170 Wilhelms I. Direktiven für weiteres Verhalten gegenüber Srankreich.
anderen Blätter vielleicht Herr von Moustier noch meinen kann; versichere aber auf das
bestimmteste, daß seine Schlüsse und Solgerungen aus der Sprache irgendwelcher Blätter
durchaus unberechtigt sind; und ersuche Ew. pp., dies bei jeder Gelegenheit entschieden
geltend m machen.
986. IZmmediatbericht.
[Ausfertigung.]
Am 10. Dejember hatte . Bernstorff aus London gemeldet: „Lord Stanley sieht
Konferenz als durchgefallen an, da Frankreich entweder gar kein oder doch nur Programm
vorlegen kann, welches Rouher ausgesprochen hat, und welches unannehmbar ist“. Dam hatte
König Wilhelm J. bemerkt: „Annehmbar wohl, wenn wir nur nicht den Känderbesi garantieren
sollen“. Am 11. ließ er Bismarck noch ein Billett solgenden Wortlauts zukomme
„AWMeine Bleistift Bemerkung zum Telegramm aus London Nr. 116, in Veroindung mit
dem Schluß Sbrer geltrigen Dép#che nach Paris — gemeint dürfte der vertrauliche Erlaß vom
11. (Nr. 984) sein, der bereits am 10. aufgesetzt war — wo wir die Vor-Conferen) noch anzu-
nehmen bereit sind, scheint mir ein Directif sein zu gsollen für Ghre heutige Belprechung mit
Benedetti, d. h. Vi nannhnbarkeit der Vo-Lonereh, aber nicht nach vorberiger
Ameb# der Tonferen; selbst, lo wie Wöglichkeit des ohierschem Drogramms, wenn
Dreußen nur nicht Baritihen Länder-Belitz garantiren soll, mit andern Worten,
Mufrechkerhastung des status quo
Ensin, wie ich schon einmal in einer Dépsche (Celegramm?) bemerkte, wir müssen ver-
meiden, daß PDreußen nicht in enker. F als Verhinderer des Aicht-Sustande-
kommens der Conferenz erscheine, was etzt schon in Poris (per Benedetti) ausposaunt
und aus unserer Stellung zum bOcrohlscher Wmß"“re vermieden werden muß. W.“
Auf diese Bemerkung des Königs, die erkennen ließ, daß er in diesem Moment doch eine
Annäberung an den franzölischen Standpunkt für möglich bielt, antwortete Bismarck mit einer
Darlegung, die von einer gebundenen Marschroute redete.
Berlin, den 11. Dezember 1867.
Euere Königliche Moajestät haben geruht, in dem Allerhöchsten Marginal zu dem
Celegramm des Grafen Bernstorff und den mir ferner Allergnädigst mitgeteilten Bemer-
kungen die Vicht hmbarkeit der Vorkonferenz, aber nicht nach vorheriger An-
nahme der Konferen) le l bltIowtedteMogltchkestdesRouherlchenProgramms,wenn
PreußenautmchtpapltltchenLandekbelttkgarantterenlollmitanderenWorten,
Aufrechterhaltung des status quo, als Direktif für die Verhandlungen mit Frankreich zu
bejeichnen.
Cuerer Königlichen Mojestät Absicht glaube ich dahin verstehen zu sollen, daß Aller-
böchstdiefelben die tatfächliche Möglichkeit dieses Ergebnisses als vereinbar mit den preu-
Hischen Snteressen, nicht aber die Sulässigkeit der ausdrücklichen Aufstellung desselben als
Programm oder Basis der Konferenz baben bezeichnen wollent.
Die erstere Auffassung habe ich mir in dem ganzen Gange unserer Beziehungen um
römischen Frage zur WAichtschnur dienen lassen. Der status quo und das Verbleiben des
Dapstes in Rom mit seinem gegenwärtigen Länderbesitz widerspricht an sich in keiner Weise
den nteressen Preußens, nur ist es für unsere Beziehungen zu Italien und zur evan-
gelischen Bevölkerung des eigenen Landes nicht ratsom, daß Preußen sich für definitive
Erhaltung dieses status quo binde' oder auch nur öffentlich ausspreches.
Der Rest des Absatzes eigenböndiger Zusatz Blsmarcks im Konzept von Abekens Hand. *--