Metadata : Der Gebietserwerb durch völkerrechtliche Okkupation.

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pationsrecht  nur  Christen.  Die  Eingeborenen  sind  als  Heiden
rechtlos.  Sie  zu  bekehren,  ist  der  Gegendienst,  den  die  privilegierten
  Mächte  dem  Papste  leisten  müssen.  Die  Okkupation  bewirkt
  nicht  nur  die  Hoheit  über  das  Gebiet,  sondern  auch  das
Privateigentum  der  Eingeborenen  ist  den  Weißen  verfallen.

So  lagen  die  Verhältnisse  zu  Beginn  des  16.  Jahrhunderts.
Bald  spielten  indessen  andere  Faktoren  hinein.  Neue  kolonisierende
Mächte  treten  auf  den  Plan,  Frankreich,  England,  Holland.  Frankreich,
  das  seine  Kräfte  bisher  in  dem  Kriege  mit  England  erschöpft
hatte,  hatte  sich  seines  Erbfeindes  entledigt  und  konnte  sich  anderen
Aufgaben  zuwenden.  Die  französische  Politik,  die  dahin  ging,  die
Macht  des  Hauses  Habsburg,  das  jetzt  Deutschland  und  Spanien
in  seiner  Hand  vereinigt  hatte,  zu  brechen,  konnte  nicht  dulden,
daß  Spanien  seine  Macht  durch  koloniale  Erwerbungen  erweiterte.
England,  das  früher  nach  außen  durch  den  Krieg  mit  Frankreich,
nach  innen  durch  die  Kämpfe  der  weißen  und  der  roten  Rose  in
Anspruch  genommen  worden  war,  hatte  seinen  Frieden  mit  Frankreich
  gemacht.  Die  wütenden  Parteikämpfe  des  Adels  hatten  mit
der  Erhebung  Heinrich  Tudors  zum  englischen  Könige  1485  ihren
Abschluß  gefunden.  Von  der  Natur  zur  seefahrenden  Nation  geschaffen,
  rüstete  es,  dem  Beispiele  Spaniens  und  Portugals  folgend,
Entdeckungsschiffe  aus.

Auf  England  folgte  Holland.  Dieses  Land  entwickelt  nach
der  Befreiung  von  der  spanischen  Herrschaft  eine  umfassende
Tätigkeit  im  Kolonisieren.  Die  Holländisch-Ostindische  Kompagnie
erwirbt  die  großen  indischen  Inseln,  in  Afrika  kommt  Guinea  unter
holländische  Herrschaft.

Diese  drei  großen  Nationen  konnten  sich  durch  eine  päpstliche
  Bulle  nicht  bewegen  lassen,  die  Verfolgung  ihrer  kolonialen
Interessen  aufzugeben.  Das  französische  Königtum  hatte  nie  eine
Suprematie  des  Papstes  anerkannt,  sich  im  Gegenteil  stets  gegen
Eingriffe  der  Päpste  gewehrt.  Bekannt  ist  der  Kampf  Philipp  des
Schönen  mit  Bonifaz  VIII.  England  und  Holland,  als  evangelische
Länder,  mußten  dem  Papste  jede  Befugnis  absprechen,  die  Welt
nach  seinem  Belieben  zu  verteilen.  Elisabeth  entgegnete  dem
spanischen  Gesandten  Mendoza,  der  sich  über  Drake  beschwerte,
that  she  did  not  acknowledge  the  Spaniards  to  have  any  title  by
donation  of  the  Bishop  of  Rome.!)  Hinzu  kam  noch  der  Umstand,

ı)  Twiss,  Law  8118  p.  173.