Full text: Staatsbürgerliche Belehrungen in der Kriegszeit. Band 2. (2)

110 F. Lusensky 
Seeland sehr wesentlich in Betracht, für Kreuzzuchtwolle auch Großbritannien, 
Frankreich, Belgien und Rußland. Von der Gesamteinfuhr des Jahres 
1913 von 218 000 Tonnen entstammten dem feindlichen Auslande 130 000 
Tonnen. Die Einfuhr von Kammzug und Garnen erfolgte bis auf kleine 
Reste aus den feindlichen Staaten. Mit Baumwolle versorgen uns in erster 
Linie die Vereinigten Staaten von Amerika, daneben Britisch-Indien und 
Ägppten. Von der Einfuhr des Jahres 1913 mit 478 000 Tonnen Baumwolle 
und 43 000 Tonnen Ernteabfällen entfielen auf die genannten englischen 
Besitzungen etwa 104 000 Tonnen. An Baumwollgarnen lieferte Groß- 
britannien etwa zwei Drittel der deutschen Einfuhr (1913 von 35 000 Tonnen 
22 000). Die Einfuhr von Flachs und Flachswerg erfolgte ganz über- 
wiegend aus Rußland, die Einfuhr von Hanf und Hanfwerg zwar auch in 
erster Linie von Rußland, doch auch zu einem bedeutenden Teile aus Italien; 
mit Leinengarnen hingegen versah uns in etwa gleichen Anteilen Belgien 
und Österreich-Ungarn, in geringerem Maße Frankreich und Großbritannien. 
Für den Bezug von Jute kommt fast ausschließlich Britisch-Indien, für den 
Bezug von Jutegarn Belgien, Frankreich und Großbritannien in Betracht. 
5. An der Versorgung Deutschlands mit Kautschuk nehmen die ver- 
schiedensten Staaten Südamerikas (in erster Stelle Brasilien), Afrikas und Asiens 
teil, darunter britische, französische und belgische Besitzungen. Auf die Bezüge 
aus feindlichem Gebiet entfielen 1913 von einer Gesamteinfuhr von 20 500 
Tonnen etwa 9000 Tonnen, davon fast die Hälfte auf Britisch-Indien. 
Die Beteiligung der feindlichen Staaten an der Versorgung Deutschlands 
mit Häuten und Fellen zeigte 1913 folgendes Bild: Von der Gesamt- 
einfuhr von Kalbfellen von 30 000 Tonnen entfielen auf das feindliche Aus- 
land zusammen 18 000 Tonnen; an Rindshäuten kamen von einer Einfuhr 
von 168 000 Tonnen auf das feindliche Ausland 52 000 Tonnen. Beim 
Bezuge von Rohhäuten von insgesamt 13 300 Tonnen waren Großbritannien, 
Frankreich und Rußland mit 5500 Tonnen beteiligt, beim Bezuge von Lamm- 
und Schaffellen (insgesamt 18 000 Tonnen) dieselben Staaten mit 3500, 
dazu Algerien mit 1000, Italien mit 500 Tonnen, von Ziegen- und Zickelfellen 
(insgesamt 11 000 Tonnen) das feindliche Ausland mit etwa 3100. 
An Gerbstoffen sind die feindlichen Staaten nur dadurch beteiligt, 
daß der Bedarf an exotischen Gerbrinden (Mimosa, Mangrove u. ä.) über- 
wiegend von Britisch-Südafrika geliefert wird (1913: 30 500 Tonnen von 
einer Gesamteinfuhr von 45 000 Tonnen). An Gerbstoffauszügen entfällt 
der Hauptteil der Einfuhr von Eichenholz-, Fichtenholz- und Kastanienholz- 
auszug auf Frankreich und Italien, 1913 von insgesamt 36 000 Tonnen 
23 000 auf Frankreich, 8000 auf Italien. In Guebrachoholzauszügen ist 
die belgische Einfuhr von einiger Bedeutung. 
von den zur Pelzwerkbereitung eingeführten rohen Fellen entfällt 
etwa der dritte Teil auf Rußland, Großbritannien und Frankreich, von den 
ganz- und halbgar eingeführten Fellen mehr als die Hälfte auf diese Staaten 
und Belgien. 
In der Versorgung Deutschlands mit Mineralölen steht Rußland im 
Wettbewerb mit den Ver. Staaten, Rumänien und Österreich-Ungarn. Es