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sagen, wie eie dazu bewogen wurden und was es mit dem weissen März 14
Zeichen auf sich hatte?! — T. weiss auch davon nichts. 14. Aus
anderen Aussagen ergibt sich, dass die gewisse Absicht bestanden hat,
nicht nur die genannten drei Personen zu köpfen; was hat man mit den
anderen, besonder: den zuvor erwählten Direktoren (von denen man sehr
schimpflich geredet bat) im Sinne gehabt? — T. weiss nichts anderes
als dass man durch gütliche Mittel und durch Liebe die Gemüter der
Stände beider Religionen gewinnen wollte. 15. T. hat zuvor bekannt,
dass er im Reich sagen sollte, die Böhmen hätten den Landtagssch luss
wegen des Kriegsvolk vom Kaiser erzwungen ; wer hat das beantragt ? —
Er kann sich nicht erinnern, vermutlich ist der Antrag im geheimen Rat er-
folgt. 15. Da T. zuvor öffentlich bekannt hat, welche Absicht man
gegen Matthias wegen der Designation in Böhmen und wegen der andern
Länder hatte, so soll er sagen, waun man zu dieser Absicht gekommen sei,
weil das Volk zuerst vorgeblich nach Jülich geworben worden war? — Das
passauer Volk war zuerst wirklich gegen Jülich geworben; als der
Erzherzog aber von Jülich kam, hat er die Unmöglichkeit eingesehen,
es dorthin zu bringen. 17. Warum hat man das Volk nicht damals
abgedankt? — Aus Mangel an Geld. 18. Es waren doch damals
Mittel zur Abzahlung vorhanden und hatte man soviel Geld eingebracht,
dass man es davon zufrieden stellen konnte. — Es war ein geringes;
übrigens haben die Kriegsobersten dies Wesen gegen des Erzherzogs
Willen und Absicht angesponnen. 19. Wie reimt sich, dass der Kaiser
schon zuvor die Absicht hatte, den König zu bekriegen und doch wieder
das Volk abdanken wollte? — Dem Kaiser ist das erstere erst nach dem
Absagebrief des Königs? in den Sinn gekommen. 20. Wie kann das
sein, da man schon vor einem Jahre Anschläge gegen den König ge-
macht hatte? — „Das sei ja wahr, dass damalen, als man gesehen, dass
das gülchische wesen nicht von statten gehn und glücken wollen, sei
man an den anschlag wider den konig zuesambt coniungirung des
kriegsvolks, so in Elsass gelegen, kommen und man habe wider den
konig hilfe gesuecht.“ 21. Da der Kaiser und die geheimen Räte
nicht nur den Kurfürsten und Fürsten sondern auch den Böhmen
stets zugesagt hatten, dass das passauer Volk nicht gegen den König und
dessen Lande gemeint sei (was nach T’s. Aussage sich anders verhält),
&» möge T. sagen, wie sie, wenn sie ihre Absicht durchgeführt hätten,
es bei den Kurfürsten und jedermann verantwortet hätten? — Im
Rat ist darübor nicht gehandelt worden; unter seinen Sachen
hat er das Konzept einer Verantwortung mitbekommen, die anhebt:
„es ist land- und weltkundig “ 22. Wussten ausser den zuvor ge-
nannten noch andere Personen von den Ratschlägen? — Des Erzherzogs
Beichtvater P. Henricus Aquentius war anfangs mit im Rat; der
böhmische Kammerpräsident Dohna, Slawata und Smezansky haben davon
! Vgl. oben no. 84, 8. 186, Anm. 2.
’ Vom 29. Dezember 1610.
Briefe u. Akten des dreissigjährigen Krieges, IX. Bd. 16