Gold-Depositenscheines erörtert werden solle. Er meint, daß angesichts
der Hebung des Nationalkredits der Kulturvölker in neuerer Zeit
und des verschärfteren Verantwortlichkeitsgefühls, das bei ihnen besteht,
sich der Ausführung der Idee keine besonderen Schwierigkeiten in den
Weg stellen werden. Ähnliche Vorschläge hatte früher u. a. der italienische
Finanzminister Luzzatti gemacht. Auch die Errichtung einer internationalen
Zentralniederlage von Gold, die unter gemeinsamer Verwaltung der sie
begründenden Staaten stehen sollte, war geplant. All diese Ideen sind aber
solange undurchführbar, als für den Kriegsfall keine genügenden Garantien
gegeben sind.
Um Goldimporte nach Deutschland zu begünstigen, ist neben der Gewährung
langfristiger zinsfreier Vorschüsse auch vorgeschlagen worden!),
den Schlagschatz, der 6 M für das Kilogramm beträgt, das sind etwa
21 %0, zu ermäßigen. Fischel, der Mitinhaber von Mendelssohn & Co.,
trat bei der Bankenquete sogar dafür ein, sie gänzlich aufzuheben. Eine
Ermäßigung zum mindesten scheint insofern notwendig, als die Bank von
England für das Umschmelzen nur !/, penny für die Unze, d. i. noch nicht
halb so viel wie die Gebühr in Deutschland, erhebt und bei der englischen
wie bei der amerikanischen Münze Prägegebühren nicht berechnet
werden. Weiter, und das hat auch Friedrich Koch in seiner oben erwähnten
Arbeit vorgeschlagen, sollten die Schiffahrtsgesellschaften angehalten
werden, die Frachtsätze für Goldimporte erheblich zu ermäßigen.
Mit Rücksicht auf die Aufrechterhaltung der Währung soll die Reichsbank
Opfer bringen. Goldankäufe werden natürlich aber nur dann von
Nutzen sein, wenn nicht gleich wieder die Gefahr des Abflusses von
Gold vorliegt. Geheimrat von Lumm sagte in seinem für die Bankenquete?)
ausgearbeiteten Expose: „Die Reichsbank muß ganz sicher sein,
daß ihr nicht auf dem Wege zinsfreier Vorschüsse Gold zufließt, das ihr
ohnedies zugeflossen wäre, und deshalb kann sie die zinsfreien Vorschüsse
nur solchen Häusern bewilligen, die volles Vertrauen verdienen,
und von denen sie überzeugt ist, daß sie das Gold sonst nicht importieren
würden. Es kann auch vorkommen, daß es sich um Goldmengen handelt,
die gar nicht für Deutschland bestimmt sind, sondern nur im Transitverkehr
durch Deutschland gehen. Da muß sich die Bank hüten, auf
solches einen Vorschuß zu gewähren.“
Eine Vermehrung des Goldvorrates der Reichsbank kann weiter aber
) S. die Ausführungen von John Loewenherz auf dem III, Bankiertage,
2) S,. Stenographischer Bericht S. 85.
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