8 Nationale Pflichterfüllung Basis des preuhischen Verhaltens zu Süddeutschland.
*1332. Erlaß an den Gesandten in Stuttgart
Freiherrn von Rosenberg.
lKonzept von der Hand des Vortragenden Aats Vucher.)
Bei einer Bücksprache, die Sreiherr v. Vosenberg laut eines Berichts vom 22. Februar
mit dem württembergischen Staatsminister Sreiherrn v. Varnbüler über den Zusammentritt
der Liquidationskommission gehabt batte, waren von diesem erbebliche Bedenken gegen eine
oftensible Beteiligung Freuhüscher Offin#ere bei der Verwaltung des süddeutschen Festungs-
materials und bei den Veratungen der m berufenden süddeutschen Festungskommission (ogl. dam
Nr. 1328, Vorbem.) ausgesprochen worden. Varnbüler berief sich dabei auf die Stimmung
der württembergischen Kammermehrheit: sobald diese erfahre, dah preußische Offiziere zur
Inspektion in Ulm erschienen, würde sie keinen einzigen Kreuzer für die Sestung mehr
bewilligen. Von anderer Seite erfuhr Rosenberg, dab der eigentliche Grund für Varndülers
Haltung in den Velorgnissen vor Srankreich liege, das bei einem künftigen deutschen Kriege
in Württemberg das nächste Brandschatzungsobjekt sehen könnte. .
Berlin,den5.Mär71869.
Nach Ew. pp. Bericht vom 22. v. M. hat Herr von Varnbüler verheißen, darüber
nachzusinnen, wie er vor der dortigen Kammermajorität unser Verlangen rechtfertigen
könne, über das Festungsmaterial in Süddeutschland, woran wir Miteigentümer sind, eine
Mitaufsicht ausmüben. Wenn er auf den Gegenstand zurückkommen sollte, ohne den ge-
suchten Weg gefunden mu haben, so wollen Ew. pp. gefälligst bei der Sprache beharren,
die Sie gemäß meinem Erlaß Nr. 34 geführt haben, dieselbe aber stärker akzentuieren
und dem Herrn Minister sagen, ich würde es sehr schwer finden, an den Aeichstag eine
Jo unerwartete und verletzende Zumutung zu bringen wie die, daß wir uns der Mitauf-
licht begeben sollten über Objekte, an denen der NTorddeutsche Bund unbestritten und nicht
zum kleineren Teile Miteigentümer ist.
Ich lasse es dahingestellt, inwieweit die Berufung auf die Stimmung der Kammern
und der Bevölkerung wirkliches Motiv der Haltung ist, welche Herr von Varnbüler in
dieser Angelegenbeit beobachtet. Jedenfalls wird es durch die Art und Weise, wie er
lich gegen Ew. pp. ausgesprochen hat, gerechtfertigt und notwendig, der Vorstellung ent-
gegenzutreten, als ob die Erhaltung des guten Willens der Süddeutschen für uns in höherm
MWaße als für Süddeutschland eine Lebensfrage wäre. Sw. pp. wollen gefälligst die nächste
Gelegenbeit ergreifen, um das in schonender, aber bestimmter Weise zu tun und, während
Sie in betreff unseres nationalen Sinnes und unseres Interesses für die Süddeutschen den
Boden meines Sirkulares vom 7. September 1867: festhalten, den württembergischen Herrn
Minister daran zu erinnern, daß der Norddeutsche Bund sich bewußt ist, alle Bedingungen
internationaler Existenz in sich selbst zu tragen, ulnd] daß kein andres Bedürfniß als das-
jenige nationaler lichterfüllung die Basis unfres bisherigen Berhaltens zu SüddeZNtsch
land bildet".
1333. Immediatberlscht.
[Kanzleikonzept.p
m 19. Februar bils jum 7. Märj W
Vo atten über den vorläufigen Gesetzentwurf zur
Nesorm der Kreis-Ordnung (ogl. dam Bd. i
Ia, Ar. 1264) im n des Innern ein-
1 Siebe den Erlaß vom 6. Perner V%%% Die Lesommelten Werke, VI a, S. 341f.
2 Die Gesammelt erke, a, S. .
« site-) eleqtlee Akte-nig- und daß kein andres Bedürfniß . ..“ eigenböndiger Zusatz Bismarchs zu dem
auch sonst durch eigenbändige Korrekturen umgestalteten Satze.