Full text : Der Mündliche Vortrag. Erster Teil. Die reine und deutliche Aussprache des Hochdeutschen. (1)

Die  Ganmenlanter.  43

Uhung.  —  Gegoren,  geboren  geronnen,  gequollen  gekämmt,
gehemmt  gehangen,  gegangen  gedämpft,  gekämpft  geerbt,  gegerbt!
gekaut,  gehauen  gehalten,  gegolten]  gekehrt,  geehrt]  Geklapper,
geladen]  Geklatsche,  Gepatsche  gekeimt,  geeint)  gegossen,  Genossen
gealtert,  gekeltert  geglänzt,  geschwänzt!  Gehalt,  gequalmt  gekerbt.
gefärbt  i  gebettet,  geglättet  gekitzelt,  gewitzelt!  geglommen,  genommen
gekleidet,  geleitet)  gelockt,  geglückt!  geklungen,  gelungen  geschlichen,
geglichen  gekeimt,  geerntet  geliebt,  geglüht  )  gekommen,  gesonnen
geendet,  gegönnt  gekannt,  genannt  gehoben,  gegraben  gelüstet,
gekostet  gegriffen,  geschliffen  gebrochen,  gekrochen  gelocht,  gepocht.

§  73.  In  den  Zusammensetzungen  einzelner  Wörter  mit
„weg“"  stoßen  oft  zwei  Gaumenlaute  auf  einander.  Man  achte
dabei  darauf,  daß  das  g  in  „weg"“  sehr  gelind  und  nicht
hart  anschlagend  ausgesprochen  wird,  damit  „weggehen,  wegkommen“
  nicht  wie  „weckgehen,  weckkommen“  lautet.

Ubung.  —  Weggehen,  Weggang,  weggabeln,  wegkommen,  weggewöhnen,
  wegkehren,  weggießen,  wegkönnen,  wegkriechen,  weggebrochen,
weggefallen,  wegkramen,  weggelaufen,  wegkarren,  weggegeben,  wegkaufen,
weggebracht,  wegkeltern,  weggegangen,  wegknicken,  weggerannt,  wegkochen,
weggehoben,  wegkratzen,  weggeschenkt,  wegkriechen,  weggeritten,  wegküssen,
weggefahren.

§  74.  Das  k  kommt  sehr  häufig  verdoppelt  vor  und  wird
dann  immer  ck  geschrieben  (Nacken),  ausgenommen  wenn  durch
Zusammensetzung  zwei  k  zusammenkommen,  z.  B.  starkknochig.
Das  verdoppelte  k  wird  sehr  scharf  anschlagend  gesprochen.

Das  g  kommt  wie  alle  weichen  Buchstaben  sehr  selten  verdoppelt
  vor  und  muß  dann  sehr  gelind  anschlagend  ausgesprochen
werden.  Baggern,  ackern;  Dogge,  Docke;  Roggen,
Rocken;  Flagge,  flackern;  Egge,  Ecke;  flügge,  flicken;
schmuggeln,  suckeln.

§  75.  Geht  vor  g  oder  k  ein  n  voraus,  so  werden  beide
Huchstaben  in  einen  Gaumennasenlaut  zusammengezogen.  Der
Rücken  der  Zunge  legt  sich  gegen  den  Gaumen  und  der  Atem
eht  durch  die  Nase.  Dabei  müssen  u  und  ur  sehr  genau  unterscheeden
  werden.  Bei  diesen  beiden  Lauten  ist  die  Umgangssprache
  sehr  nachlässig  und  deshalb  die  größte  Sorgfalt  notwendig.
  ide  Laute  kommen  nur  am  Ende  der  Silben,  also
nur  auslautend  vor,  der  Vokal  vor  ihnen  ist  immer  geschärft,
nie  gedehnt.  Das  ug  verschmilzt  zu  einem  Laute.  Es  tönt  nach.
Bei  dem  uk  entsteht  derselbe  Laut,  wobei  noch  das  k  scharf  an-