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gesagt wird: indem sticht mich die schlange herb
BWaldis Esop 1, 54; dann von Feinden und Verfolgern:
o ihr götter, wie seit ihr so herb JAyrer
667; von Widrigem, Feindlichem überhaupt: herbs weter
D. Städtechr. 4, 185; von der herben zeit Wickram
Rollw. 163; wie mir diese herbe nacht gedeien würde
Simpl. 2, 203; noch heute volksmäßig oberdeutsch: härb
sein auf einen, einen härb machen (böse) Schmeller;
herb ist der Preusz, aber gerecht Treitschke 2, 271
als rheinländisch; adverbial auch — scharf, stark: einer der
gehilfen hatte herbe an der decke geruttelt Rosegger
Waldheim. 2, 294; — besonders auf den Geschmack bezogen,
von Früchten und Trank, — scharf, zusammenziehend,
sauer: acerbus herbe Dief.; mit herbem wein
Megenberg 355, 16 (mit dem Beisinn des Unreifen:
herb, unzeitig, ceepxbu#s Dasyp.); eine Bed. die in der
späteren Spr. entschieden vorwiegt: bitteres und herbes
obst Steinbach; die frucht vom wilden birnbaum,
welche .. Strengen, harten und herben geschmacks ist
vec. Lex. 1062; dies herbe kraut (isländisch Moos)
Freiligrath 1, 6; in der Spr. der Weinbauer ist
herber wein, herbes gewächs den südlichen Süßweinen
entgegen gesetzt; (Wein, der) frisch und herb Keller
Werke 10, 24; ich trink nur herbe reben 106; vom
Geruch: herbe gerüch’ aushauchend des unergründlichen
meeres Voß Odyss. 4, 406; bildlich: es mische
süszes sich dem herben, soll zucht und sitte ruhm
erwerben Heyse 3, 111; die weisheit hat mir bis jetzt
nur herbe früuchte gezeitigt CF Meyer Nov. 1, 130;
und diese Bed. steht im Hintergrunde, wenn in der
Schriftspr. seit 17. Ih. das Wort mannigsach übertragen
steht: nichts herber ist als seinem feind zu fus2 fallen
Stieler; herbe mit einem umgehen ebd.; herbe worte
Frisch; mit der herben grimasse Schiller Kab. 1,7;
kein so herb gesicht zu dieser freudenbotschaft Wallenst.
Tod 4, 7; das gesetz der herben noth 1, 7; sagte sie
herb und schneidend Immermann Münchh. 4, 134;
dem tod dem herben Lenau 25; welcher so herbes
weh auf das haupt des verlassenen gehäuft hatte
Gandy Erz. 141; die mit herber flamme des Polenfüchtlings
herz verzehrt Geibel 2, 60; dein spruch
ist berbe 6, 29; in den jahren herben kampfes gegen
eine öde reaction Freytag Erinn. 242; als Kunstwort,
Gegensatz zu weich und zart: herbe umrisse des körpers,
herbe formen der jugendlichen brust. — Herbe, f. Zustand
des Herben: den dunkeln, mit seiner herbe das blut
nur langsam wärmenden Veltliner (Wein) CF Meyer
Jenatsch 205; vgl. herbheit und herbigkeit.
Herbei, in die Nähe eines Sprechenden; ahd. und
mhd. noch nicht bezengt, im Anfang des 16. Jh. aber
in der zurückgegangenen Form erby (Weist. 1, 609) vorhanden;
wie herab, heran u. s. w. in örtlicher Bed.,
mit Verben der Bewegung, bringen, eilen, fahren,
führen, holen, kommen, locken, rufen, schaffen,
schleppen, ziehen u. s. w., unterdrückt in dringender
oder heftiger Rede: herbei, ihr männer! Schiller Tell
3, 3; schnell das zinn herbei Glocke 26, oder bei Hilfsverben:
das geld musz wieder herbei; — in zeitlicher
Bed. mit kommen: da nu die zeit erbei kam 1. Mos.
47, 29; der lenz ist erbei komen Hohel. 2, 12; ähnlich:
die festtage nahen herbei Stieler; die zeit rücke nun
herbei Wieland Sgylv. 5, 11.
Herberge, k. Unterkunftsort; altes hochdeutsches Wort,
früher in weiterer Bed., ahd. heriderga, mhd. herberge,
Ort wo ein Heer lagert, Feldlager, Gezelte, dann verengt
= Ort wo ein Fremder zu Nacht bleiben kann, Gasthaus,
Rastort (offen herberg, würtshaus Dasypodius),
in welchem Sinne es auch in andere Spr. übergeht,
mittelengl. hereberge, nord. herbergi, ital. albergo,
franz. auberge; weiterhin — Unterkunft, gastliche Aufnahme,
wobei der Begriff des Gasthauses zurücktritt:
hospitium, herberge, herbrige Dief.; las das volk von
M. Heyne, Deutsches Wörterbuch, II.
Herbe — Herberge.
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dir . . das sie herberge und speise finden Luc. 9, 12;
Unterkunft, Wohnung eines Ortsfremden auch bei
längerem Aufenthalte: welcher ist zur herberge bei
einem gerber Simon Ap. Gesch. 10, 6; bereite mir die
herberge Philemon 22; das der judisch pabst zu Babylon
pleiben, nit ausz der herberg weichen solt Aventin
1, 299; Wohnung eines Mietsmannes: zoch wider zuruck
in sein alte herberg, ward ein rechtgeschaffener
hausman Wickram Rollw. 154; manches davon in
neuerer dichterischer Spr. geblieben: gekommen bin ich
bis zu der äuszersten herberge Karmels Klopstock
Mess. 20, 283; auch fänd er herberg und gelasz für
teufel und für dintenfasz Uhland 319; (Qualen) die
doch in unsrer brust voll wunden So traute herberg
stets gefunden Lenau 41; — sonst nur noch in Handwerkskreisen,
= Gasthaus, in dem die Zunftversammlungen
gehalten werden und die zureisenden Gesellen
Aufnahme finden: herberge der schuhmacher, schneider.
bäcker, schlosser u. s. w.; jetzt auch in der Benennung
christlicher Verpflegungs= und Unterkunftshäuser: herberge
zur beimat, christliche mägdeherberge; dazu
herbergsvater, -mutter, Vorsteher, Vorsteherin eines
solchen Handwerks= oder Verpflegungshauses. — herbergen,
intrans., Herberge, Unterkunft, gastliche Aufnahme
finden oder haben, ahd. heribergôn, mhd. herbergen:
haben wir auch raum in deines vaters hause
zu herbergen? 1. Mos. 24, 23; wo wilstu aber herbergen,
wann du kein geld hast? Simpl. 2, 198; mir irgend
an einem vertraulichen orte ein huttchen aufzuschlagen,
und da . zu herbergen Goethe Werther 1; — trans.,
Herberge, Aufnahme gewähren, erst seit dem Mhd. beeugt:
40 wart geherberget Gére und sine man Nib.
687; herberge nicht einen jglichen in deinem hause
Sir. 11, 30; mit unterdrücktem Acc.: herberget gerne
Röm. 12, 13, vgl. beherbergen; freier auch von dem
gastlich einschließenden Hause selbst: jene halle herbergt
seine gäste Grillparzer 7, 22.
Herbheit, k. Herbe, Herbsein: herbheit der fruchte,
des weins; übertragen: ihre unnahbarkeit und herbheit
bei allem jugendreiz Heyse Par. 2, 127. — Hoerbigkeit,
f. wie herbheit: die räszi (Schärfe) und herbigkeit
der colicu Paracelsfus 1, 509; herbigkeit, acerbftas,
austeritas Steinbach; in neuerer Spr. in mannigfacher
Anwendung nach berb in übertragener Bed.:
von angst, quaal, herbigkeit und grimm gespeiset
Tieck Oct. 87; die rauhe ursprünglichkeit der emporgekommenen
volksfamilie brach mit aller herbig--keit
auch bei ihr unversehens zu tage Keller Seldw.
2, 292; zu viel mühe, sagte er, und ohne alle herbigkeit
Heyse 14, 18; in künstlerischem Sinne: von so
viel adel, herbigkeit und feine war diese selige gestalt
umwoben 3, 8. — herblich, in einer Art herb, dem
Herben ähnlich: ein herblicher geschmack Adelung;
ein holdes lächeln . womit ich meiner antwort blosz
das herbliche benehmen zu wollen schien Wieland
Aristipp 3, 9. Z„
Herbst, m. Jahreszeit zwischen Sommer und Winter;
westgerm. Wort, ahd. herpist, herbist, mhd. herbest,
herbst, altengl. härfest, zu griech. karpôs Frucht, karpizein
einernten, lat. carpere pflücken gehörig, und
somit zunächst Handlung und Zeit des Erntens bezeichnendt;
qucmnus herbest, herbst, herbste, niederd.
hervest, herfst, harfst Dief.; die Zeit namentlich des
Septembers und Octobers, welche beide Monate volksmäßig
von Alters her auch der erst, der ander herbst.
heißen, bisweilen wird die Herbstzeit felbst bis in den
November gezählt, vgl. Weinhold die deutschen Monatnamen
S. 41 fg.; geschildert als Zeit des Reifens und
Welkens, als kältere, sinkende Jahreszeit, im Gegensatz
zum Frühling und Sommer: herbest wol ergezen kan
gesindes man der sumerzit Hadlaub 44, 1; der fruhling
ist zwar schön, doch wann der herbst nicht wär,
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herbergen — Herbst.