Sie bestand aus einem Haupt- und einem Nebenangriff. Dae Ziel für
deide war strateglsch ausgezeichnet gewählt. Nördlich der Aisne, zolschen
Laffaux und Craonne, mündete dle Siegfriedstellung in die alten Linlen der
7. Armee ein. Dieser Abschnitt war das Ziel dee linken Flügele des französlichen
Hauptongriffo—sein Zentrum stieß deiderseite Craonne, der rechte Flügel
nordwestlich Relms vor, um nach geglücktem Durchbruch dle linke Flanke der
Hindenburgstellung zu umfassen, deren rechte der Angriff dei Arras dedrohte.
Der Nedenstoß setzte In der Champagne deiderselts Probnes an. Selne
Aufgade war es, einen zweiten Durchdruch zu erzwingen, um auf diese Welse
den Einsatz der deutschen Reserven zu zersplittern.
Nivelle war „des trockenen Tones satt“. Ihm graute vor dem Gedanken
an elne neue Sommeschlacht. Sein soldatisches Empflnden wldersetzte slch der
widerwärtlgen Vorstellung einer Verewigung dieses ideenlosen, maschinenmäbigen
Beardeitens einer Festungsfront, ale gälte es mit Meißel und Sorengdohrer
einen Tunnel durch einen Bergkamm zu groden. Ihn verlangte nach
großer, kühner Tat, nach jäher Zertrümmerung der feindlichen Verteldlgungemauer
und neuem „frischfröhlichen“ Krleg im freien Felde. Frankreich wartete.
Frankreich grollte. Frankrelche Ungeduld hatte, des Marneruhme vergessend,
den „grignoteur“, den Anknadberer Foffre nach Hause geschlckt. Frankreich
forderte Taten. Man durfte es ulcht enttäuschen.
In selnem Hauptquartier hatte Nivelle für solche Gesinnung nicht allzuolel
Verständnle gefunden. Marscholl Haig fühlte sich dei dlesem nach dem
Vorblld eines großen techulschen Unternehmene detrlebenen Zermürdunge--und
Adtragungskelege ganz wohl. Der Engländer hatte Geduld, Nerven und
Zeit. England war vom Felnde frel. England konnte warten. Ee hatte auch
keine Sorgen um Mannschaftenachwuchs. Seine Domlnione lleßen es nlcht
im Stich. Im Hintergrunde rüstete Amerlka. Frankreichs Rekrutendepote
waren ausgeleert. Schon machte der Slamese, der Madagasse, der Marokkoner
in den Straßen von Parle sich drelt und unternahm kecke Vorstöße wider dos
Herz der welhen Frau. Oies alles kam für Haig ulcht in Betracht. Wozu wagen
und den Soldaten opfern, wenn man die Maschine und die Zelt arbeiten lassen
konnte?!
Seine Sowerfälligkeit fand in Alvelles Stade Parteigänger. General
Psétain, der seldst auf den Posten des Generallsslmue kandldiert hatte, schloß slch
der Auffassung des Engländers an. Für das langsamere Derfahren sprach dle
neue Lage, dle der Rückzug der Boches geschaffen hatte. Die ganz große,
linneerlich zusammenbängende Aktion, wie sie Nivelle vorschwebte, war dadurch
doch unmöglich geworden.
Heftig platzten im Kriegerat vom 6. April dle Gegensätze aufelnander.
Nivelle forderte selne Entlassung. Falg beschied sich, griff an, und dann wurde
auch Nivelles Mammutoffensive losgelassen.
Sie war glänzend vorbereltet. Has Aufgebot an schwerer und schwerster
Artillerie üderdot jede bleherige Vorstellung. Hinter der Angriffoarmee war
eine ganze seldständlge Reservearmee dereitgestellt, um nach dem Einbruch
den Durchdruch herdelzuführen und nach dem unfehlbaren taktischen Erfolg
des ersten Ansturms dle strateglsche Auswertung durchzusetzen. Ihr woren
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