Neuere oberſtrihterlihe Erkenntniſſe, 249
verworfen, weil zur Zeit der Hypothekbeſtellung auf
Pl.-Nr. 393 am 11. Jan. 1873 dieſes Grundſtü>
noch nicht im Hypoth. - Buch eingetragen .war, und
ebenſowenig die für S. beſtellte Hypothek, und
daher H. auf die Oeffentlichkeit des Hypotheken-
Buches ſich nicht berufen könne.
Es erfolgte jedoch Vernichtung dieſes Urtheils,
und in den oberſtrichterlichen Entſcheidung8gründen
heißt es:
Die Annahme des Oberrichter8, daß, weil am
141. Jan. 1873 das Grundſtüf Pl.-Nr. 393 im
.Hyp.-Buche noh nicht vorgetragen war, H. ſich auf
die Oeffentlichkeit des Hypoth.-Buches nicht berufen
„könne, da nach 8. 25 des Hyp.- Geſ. nur ſolchen
Handlungen Schuß gewährt werde, welche im Ver-
trauen auf bereits beſtehende Einträge vorgenommen
würden, iſt unrichtig; denn nach den FF. 1, 9, 140
und 21 des Hyp.- Geſ. bewirkte der Hypothekenbe-
ſtellung8vertrag v. 14. Jan, 14873 allein die Hypo-
thek nicht, ſondern nur das Recht, dieſe durch Ein-
tragung in das Hyp.-Buch zu erwerben, Bei An-
wendung der aus der Oeffentlichkeit des Hyp.-Buches
entſpringenden Wirkungen entſcheidet allein der Mo-
ment der Einſchreibung, von welcher Regel es nur
zwei, in F8. 23 und 60 bezeichnete Ausnahmen
gibt, keine8weg8 der Tag der Bewilligung der Hy-
pothef. =“- Gönner, (Comm, 1 290--293. -- Die
Entſcheidung der Frage, ob H. nach den im Hyp.-
Buche befindlichen Einträgen die ſtreitige Hypothek
auf dem GrundſtüFe Pl. - Nr. 393 habe erwerben
fönnen, hängt daher nur davon ab, ob zur Zelt
deren Eintragung E, bereits als Eigenthümer dieſes
Grundſtü>s im Hyp.-Buch eingetragen war. Die-
ſes war aber, wie angeführt *), der Fall, und
*) Dem vorausgehenb iſt in den oberſtri<t, Entſch,-