Frankreich und die Entsendung eines englischen Schiffes zur Jade. 83
worden, daß der englische Militärbevollmächtigte Oberst Walker: sich überaus glücklich schätzen
würde, wenn er die Einladung erhielte, Cure Mojestät nach der Jade zu begleiten, und wie
dies auch bei der Borstellung der Offiziere des Warrior von praktischem Rutzen sein dürfte.
Meines ehrfurchtsvollen Erachtens wäre die Anwesenheit des Oberst Walker am Jade-
hafen allerdings wünfschenswert, um die Annäherung der englischen Marineoffiziere in geeig-
neter Weise zu vermitteln, indes scheint es mir zur Vermeidung von Euemplifikationen ratsam,
die bezügliche Cinladung nicht schon jetzt zu erlassen und diese Verzögerung nötigenfalls damit
zu rechtfertigen, daß die Absendung des Warrior nach der Jade nicht in amtlicher Sorm noti-
fiziert ist. Curer Majestät stelle ich alleruntertänigst anbeim, Allerhöchstdero bezügliche
Intention durch einen Randvermerk huldreichst u erkennen geben m wollen.
1301. Zmmediatberlcht.
[Ausfertigung.]
Vach einem Immediatbericht des Unterstaatslekretärs v. Cbile vom 19. WMai hatte ihm
der englische Votschafter Lord Loftus an diesem Tage ein Telegramm Lord Clarendons vor-
gelesen, aus dem hervorging, dah die Absicht der englischen Regierung, zu der Einweihung des
neuen Kriegshafens an der Jademürdun ein Kriegsl in ense die isfromnosilche
En assihlihreng wachgerufen batte. *Wri17½s ileschen Bericht darü
che Minister weist in dem “ auf die Chileschen Suszeptibilität und leicht,
— Eifersucht des Kaisers ARapoleon bin. Diese Gefüble würden im vorliegenden Jalle
geschont werden, wenn dem Kaiser Gelegenheit gegeben wäre, auch leinerleits ein Kriegsschiff
zur Begrüßung Curer Majestät nach der Jade zu senden. Sobald er er, d Clarendon, ver-
gewissert sei, daß Curer Aajestät ein solcher Akt der Aufmerksamgeit v% Kefremlischen Seite
nicht unwillkkommen sein würde, würde er sich beeilen, eine entspre nach
Paris su-rv zu lassen, lelbstverständlich ohne im geringsten zuileche in r shaa er
darüber in Wn. 5 ngefragt babe- Helte dann der Kaiser es für angemessen, eine ent-
Iprechende Anf « es bei Soh. olms, sei es durch Herrn ’3“& Kellen zu lassen,
und erdielte zr p7n — tu- twort, so würde das betreffende framösische Kriegsschiff
etwa von Cherbourg wohl noch rechtzeitig im Jadebusen anlangen können.“ Bismarck de-
merkte dam am Vande des Immediatberichts: „meo voto nicht abzuweisen“.
Berlin, den 21. Mai 1869.
Nach Inhalt des allerunter tänigst wieder vorgelegten Immediatberichts des Unterstaats-
sekretärs von Thile vom 19. d. M. begt Lord Clarendon den Wunsch, sich darüber zu ver-
gewissern, daß Eurer Königlichen Majestät das Erscheinen eines französischen Kriegsschiffes
an der Seite des „Warrior“ im Jadehafen nicht unwillkommen sein würde, um vertrauliche
Sinwirkungen üben zu können, welche die Gefühle des Kaisers Rapoleon zu schonen geeignet
wären.
Meines unvorgreiflichen Crachtens wird es kaum möglich sein, die angebotene vertrau-
liche Bermittlung Lord Clarendons abzuweisen, zumal bei den intimen Beziehungen des letzteren
zum Kaiser Napoleon und bei dem schüchternen Bedürfnisse der englischen Regierung, jede
1 VBgl. über ihn Lord Newion, Lord Lyons, I, 212. Oberst Walker, der um die Mitte April auf
Besuch in Ponden weilte, soll bier die Auffaslung verireten baben: „that there was not the slightest sien
of any active military. preparation in any part of Prussia and that the idea of war was so much
discouraged by the military authorities that it was no longer talked of in militar? circles-
whereas formerly it had been the only topic of dlscusslon. The manceuvres were to be helcd.
in the Prussian provinces most remote from France, and there was a flxed determination to
alve the latter no cause for offence, not from fear er that cCountry, for there was a Convictio
that Prussia would have the bebe 4 vat but owing to international difficultles.“ Unter dinen
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