und Teiertage).
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EHPe#r#echer: Verlag und Nedaktlon Nr. 72, Inseralen-Abtellung Nr. 23.
Ansnahme der Sonn-
" N####er 40 Kalh.: Juliana
Der Gerichtshof der Menschheil.
Die neue Wilson-Rede ist eine geschickte Fortsetung.
der Versuche, Deutschland auch politisch
zu isolieren. Er spendet dem Graseen
Czernin schier uneingeschränktes Lob, während
er den zunrafen Hertling recht kühl und fast
abweisend andelt. Wisson unterstellt sogar
dem Grafen vechanden. Gedankengänge und Ziele,
die bei #ehrer Ausführung gerade## die
Sicherheit und Lebensfähigkeit des Deutschen
Reiches untergraben würden. Das trifft insbesondere
zu für die dem Grafen Czernin unterschobene
Absicht, ein unabhängiges Polen aus allen
Vändern zu schaffen „die zweisellos der polnischen
Rasse angehdren.“ Ein solcher Plan würde die
Loslösung erheblicher !n5 er und deutscher
Gebietsteile in sich schließen. Wilson zs recht
Cut, daß er mit einer solchen Methode, Jerwürfnisse
zwischen die Bundesgenossen zu werfen, auf
dicht geringe Unterstützung in den beteiligten
Ländern selbist rechnen kann. Der Ententeplan
felle ja von Anfang an darauf hin, zwischen
Deutschland und seinen Bundesgenossen Gegensahe
und unüberbrückbare Klüfte zu schaffen.
Wilson hat sich schon immer zum Sachwalter
gerade solcher Bemühungen gemacht.
Aber auch nach einer anderen Richtung sehen
urr jetzt die Bemühungen der Entente zielen.
Wir haben vor einigen Tagen an dieser Stelle
auf die geplante seiehe Pro handa bingewWiesen,
die unter der Parole: *#re mit Luden--lorff“
in Szene gesetzt uenen soll. Wilsons
Rede ist ein Mittel, um diese Propaganda zu
lancieren. Geflissemlich spricht er mit besonderem
Nachdruck von „den militärischen Herren
Deutschlande“, den „Woartführern der deutschen
Militärpartei““. Diese Kreise ständen der Schaffung
einer Frieden, so wie freilich Wilson ihn
sich vorstellt, im Wege. Man geht auf! ichts geringeres
aus, als das deutsche Voll im Vertrauen
zu seinen mil tärischen Führern Hindenburg und
Ludendorff zu erchüttern, denn man ist sich keinen
Augenblick im Iweifel darüber, daß eine Agitation
gegen General Ludendorff auch den Feldmarschall
Hindenburg. unsnel!. des innigen Verhältnisses
dieser beiden Mämer berühren müßte.
Diese teuslische Taltik, die an Verworfenheit: und
Naffinesse alles biaherige noch übertrifft, wird
aber, dessen sind wir sicher, an der einmätigen Entichlossenheit
des deutschen Volkes, das weiß, wieviel
es seinen beiden großen Feldherren zu danven
hat, gründlich scheitern.
Wilsons neue Rede läßt mit voller Klarheit
das amerikanische Kriegsziel erkennen. Es geht
auf nichts anderes hinaus, als auf den Ansspruch
Amerikas nach der Rolle des
Weltrichtere. Mit groher Geste weist Wilson
auf den „Gerichtshof der Menschheit
hin “ und er fragt mit tönendem Pathos den
Grafen Hertling, ob er denn nicht „verstehe“,
daß er vor diesem Gerichtshofe spreche. In diesen
Ausführungen Wilsons liegt der Kern seiner
Nede und der Schlüssel zu seinen Absichten: Ame ·
rika verlangt. daß es keine politisch: oder terriloriale
Frage geben dürfe, an deren Lösung
Amerika nicht beteiligt wäre, oder deren Erledigung
es nich! gestimmt hätie! Daher tvendet sich
Wilson mit großem Eifer gegen den (Perklingschen
Standpunkt, daß wir die strittigen Fragen im
Osten allein mit Rußland, die im Westen allein
mit Frankreich usw. kühren. Der „Gerichtshof der
Menschheit“ seu also eine Einrichtung werden, die
einzig und allein der von Amerila beanspruchten
Rojle eines Weltrichters zugute komml. Amerika
Uätte dann mit England die allerschönste Gelegenheit,
sich zum Kontrolleur der ganzen Welt
auszuspielen.
In diesen Gedankengängen ist auch das Verständnis
für die Starrheit der Entente zu suchen.
Es geht für sie fürwahr um ein hohes und großer
Opfer und Mühen würdiges Ziel. Die Gründe,
Weshalb sich gerade Amerika so ei t für diesen
Gerichteho der Menschheit“ ins Jeug legt, sind
recht llar: Amerika fürchtet eine Verständigung
Deutschlands mit Rußland, die
natürlich ihre Rückwirkungen auf Japan haben
müßte. Und bier in der sapanisch-amerilanischen
Frage isl der wunde Punkt! Amerika
Die einspalfigr Petilzelle Im Annelgentell kostel 15 Pla., die P
Die Annahme von An:eigen, Relumen und Vellagen erfoigt v###
Haasenlieln & Vogler, .-H., Nosenhem,
Schub der Anzeigen-Annahme 12 Uhr mi.##.
lse de Xcklametell 40 Pl.
#4 Kunnuen-Expedition
ii, Islau. Cassel ullw.
München, Nurnbern, Ve
1 Tagölast
Amlliches Publikatlions-Organ
Samstag, 16. Februar 1918
Slurm gegen Llopd Georpe.
Vor den Schlachtenwettern im Westen. — Beendigung der Besprechungen
im Großen Hauptquartier. — Die Friedensbiskussion
zwischen Wilson und Czernin foll fortgesect werden.
Lebhafte Feuertätigkeit in der Champagne.
und England haben das allergrößte Interesse
daran, die Bildung eines Bundes der Festlandsmächte
zu verhindern. Ein solcher Bund würde
allerdings die engl#ch-amerilansschen Welttwachtspläne
sehr empfindlich Lurchkreuzen. Darum
soll jetzt nichts geregelt werden, ohne daß
England und Amerika Gelegenheit hälten, diese
Fragen in ihrent Sinne zu bestimmen.
Von dicsen kritischen Einwänden abgekehen,
möchten wrr allerdinge der Auffassung Raum geben,
daß die neuesten Wilsons'chen Auslassungen
immierhin in verschiedenen Punkten zu einer ernsthaften
Auseinandersetzung die Crundlagen zu
bieten scheinen. Wilson sprach es selbit aus, daß
seine Vorschlage persönlicher Natur und nicht
etwa als unabänderlich und endgültig anzusehen
seien. Damit wird das ausgesprochen, was wir
an dieser Stelle von Anfang an als allerersle
Voraussetzung für eine Beendigur des Krieges
gefordert haben: das endlich einmal eine Verhandlungegrundlage
Keschaffen wird,
auf welcher die Parteien allesamt zu ureren in der
Lage sind. Das Bemühen des Papftes ging
vorab nach dieser Richtung. Wir mussen uns
endlich eimnal aussprech en können. Vorausbon
für ene eripriehliche Führung einer solchen
Ausst: prache ist niturgemauß der beiderieitige
ehrliche Wille, zu einem den wohlverstaudenen
Interessen gerecht werdenden sriedlichem
Abschluß zu lommen. Diesen hrlihen Willen
vermissen wir noch bei der Entente, die sich immer
von neuem in haßerfüllten Kundgebungen und
in dem Rufe nach weiterer Fortsetzung des Krieges
ergehl. Wir und unsere Verbündeten erstreben
michts anderes, als die Sicherung unserer Volker
vor neuen kriegslüsternen Koalitionen, und
wir r chen jedem die Hand, der gewillt itt,
ehrlich und aufrichtig zu dem gleichen. dem wirtlichen
Wohle der Menschheit emsprechendem Jiele
beizutragen.
Furchibare Enkladungen der
Schlachkenwekler
stehen an der Westfront bevor. Der Zeitpunkt.
wann der Stumx wohl der fürchterlichs e des
Weltkrieges — losbrechen wird, ist nur unserer
Obersten Heeresleitung bekannt.
wird in ihren Entschliesungen von den verschie-
Aber auch sie
densten Einflüssen abhängig sein. Unfere Feinde
zerbrechen sich seit Wochen bereits den Kopf. wann
und wo ihre Stunde schlagen wird. Auch in dieutralen
Ländern sieht man dem kommenden Titanenkampf
an der Westfront mit größter Spinnung
entgegen. Sosschreibt die deuferershe
Zürcher Post unter der Ueberschrift: „wisschen
Abgrund und Rettung“:
Nach einer englischen Meldung trennen und
noch etwa vierzehn Tage von der deutschen
Offensive, diesem neuen Krieg, der, n surchlbarem
Preislauf, wieder im Wessten beginnen und
der alle Schreden dioser Kriegsjahre zu angehenrer
Wildheit steigern soll. Vierzehn Tage ir
eine kurze Frist und die Staatemänner. die jett.
unter dieser furchibaren Drohung, ve rzweifelle
Bemühungen zur Erreichung einer Vernändigung
machen, müsen sehh beeilen. Der Eim̃at ist der
Mühe wert: auch wenn der Wert des Wernschen- .»
lebens in diesem Kriege erheblich gesunken iit. so
ijt doch immerhin zu bedenlen, daß die neue OCfsensive
im Westen und der neue Nrieg, der daraus
emporwachsen muß, einige Hunderktausend kräfliger
Männer vernichten wird, daß er den Untergang
des alten Europas nahezu sichert und den
Grund legt, daß das Schwergewicht der Welt von
Europa weg nach anderen Völkern verlegt wird.
Eile tut daher not und nicht mur dieses: Not Kut
vor allem Gewissensaufrüttelung diesseits
und jenseits des Ozeans, denn Die Last, die
jene zu kragen haben, die für das Weitergehen
dieses Krieges verantwortlich sind, ist zu furchtbar,
zu entfel ch, als daß menschliche Maße sie
erreichen.
Das Zürcher Blatt sieht in Wilsons neuer
Rede eine Möglichkeit zur Verständigung.
:*# „
Nahezu hyiterisch benimmt sich se#t Wochen die
Agence Havas in Erwartung der kommenden
Kämpfe. Seit Neueltem ergeht sie sich in Rätselraten
über die Verteilung der militärischen
Kraste der Mittelmächte. So meldet sie:
Dinssio V sind an der mee donipchen »
-skont 2 o tkrkuchtscksH JdculsiyeunblZuls
garische. Die Deutschen und die Oesterreicher
haben ihre Kräfte nicht verflärkt. Es ist möglich,
daß die Oeutschen ihre Truppen zurückz'ehen
werden. 89 Dwisionen anstatt 115 sind an der
russischerumänischen Front, 61 deutsch=
33 5österreichische, 12 bulia rische und 2 turkische.
Die deuischen und öerreichischen Trupnen
sind geschwächt und ohne Kampfwert. Die
guien wurden bereits mit Artillerie- und Aviatikmaterial
an die Westfront verschoben. 44 kürkische
Kiisionen sind an der asiarischen
Front. In Italien sind 42 anstalt 45 Divisionen
(3 seutsch= Divisionen anflatt der fräheren
7). Vor den Franzosen und Engländern
seehen 173 deutsche Divisionen, 112
in der Linie und 62 in Reserve, anatt von 154
im Dezember. Von diesen 20 Dioisionen, die
mehr sind, scheinen 16 aus Rußland und vier aus
Italsen gekommen zu sein. Von österreicht schen,
mrk. schen und bulgarischen Divisionen wurde
bielang nichts vermerlt. Oesterreich entsandte
Vatterien schwerer Artilierie. Das „Echo de Paris“
schließt, daß die franz ösischen und englischen
Armeen in weitgehendem Maße unter einer energischen,
und klaren Leitung geeinigt sind und beseelt
on glühendem aiotie zmur.
Die neue koge! im Östen.
* Wien, 11. 2. Eine aus Brest-Litowok
zurückgekehrte diplomatische Personlichkeit sagie
einem Pressevertreter:
An der Ostfront mußte im allgemeinen
Interesse eine politische Bresche geschlagen werden.
Das geschah durch den Friedensschluß mit
der Ulraine, der Trotkis und Rumäniens Haltung
beeinflussen mußte. Von Rumänien ist in
nächster Zeit zu erwarten, dah es die Folgen aus
dem utrainischen Frieden zieht.
Der Friede mit der Ukraine war nur
ducch naticnale Konz ze sionen wegen des Cholmer
Landes erreichbar. Die genauen Grenzen werden
erst durch eine Kommission bestimmt werden,
der auch polmsche Mitgliecder angehoren werden,
und zwar nach den ethnograph'schen Verhaltnissen
und den Wünschen der Bevollerung. also nach
dem Selbstbestemmungerechte des Volles. Ucbrigens
überwiegt in dem der Urraine zugeteilten
Gebiete das ukrainische Element. Darum ist #s
ganz unbegreiflich und auf das Entichiedenste
zurückzuweisen, daß der Pelenkiub des Reichsrals
dagegen remonstriert und die innerpolituschen
Zustände in Verbindung bringt und das Parlament
gefährdet. Dieser Widerstand der Polen
Wendet sich gegen das greisbare Interesse
der Monarchic und gegen die Wunsche der Mehrheit
der Bevöllerung.
#t.: Juliana ", 64 Jahraus
Der Waffenstillstand mit *u
land läuft automatisch weiter, solange er ni
gelündigt wird. Wir kündigen ihn mnicht,
erklären aber auch nicht das Aufhör en des Kriegs
zustandes, weil wir uns nicht die Hände binden
wollen, zumal die Haltung Rußlands zur Ukraine
ungewi iß ist. Es in anzunehmen, des ein regelrechter
Frie denoschluß mit Rußland nicht in allzu
weiter Ferne liegt, da die inncron ilischen Verhãlinissie
Ruhland zwingen werden, auf den Plan
der Welt- Nevolutionierung zu verzichten und den
Wirischaftsverkehr mieder aufzunehmen.
Die ersten deutschen Austauschge
sangenen.
7“ Warschau! 14. 2. Hier sind die ersten
deutschen Aus tauschgeja- ige#nen, etn 1000
Mann, aus Nübland eingetroffen.
Regelung der Wirtschaftsbeziehungen
zur Uklraine.
* Berlin, 14. 2. Wie die „Vofl. Stg.“
hört, beginnen heute nachmitlag im Ausmä#tten
Amt Verhandlungen zusschen Verrreier## Oe#ster-.
reich Ungarns und des Deulichen Reiches über die
Regelung der duirch den Friedensvertrag angeknüpften
wirtsch#aftlichen Beziehungen zwischen den
Mittel###échten und der AUlraine.
Kiew in den Händen der Bolschewilt'
GVBerlin, 14. 2. Ueber die Lage der Kiewer
Rada ist bchonntlich gemeldet worden, daß
diese ihren Sim nach Schitomir verlegt habe.
Wenn auch noch nichts näheres darüber gemeldet
worden i, 10 kann man doch immerhin auf
Schwierigleinen schliehen, die der Rada entstenden
sein können. Mun muß min der Möllhkeit
rechnen. deh Kiew in die Hände der B olsche.
wili gefoilen ist. Allertings war #a on voberein
darauf bisen eien worden * men . 1.
ncsfalls mit einer banien Ernznn cr#
Getreidebeüünde aus der Ukr aine 5 rechen
hatte.
Die
Beratungen im Großen Harustguartier.
*“ Berlin., 14. 2. (Privtiel.) Die Beratungen
im Groben Sauptquartier, die gesurn
stattfanden, sind noch nicht al schlosien, baben aber
bereits zu ein. r vollnänd: gen leerei mimmung
der politischen und melitärischen leitenden Stellen
geführt.
szum Abbruch der Verhandlungen
in Brest-Litowsk
wird uns van geschänter Seite geschrieben:
Die Ruffenregierung hat in Bren-Lowsk
durch ihren Bevollmachtigten Srati am 10.
Mts. neben der Abrunung ihrer Rampflinien
d neben der Beendigung des Kricaszuflandes
ihre leig ertlärt einen Friedene vertrag
zu unterschre Demzufol: ge haben umere
Vevollmächtig:e n sru L.tn«vkl«mn·
Wicistesgckommcmd«1ßdic1::åtgutchoffnung
dort begennenen Friedensverhandlungen
solch ein plönzlicher, ergebnisleses Ende gefunden
haben?
Das ist nicht schwer zu erllären. Die Vorausle
bung fur jede derartige Veratung“ ilt. daß die
um Vertragsabschluß Bevollmächligten das
W ohl ihres Landes und Volles crunlich
ammreben. Das war bei Trozi und seiner Regierung
nicht der Fall. Diesen Leuten in es garn
gleich, ob das Russenvoll leidel und hungert u.
blutet und stirbt und verdirbl. wenn Kur sie in
der greuclvollen Unerdumg des eigenen Landes
die Macht behalten und die trülselige Ooffnung,
dlese allgemeine Auflösung auch anderen
Staaten und Bollern einzuimpfen. Ob
dabei die Arbeiter, in deren - sie 31
handeln rorgeben, in numenlesem“ Jammer und
Elend versinue n. das kummert sie nicht im Geringsten,
sie jugen dem Wahnbild nach, auf dem
Weg der Vernichiung alles Besines nund alles
Bestehenden ein neues Welteegimen! zu scheffen.
in welchem sie, nicht zu ihrem-Machteil, die undeschränkte
Herrschaft an sich reißen und führen
können. Mit solchen Menschen ist jede Verhundlung
undenlbar. Den Patrioten des feindlichen