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dichten Buschwaldungen die Verbindung selbst eng nebeneinander
vorwärtsstrebender Abteilungen stark behindert.
Jeder Trupp, jede Kompagnie uff., fand sich aber sogleich
in der allen gemeinsamen Aufgabe zurecht. Es hieß
jetzt nach vorwärts so viel Boden zu gewinnen, daß der
Brückenschlag dahinter ermöglicht und das Vorziehen größerer
Truppenverbände, besonders auch der Artillerie gesichert
wurde.
Der Vorstoß auf Onhaye
Links im Abschnitt der 40. Infanteriedivision waren
der Brigadekommandeur der 88. Infanteriebrigade, Generalmajor
Bärensprung und der Oberst Stephani in diesem
Sinne tätig. Im Naume der 24. Infanteriedivision
stellte sich der Generalmajor Kaden, der Kommandeur
der 48. Infanteriebrigade, an die Spitze der ersten Bataillone,
auf das tatkräftigste unterstützt durch den Oberst
Kohl des 106. Infanterieregiments. So gelang es, von
Lenne aus in zwei Gruppen noch vor Einbruch der Dunkelheit
den Angriff auf Onhaye vorzutragen.
Erst als aus eigenem Entschluß bei beiden Stoßgruppen
der Angriff auf Onhaye längst im Gange war, erreichte
der vom Kommandierenden General des XIX. Armeekorps
bereits viele Stunden zuvor erlassene Befehl zum weiteren
Vorgehen auf Onhaye gegen 7 Uhr abends die beiden
Sturmkolonnen in Onhaye selbst.
Von Lenne aus rückte der DOberst Stephani mit dem
I. Bataillon des Infanterieregiments 104 und seinem
III. Bataillon in vordersier Linie vor. Links gestaffelt folgte
das II. Bataillon Infanterieregiments 181.
Während des Vorgehens wurden jenseits Onhaye gegen
6 Uhr abends starbe feindliche Kolonnen sichtbar, die offenbar
zum Gegensioß ansetzten. Trotzdem wurde der Angriff
bis dicht an den Südostrand von Onhaye herangetragen, in
loser Verbindung mit der Angriffsgruppe der 48. Infanteriebrigade
rechts davon. Erst die völlige Finsternis setzte
hier dem wilden Feuerkampf ein Ende. Oberst Stepham
ließ die Wacht am Rhein singen, um das gegenseitige Erkennen
zu erleichtern.
Bei der rechten Angriffsgruppe war Generalmajor Kaden
aus den Gebüschhängen oberhalb von Freyr mit acht Kompagnien
des 106. Infanterieregiments unter Oberst Kohl
etwa gleichzeitig wie die linke Sturmgruppe des Obersten
Stephani in den Ortsrand von Onhaye eingebrochen. Linko
hatte sich ihm die s. Kompagnie Infanterieregiments 107
unter Hauptmann Holtzsch angeschlossen und bildete die
Verbindung mit der Gruppe des Obersten Stephani. Aber
nach rechts hin verhinderte das zerklüftete, mit Waldstücken
besetzte Bergland jeden Ausblick nach der Kampffront des
XII. Armeekorps zu. Der Abend brach schnell herein, Waldstücke
und Querschluchten schlossen jede Verbindungsaufnahme
nach rechts aus.
Kaum war Onhaye genommen, als ein feindlicher Gegenstoß
einsetzte. Gleichzeitig ging der Ort einheitlich, wie auf
Verabredung in Flammen auf. Wahnsinniges Schießen
setzte ein, Hurrarufe, französische Hornsignale, das Rattern
der Maschinengewehre und die einschlagenden französischen
Artilleriegeschosse verursachten einen sinnbetäubenden Lärm.
Trotzdem hielten die noch des Krieges ungewohnten
Mannschaften in dem brennenden Orte zähe aus. Erst um
Mitternacht führte General Kaden die übermüdeten Kämpfer
bis zum nächsten Waldstück zurück. Dort fanden sie
wenigstens etwas Ruhe und standen besonders günstig, um
einen etwaigen nächtlichen Vorstoß des Feindes gegen die
Maas zu flankieren. Auch Oberst Stephani hatte seinen
Leuten gegen 11 Uhr nachts bei der Ferme Froidmont
südlich außerhalb von Onhaye Ruhe gewährt.
Die Verluste
Bei den tapferen Draufgängern, den 18lern, waren
neben 31 Toten, 3 Offiziere und 66 Mann verwundet,
darunter ein Bataillonskommandeur, Major von Criegern
und 2 Hauptleute, Wicke, 9. Kompagnie und Werner,
6. Kompagnie. Auch hier war der Verlust an tapferen
Unterführern, Leutnants, Feldwebeln und Unteroffizieren
unverhältnismäßig hoch. Eine Woche später sollte auch
der Oberst Stephani, der in seinem Negiment den frischen
Angriffsgeist durch sein glänzendes Beispiel erweckt hatte,
beim Angriff auf Guincourt den Heldentod finden. Kurz
vorher hatte er am 26. August mit seinen braven Batail-=lonen
Fumay erstürmt, eine besonders schneidige Leistung
bei dem dortigen schwierigen Berggelände.
Die Verluste waren bei den anderen Sturmtruppen der
24. Infanterie-Division noch geringer. Sie betrugen beim
XIX. Armeekorps insgesamt 22 Offiziere, 434 Unteroffiziere
und Mannschaften, davon 4 Offiziere und 80 Mann
tot, sowie 50 vermißt.
Bei dem gesamten XII. Armeekorps, das einen vollen
Tag hindurch den schweren Ortskampf in Dinant und in
den anschließenden Uferorten geführt hatte, wurden 11 Offiziere
und 91 Mann als tot beklagt, 13 Offiziere und 328
Unteroffiziere und Mann waren verwundet. Nur vier Mann
wurden vermißt.
Das XII. Reservekorps, das nur mit der 23. Reservedivision
an der Erzwingung des Maasüberganges beteiligt
war, hatte am 23. August fast gar keine Verluste.
Der Gesamtverlust der dritten Armee am 23. August beträgt
46 Offiziere, 907 Unteroffiziere und Mannschaften,
verursacht durch einen Gegner, der in vorderster Kampflinie
mindestens die Stärke der Franzosen bei Weißenburg
1870 gehabt haben dürfte. Bei Weißenburg waren französischerseits
zunächst 8 Bataillone, 18 Geschütze und 8 Eskadrons
eingesetzt, dazu kamen später noch 6 Bataillone.
An Infanterie dürften nach den bisher hier vorliegenden
Nachrichten die Franzosen an der Maas am 23. August
10914 etwa gleichstark, an Artillerie aber bedeutend stärker
gewesen sein. Jedenfalls waren 12 Infanterieregimenter
(Nr. 33, 37, 41, 43, 73, 148, 208, 233, 243, 247,
273, 275) ganz oder mit Teilen, als am Kampfe an der
Maa# beteiligt durch Tote und Gefangene festgestellt worden.
Dazu kommen für die Beurteilung der Verlustfrage
für 1914 als beinahe entscheidend noch Maschinengewehre
und Kampfbeteiligung der Bevölkerung. Trotzdem sind
die Verluste bei den Sachsen an der Maas 1914 überraschend
gering, gegenüber denen der deutschen dritten Armee
bei Weißenburg, wo sie nach dem Generalstabswerk
(Band I, S. 199) insgesamt 91 Offiziere und 1460 Mann
betrugen. Davon entfielen 1870 allein auf die Königsgrenadiere
23 Offiziere und 320 Mann.
Auch der Vergleich mit dem Kampfe um die Saarfront
bei Saarbrücken—Spichern am 6. August 1870 entbehrt
nicht des Interesses. Der Tag von Spichern kostete nach
dem Generalstabswerk den Deutschen 223 OffizJiere und
4648 Mann.
Dabei standen bei Spichern nur 3 französische Divisionen
mit 30 Bataillonen (Generalstabswerk Band I, S. 373)
den weit überlegenen deutschen Angreifern gegenüber.
In der aufgeregten Stimmung der ersten Kriegszeit
waren die unglaublichsten Nachrichten über die furchtbar
hohen Verluste bei Dinant in der Heimat verbreitet. Die
wirklichen Verluste waren tatsächlich viel geringer als die
unter ähnlichen Verhältnissen bei Kriegobeginn 1870. Sie
kennzeichneten vortrefflich die verständnisvolle Friedenserziehung
des deutschen Heeres sowie das erfolgreiche Bestreben
der deutschen Führung von Kriegsbeginn an, mit