Ob er selbst immer, namentlich im Auswärtigen, richtig geführt
hat, wird ihm selbst zweifelhaft sein. Geführt aber
hat er. Den Kaiser hat er geleitet durch verhängnisvolle Jahre
an Abgründen vorüber, mit hböchster Geschicklichkeit, die der
extremen Linken im Reichstage Vorsicht und Mäßigung auferlegte.
Eine monarchische Krisis hätte mehr als einmal entstehen können,
sie ist von Bülow ferngehalten oder durch Freimut abgewandt
worden. Gegen Plötzlichkeiten und aufreizende Gesten des persönlichen
Regiments hat er sich viel öfter, als bekannt geworden ist,
aus richtiger Erkenntnis des neuen Zeitgeistes, aber ohne nachhaltigen
Erfolg eingesetzt. Der Enkel Wilhelms I. sah es gern,
daß sich Bülow zu einem starken Kanzler auswuchs, bis nach dem
Novembersturm das alte persönliche Vertrauen erschüttert war
und die Krone ihn nicht mehr ertrug.
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