Full text : Erinnerungen des Kronprinzen Wilhelm.

der  Geist  Fochs,  der  Wilson  zu  überwinden  droht,  aus
ihr.  Fochs,  der  zugleich  auf  die  Kampfergebnisse  der
letzten  Tage  pocht,  der  Aufschub  und  Verschleppung
erreichen  will,  damit  indessen  das  Unheil,  das  sich  über
Volk  und  Heer  der  Deutschen  geworfen  hat,  wilder
wüte.

Ein  Tagebuchblatt,  das  die  Lage  sachlich  festhält,  so
wie  sie  mir  auf  Grund  dessen,  was  ich  damals  übersehen
konnte,  erschien,  soll  wörtlich  hierher:

„Es  besteht  zur  Zeit  scharfer  Gegensatz  Wilson-Foch.
Wilson  will  den  Rechtsfrieden  der  Versöhnung  und
Verständigung.  Foch  will  völlige  Demütigung  Deutsch—
lands  und  Befriedigung  der  französischen  Eitelkeit.

Jede  Festigkeit  der  deutschen  Front  und  der  deutschen
diplomatischen  Haltung  stärkt  die  Stellung  Wilsons;
jedes  Zeichen  militärischer  und  politischer  Schwäche
stärkt  Foch.

Wilson  erstrebt  nur  Nachgeben  in  zwei  Punkten:

1.  U-Book-Krieg;  keine  Passagierdampfer  mehr  versenken.


2.  Demokrakisterung  Deutschlands.  (Keine  Absetzung
des  Kaisers,  nur  konstikutionelle  Monarchie,  Stellung
der  Krone  wie  in  England.)

Eine  milikfärische  Demütigung  Deutschlands  erstrebt
Wilson  nicht.  Foch  dagegen  will  mit  allen  Milkeln
volle  militärische  Kapikulakion  und  Demütigung  (Befriedigung
  französischen  Rachegefühls)  erreichen.

Wer  von  beiden  die  Oberhand  gewinnk,  hängk  einzig
und  allein  von  der  Halkung  Deutschlands  ab.  Steht
die  Fronk  und  halten  wir  uns  diplomatisch  würdig,  so
siegt  Wilson.  Ein  Rachgeben  gegenüber  Foch  bedeutet

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