Metadaten : Blätter für Rechtsanwendung. LIX. Band. (59)

Oberstrichterliche  Entscheldungen.  95

bereits  in  Händen  gehabt  habe.  Dieser  Anfechtungsgrund
kann  als  durchschlagend  nicht  betrachtet  werden.

,  Verträge,  wodurch  der  Einc,  sei  es  gegen  oder  ohne
Entgelt,  es  übernimmt,  eine  andere  Person  auf  deren
Lebenszeit  abzunähren,  bedürfen  zu  ihrer  Gültigkeit  weder
  nach  gemeinem  noch  nach  Bayer.  Landrecht  für  die
Regel  die  Einhaltung  irgend  welcher  Förmlichkeiten.
Allein  die  in  Frage  stehende  Vereinbarung  ist  gemischter
Natur.  Sie  trägt  sowohl  den  Charakter  eines  Abnährungsvertrags,
  als  nach  den  thatsächlichen  Feststellungen
den  eines  Erbvertrags  an  sich.  Es  ist  nicht  statthaft,
den  die  Erbeinsetzung  betreffenden  Theil  nur  als  eine
bloße  Nebenbestimmung  des  Abnährungsvertrags  zu  betrachten.
  Der  Beklagle  hat  selbst  behaupket,  daß  A.  im
Sinne  der  Abnährungsvereinbarung  ein  Testament  errichtet
  habe  und  hat  in  beiden  Instanzen  Beweis  darüber
angeboten,  daß  verabredet  gewesen  sei,  Beklagter  solle
gegen  Abnährung  des  A.  dessen  gesammten  Rücklaß  mit
Ausnahme  von  400  fl.  erhalten.  Diese  Vereinbarung
enthält,  soweit  sie  die  Beerbung  des  A.  betrifft,  offenbar
ein  pactum  successorium  nach  Bayer.  LR.  Thyl.  1III
Kap.  11  §  1  (vgl.  auch  Anmerk.  hiezu  Ziff.  1  lit.  a)  indem
  hienach  der  Beklagte  auch  zu  Lebzeiten  des  A.  das
vertragsmäßige  und  einseitig  nicht  widerrufliche  Recht
erlangt  zu  haben  behauptet,  als  Erbe  des  Letztgenaunten
in  dessen  Gesammtnachlaß,  abzüglich  eines  Betrags  von
400  fl.,  zu  succediren.

Wenn  nun  aber  auch  dieser  Theil  der  nach  der  Aufstellung
  des  Beklagten  zwischen  ihm  und  A.  getroffenen
Vereinbarung  mit  der  weiteren  Verabredung  insoferne  in
innigem  Zusammenhang  stand,  als  die  angebliche  Erbeinsetzung
  das  Aequivalent  und  die  Gegenleistung  dafür
bilden  sollte,  daß  Beklagter  die  Abnährung  des  A.  auf
Lebenszeit  übernahm,  so  hat  dies  doch  nicht  die  Wirkung,
daß  das  gesammte  in  Rede  stehende  Rechtsgeschäft  ausschließlich
  den  Charakter  eines  Abnährungsvertrags  an