der Welt die unzerstörbare Einheit der exakten 
und der historischen Wissenschaften, von deren Feindschaft kleine Geister 
fabeln. Alexander vermochte weder so tief wie Wilhelms schwerer und 
stärker angelegter Genius in die verborgenen Abgründe des Seelenlebens 
hinabzublicken, noch so kühn wie jener zu den Höhen der Spekulation 
emporzusteigen, auch die reine Mathematik lag der Richtung seines Den- 
kens fern. Dafür überbot er den Bruder wie alle anderen Zeitgenossen 
durch die wunderbare Beweglichkeit und Empfänglichkeit eines rastlosen 
Kopfes, der alles, was Menschen je geforscht und gedacht in sich aufzu- 
nehmen und mit sich zu verschmelzen wußte. 
In ihm fand der weltbürgerliche Zug des deutschen Geistes einen 
so vollkommenen Ausdruck wie vordem nur in Leibniz. Er hielt sich be- 
rufen, die ganze geistige Habe des Zeitalters aufzuspeichern und zu be- 
herrschen, allen Völkern als ein Vermittler der modernen Bildung, als 
ein Lehrer der Humanität zu dienen. Niemand verstand wie er, Talente 
aufzufinden und zu ermutigen; mit unermüdlich liebenswürdigem Eifer 
teilte er allen mit aus der Fülle seines immer lebendigen und immer 
bereiten Wissens. Goethe verglich ihn einem Brunnen mit vielen Röhren, 
wo man überall nur Gefäße unterzuhalten braucht und wo es uns immer 
erquicklich und unerschöpflich entgegenströmt. Selbst die Schwächen des 
Charakters, die er mit Leibniz teilte, kamen seinem Vermittlerberufe zu
	        

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