385
merer sicherheit dieser offtgenanter gabe, habe ich Benisch mein Insigel
an diesen brieff gehangen, des mein bruder obgenandt vnd alle vusere
erbenn vnd nachkomen, hierzu mit sollen gebrauchen, der gegeben ist
nach Christi geburth dreytzehenhundert, darnach In dem funff vnd syebeutzigsten
Jar, Ann dem tage Sancti Floriani 7) des heiligen Merterers,
negst dem tage der findunge des heiligen Creutzes gottes 2e. —
Die zweite Urkunde aber besagt, daß Heyde, Burggraf
zu Donin, mit Willen seiner Brüder Jesske, Mull und Jahn
und auf Bitten des genannten Franz von Magdeburg, zu dem
Altare derselben Kapelle zunächst der Frauenkirche vor Dresden 39
Scheffel Wachsgetreide (halb Korn und halb Weizen) und
auf jeden Scheffel 4 Heller aus den Dörfern Strießen, Seidnitz,
und von Feldern um Dresden, besonders von einem Acker, genannt
der Lämmerzoll, dotirte, damit sich ein Capellan davon
ernähren und unterhalten könnte. Als Zeugen sind übrigens der
mühlberger Probst Nicolaus, Otto Mutzschaw, Friedr. v. Niemantz,
Hermann Klettenbach und wieder Hans v. Carlowitz auf Borthen,
sowie Albrecht Staupitz und der Dresdner Stadtschreiber
Peter Börner genannt. Die Urkunde lautet aber wörtlich, wie folgt:
In Gottes Namen Amen. Dieweyl aller gescheffnis Handlunge,
die Inn zeitlichen werden begangen von Menschlicher Natur, Vergenglickeit
wegen wieder nach gezeittlich vergehen vnd ewiglichen vergessen werden,
Es sey denn, das sie vors) werden befestiget mit schriefftlicher
bewerunge offener Brieffe, dauon wir Heyde von gottes gnaden?)
Burgkgraffe zu Donen Bekennen vnd thun kundt offentlichen mit diesem
kegenwertigen brieffe Allen leutten, die leutten, die Itzundt sindt,
Oder denne hernoch zu getzeiten da sein werden, die diesen brief
sehen, horen oder lesen, das wir mit willen vnd guttem rathe vnde
wissen vnser lieben Bruder Jesske, Mull, Jann, von einflusse gotlicher
gnaden vnd Inniger vorbilden vnsers Vaters vnd Ander vnser Eldern
vnd vorfaren seliger gedechtnus zu fleissiger merunge Gottes Dinsts
mergklich sinndt geneiget, das wir sonderlich durch got zu lobe vnd zu
ehren der loblichen reinen Mutter und Maidt Marien, Vusers Vaters,
vnser Mutter aller vnser Eltern vnd vorfarn vnser, vnser Erben vnd
nachkomen seelen seligkeit zu troste vnd zu gnaden Vnd auch den Bescheiden
Frantzen von Magdeburg etwan Bürger zu Dresden, vnsern
lieben getrawen, der vns vmb diese kegenwertige eigenschafft mit fleiße
Mogelin (Mügeln), Reinhard Karras in Maxen, Lutold von Schzerin (Ischieren)
und Peter Berner, sowie Hans Buling, Bürger zu Dresden. (Dat. am
Abend Elisabeth 1397.) Vgl. Schöttgen Opusc. minora. p. 114. ff. — Historischer
Nachtrag zum Rittergute Maxen. Dresden 1762. S. 8.
7) Auch ist der 18. Februar und 4. Juni ein St. Florianstag, da aber
hier steht: nächst dem Tage der Kreuzerfindung, so ist es der 4. Mai. —
8) Zuvor. — 9) Interessant deshalb, da sich die Burggrafen eigentlich
nie so schrieben. —
Sachsen-Chronik f. Verg. u. Geg, I. 5. 25