118 Verbeimlichte französische Einladung an die kleinen deutschen Höfe.
bemerke ich, daß die unvorbereitete, ich möchte sagen, verheimlichte Sinladung einer
Anzahl von deutschen Höfen ulnd] die darin liegende Tendenj, deren Beziehungen zu uns
ulnd] die nationale Verbindung Deutschlands zu ignoriren, Sleine) Mlajestät] dlen]
Klönig] bat unangenehm berübren müssen, ulnd) daß die Einladung der kleinen euro-
päischen Staaten ohne irgend welche Sondirung der großen Mächte über diesen Punkt,
mir von einer Ueberhebung zu jeugen scheint, der wir mleines] Elrachtens] nicht Vorschub
leisten dürfen.
*938. Telegramm an den Gesandten in Stuttgart
Frelherrn von Rosenberg'.
[Cigenhändiges Konzept.]
Verlin, den 16. Aovember 1867.
Die von Grankreich an Königreich Sachsen gerichtete Einladung zur Conferenz ist von
der Klöniglich) Sächsischen Regirung an das Präsidium des Alordsdleutschen) Bundes
verwiesen worden. Wir haben auf Grankreichs Einladung Erklärung abgelehnt, so lange
nicht feststeht, ob Dapfst ulnd]) Italien auf Conferen; eingehn, wer eingeladen ist, ulnd)
welches Frankreichs Programm. Ebenso England ulndl Rußland. Ueber Vorstebendes
äußern Sie Sich nur auf Befragen, keine Initiative.
*939. Immediaibericht.
[Kontdept von der Hand des Legationsrats Grafen von Wesdehlen.].
Verlin, den 17. Movember 1867.
Curer Königlichen Majestät beehre ich mich in der Anlage einen Bericht von Aller-
höchstdero Gesandten in Dresden vom 16. d. M., die Stellung Sachsens zur vorgeschlagenen
Konferenz über die römische Srage betreffend, alleruntertänigst vorzulegen und erlaube mir
gleichzeitig zu melden, daß der Königlich Sächlsische Gesandte mir im Auftrage seiner RNe-
gierung eine entsprechende Eröffnung gemacht hat. Baron Könneritz hat mir mitgeteilt,
daß der Kaiserlich Sranzösische Gesandte in Dresden Seiner Majestät dem Könige von
Sachsen die Einladung der Kaisers Napoleon zur erwähnten Konferenz überreicht habe,
Seine Majestät beabsichtige zu antworten, daß die Vertretung der Mitglieder des Aord-
deutschen Bundes auf einer derartigen Conferen dem Präsidium des Bundes zustebe, ulnd)
daß daher die Cinladung an Ew. Aloajestät!] zu richten sei. Blarson Könneritz richtete an
mich die Frage, ob Sw. Mloajestät! Regirung mit dieser Auffassung einverstanden sei. öch
habe dies bejabt= und nicht verfehlt, Baron Könneritz für die bundesfreundliche Gesinnung
Seiner Mojestät des Königs von Sachsen meinen Dank auszusprechen".
1 Das glesche Celegramm ging auch an die Missionen in Darmstadt und Karlsruhe, nach Karlsrube
s- veesDSo- trägt die Motik : „Marginalbemerkung Seiner Moajestät lauf der Ausfertigungl: Se-
legentlich ist auch meine Merkennung des Verhaftens Sachsens dem Könige auszusprechen. Wilhelm.
* Der Paslsus von den Worten an: „daß die Vertretung der Mitglieder ...“ eigenhändiger Sinschub
Bismarcks. . . —
-" Jirkulardepesche vom 20. Vopember in: Das Staatsarchio, XIV, 323; ferner
A Sresen dan is l liche, Iaen aus meinem Leben, III. 661.