Volltext : Großherzoglich Sachsen Weimar-Eisenachisches Regierungs-Blatt aufs Jahr 1831. (15)

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g  .  57.
Das  Consilium  abeundi  wird  geschärft  dadurch,  daß  die  Aeltern,  Vormünder
  und  Verwandten  des  Konsili#rten,  oder  auch  die  Landesobrigkeit  seines
Geburts=  oder  Aufenthaltsortes  davon  in  Kenntniß  gesetzt  werden.  "

g.  58.

Die  Relegation  ist  die  haͤrtere  Art  der  Verweisung  von  der  Universitaͤt  und
der  Entziehung  des  akademischen  Buͤrgerrechtes.  Sie  ist  jederzeit  mit  einer  oͤffentlichen
  Bekanntmachung  verbunden,  welche  in  Jena  am  schwarzen  Brete  angeheftet,
  und  den  befreundeten  Universitäten  zugesandt  wird.

#.59.

Die  Relegation  wird  entweder  auf  zwey  Jahre,  oder  auf  vier  Jahre,  oder
auf  immer  erkannt.  Sie  kann  geschärft  werden  durch  eine  besondere  Bekanntmachung
  an  die  Landesobrigkeit  des  Bestraften,  und  im  zweyten  Grade  durch
eine  weitere  öffentliche  Bekanntmachung  in  den  Zeitungen,  mit  oder  ohne  Angabe
des  Vergehens.

S.  60.

Die  mit  dem  Consilio  abeundi  oder  der  Relegation  Bestraften  sind  des
besonderen  Schutzes  der  Universität  verlustig.  Sie  haben  sich  an  dem  Tage,  an
welchem  ihnen  das  Erkenntniß  eröffnet  worden,  noch  vor  Sonnenuntergang  aus
der  Stadt  zu  begeben  und  dürfen  sich  derselben  während  der  Strafzeit  in  einer
Entfernung  von  zwey  Meilen  nicht  nähern.

Wer  diese  Bestimmung  nicht  achtet,  hat  als  Konsilürter  Relegation,  als
Relegirter  Schärfung  der  Relegation  oder  noch  härtere  Maßregeln  zu  erwarten.

61.
Die  Festungsstrafe  wird  in  außerordentlichen  Fällen  auf  den  Bericht  des
Senats  von  den  höchsten  Erhaltern  erkannt.

#  62.
Haus-Arrest  und  Stadt-Arrest  sind  nicht  Strafen,  sondern  nur  Sicherheitsmaßregeln.
  Auf  den  Bruch  dieser  Arreste  folgt  aber  als  Strafe  die  Verweisung
von  der  Universitct  des  einen  oder  des  anderen  Grades,