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meinem haupt? Schiller Tell 4,2; in Richtungsbestimmungen:
steh mir (du Tranm) immer am haupt
Hölty 76; zu haupt zwei sanft erglühende (Rosen)
Uhland 117; über deinem baupte bricht das gewölb
zusammen 187; den tragern . . wächst ubers haupt
der trauben schwall 320; ob meinem baupte ziebhn
drei möven Freiligrath l, 22; die plurale Formel
zu häupten soll ursprünglich mehr ungefähre, als ganz
scharf bestimmte Richtung kennzeichnen: der spies des
königs und der wasserbecher, die zu seinen heubten
waren 1. Sam. 26, 16; zu häupten sah er dreizehn
schilde hangen Goethe die Geheimnisse Str. 35; unumgelautet:
wie leuchtets ihm zu haupten? Faust II 3;
danach auch: sie geht nach dem bette ie zieht
einen dolch von häupten Götz (1. Fassung) 5; in Maßbestimmungen:
eines hauptes länger als die ritter alle
Wieland Geron 20. 2) haupt für den ganzen Menschen,
mit besonderer Hervorhebung der Beschaffenheit
oder Thätigkeit des Hauptes: fur eim grauen heubt
Ssoltu aufstchen 3. Mos. 19, 32; dieses schuldge haupt
senkt nach der grube sich und sucht den tod Goethe
Iphig. 3, 1; was schonst du das alterbelastete haupt?
Leuthold Ged. 262; gekröntes haupt, Herrscher; auch
lady Gray war ein gekröntes haupt Schiller M. Stuart
1, 6; die edle Bern erhebt ihr herrschend haupt Tell
4, 2; mit Anlehnung an griechischen Sprachgebrauch:
diesz ist des königes verehrtes haupt! Goethe Iphig.
5, 5; mein theures haupt, mein vielgeliebter vater!
Wildenbruch Harold 2,2; Zählung nach häuptern:
alles was menlich ist, von heubt zu heubt 4. Mos. 1, 2;
er zählt die häupter seiner lieben, und sich" ihm
fehlt kein theures haupt Schiller Glocke 227. 3) haupt,
an Tieren: sahe ein thier aus dem meere steigen, das
hatte sieben heubter Offenb. 13, 1; er (der Löwe) hebt
das haupt empor und brullt Freiligrath 1, 10; bei
Landwirten wird das Großvieh nach häuptern gezählt,
hier auch das Dim. häuptlein: (wenn) ein metzger ein
häuptlein vieh (schätzt) Hebel 2, 177; besichtigung
eines häuptlein viehs Keller Werke 6, 166; ungefähre
Schätzung uber haupt, im Ganzen, ohne einzeln zu
zählen: so gab man in daz (Vieh) umb ain beschaiden
gelt über haupt D. Städtechr. 2, 260; von da die Bedeutungsentwickelung
des zusammengerückten überhaupt
(s. d.). 1) haupt, übertragen auf hervorragende Personen
und Dinge; von Vorstehern, Befehlshabern, Obersten:
(Gott) hat ju (Christum) gesetzt zum heubt der gemeine
uber alles Ephes. 1, 22; jre eltesten heubter,
richter und amptleute Jos. 23, 2; von den Römern ward
ein einigs haupt erwelt Aventin 1, 369; es ist (Wallenstein)
ein gar zu groszes haupt Schiller Wallenst. Tod
5, 2; ihr greisch häupter dieser stadt Br. v. Mess. 2;
es sind die hohen häupter der schlegelbrüderschaft
Uhland 361; das haupt einer familie, verbindung,
partei; von Herrschern: kaiser und könig, die längst
erwunschten häupter Goethe Du W. 5; den höchsten
häuptern ihre aufwartung gemacht ebd.; noch in frischer
Bildlichkeit: der aufgerichte frid .. wischen haupt
und gliedern (des Reiches) Reichstagsabschied von Regensburg
1654, § 1; auch kirchlich: reformation der kirche
an haupt und gliedern; — hervorragende Stadt oder
Landschaft eines Gebietes: wie Damascus das heubt ist
in Syria Jes. 7, 8; Gilead, du bist mir das heubt im
Libanon Jer. 22, 6; Hervorragendes, Wichtigstes, Vornehmstes
überhaupt: die gottesfurcht, das haubt und
mutter aller sachen Rist Parn. 790; besonders als
erster Teil einer großen Reihe von Zusammensetzungen,
s. unten; verblaßter auch nur verstärkend, wie crz= (s. d.):
ieh habe einen hauptdummen streich gemacht Benedix
Gefängnis 1, 3; eine hauptreiche wittib Simpl. 3, 201;
— Gipfel eines Baumes: die tanne füll ich äeie
kracht zu boden, schnee vom haupte schuttelnd Freiligrath
1, 174; eines Berges: der Aetna mit scinem
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beschneiten haupte Seume Spaz. 2, 162; im 17. Ih.
auch Verdeutschung für Cap: der guten hoffnung haupt
Opitz 1, 108; — in der gewerklichen Spr. für Emporragendes
oder Hervorspringendes mancher Art, im Bauwesen
säulenhaupt Kapitell, haupt an Wasserbauten,
das vordere Dreieck, das den Stromstrich abweist; am
Pfluge, das Stück Holz, an welchem die Pflugschar befestigt
ist; beim Nagelschmid der Kopf des Nagels,
n. s. w. — Zusammensetzungen: Hauptabsicht, f. vornehmste
Absicht. — Hauptaltar, m. vornehmster Altar,
Gegensatz zu Neben= oder Seitenaltären. — Hauptartikel,
m. vornehmster, wichtigster Artikel eines Vertrages,
Gesetzes, auch einer Zeitung, u. ähnl. — Hauptaufgabe,
f. vornehmste, wichtigste Aufgabe. — Hauptbegriff,
m. wichtigster Begriff: haupt- und grundbegriffe
Goethe DuW. 8. — Hauptbuch, n. vorzüglichstes,
wichtigstes Buch: der bibel hauptbuecher Aventin
1, 275. Im Rechnungswesen, Buch das eine Gesamtübersicht
über den Stand eines Geschäfts oder einer
Kasse gibt. — Haupterbe, m. hauptsächlicher Erbe. —
sh n. größtes oder wichtigstes Fach eines Bealters;
übertragen auf die wichtigste Beschäftigung eines
Geschäftsmannes oder Gelehrten. — Hauptfarbe, f. hervorstechende,
Grundfarbe. — Hauptfehler, m. wichtigster,
bedeutendster Fehler. — Hauptgedanke, m. wichtigster,
bedeutendster Gedanke. — Hauptgewinn, w. erster, bedeutendster
Gewinn. — Hauptgut, n. mhd. houbetguot,
Kapital. — Haupthaar, n. Haar des Hauptes: eine
locke von seinem silbernen haupthaar Schiller Räub.
5, 1. — Haupthirsch, m. bei den Jägern ein alter,
vorzüglich starker und schwerer Hirsch. — Hauptholz, n.
Balken, der über dem Oberteil einer Säule wegläuft;
im Bergwerk eins der Querhölzer am Schacht, woran
die Seiten angeschlagen werden, Einstrich. — Hauptkrankheit,
k. Kopfkrankheit; hauptsächliche, vor andern
hervortretende Krankheit. — Hauptlinie, k. hauptsächliche,
besonders hervortretende oder wichtige Linie,
zeichnerisch, im Berg-, Kriegs-, Verkehrswesen und
genealogisch. — hauptlos, ohne Haupt; im eigentl.
Sinne: als der erschlaffte hauptlos zu seinen füszen
lag Keller Werke 10, 104; übertragen, ohne Oberhaupt:
die gemeinde ist jetzt hauptlos. — Hauptmacht, k.
hauptsächliche Macht, Gewalt; hervorragend mächtiger
Staat; Haupttruppe eines Heeres. — Hauptmangel, m.
hauptsächlicher, besonders hervorstechender Mangel. —
Hauptmann, m.- mhd. houbetman, Oberster einer Vereinigung,
Gesellschaft, Schar: heubtman uber das land
Jeriho 1. Macc. 16, 11; der heubtman des tempels Ap.
Gesch. 5, 24; oberbauptmann, president eines groszen
gerichts Frisch; wir wollen eine räuberbande sammeln,
und . . du sollst unser hauptmann sein Schiller
Näub. 1, 2; Befehlshaber über eine Kriegerschar, in
älterer Spr. auch Oberbefehlshaber: ein hauptman sein
und der fürnembst im kricg Maaler; hauptman des
zcügs auf dem meer, amiral ebd.; das ganze heer der
Chaldeer, so bei dem heubtman war Jer. 52, 14; gewöhnlicher
Unterbefehlshaber: hauptmann uber hundert,
centurio, hauptman uber tausend chiliarenus Maaler;
bestimmter — Befehliger einer Kompanie: capitaneus
hauptman, heubtman Dief.; in amtlicher Spr. lange
vor dem fremden Capitän zurückgesetzt, für das preußische
Heer erst durch Friedrich Wilhelm IV. eingeführt; als
Plur. dient, namentlich in neuerer Spr., seltener das
vereinzelnde hauptmänner: kieng in der flucht die zwen
hauptman Aventin 1, I79 (vorher fiengen zwen bauptmannen);
hauptmünner und befelchsleut JAyrer
591, 32; gewöhnlich das zusammenfassende hauptleute:
sprach zu den .heubtleuten des tempels Luc. 22, 52;
die heubtlcute uber alle scin heer 2. Mos. 14, 7; auch
in dem heutigen militärischen Sinne: hauntleute oder
rittmeister Verordnung über die Ehrengerichte d. Offiziere
v. 2. Mai 1874, § 10. — Hauptmarkt, m. hauptsächlicher
Hauptabsicht — Hauptmarkt.