Nummer 7
osenhei
Der „Nosenhe#mer Anselger“
und Feiertage).
erlcheini lägllab nachmiltags 4 Uhr mn Annnahme der Sonn-Oer
Abonnenientspreis besrägt uiertehährüuch 2 Mark 70 Pleumg.
monatlich 90 Pfennlg. Jür Polkadonnenten: Sultellgcbähr suci ma Haus 11 Plen##g monatlich.
Fernsotecher: Lerlag und Nedaktion Nr. 12
Inseraten-Abtceilung Nr. 235.
und wieder Eisaß-Loshringen!
ine# Kriegszielerklärung an die Ge-Bfer
hat Lioyd Georges wieder einmal
die n lothringische Frage in den Vordergrund
geschoben. Er hat betont, daß England
für die „Rückerstottung“ der Provimzen eintreten
werde. Das wird dem französischen Herzen
crbltun.
Der „Temps“ ist sehr zufrieden darüber, daß
Pichon'“ jüngst erklärt hat: Elsaß-Lothringen sei
jetzt nicht mehr eine französische Frage, cs seie
eine Weltfrage. Die Franzosen scheinen mittlerweile
jeden politischen Halt verloren zu halen.
hrend sie auf der einen Seite offen zu-Peben,
dal sie sich gegen die deutschen Angriffe
mit eigener Kraft nicht mehr zu verteidigen können,
ja., daß nicht einmal englische Hilfe aus.
reicht, sodaß sie laut um Amerikas Beistand
siere Sorge hat als die, ob die „große Nation“
wieder zu dem ihr 1870 abgenommenen Raub
sommt. Katzenjammer, aus dem Frankreich
und seine heutige Regierung früher oder später
exwachen werden, wiird furchtbar sein. Schon
längst gärt es in England und immer lebhafler
werden die Fragen nicht nur der Arbeiter.
auch vieler bürgerlicher und führender Poliltuker:
welches Interesse England daran haben
könne, mit seinem besten Blut und
wertvolleren Prestige dafür einzutreten. daß
Frankresch unter al'sen Umständen wieder zu Eljab-
Lotkringen lommt. Die Zeit konn nicht
jern sein, da auf die so zugespitzte und so in
den Vordergrund gerückte „Weltfrage“ ein höfliches
Achielzuclen der Ententegenossen antwortet.
Schon FPeute ist es selbstverständlich nicht Elsaß
Lotbringen. was England und Amerika den
Krieg fortführen heißt. Um den Frangosen
zr Efüllung ihrer Revanche zu belfen, würde
England sicherlich nicht die Knochen eines ein-#gen
britiscken Grenadiers geopfert haben. Umgekehrt
wird ein Schuh daraus. Llond George
mei sehr genan, daß er die Franzosen, die
er beute noch braucht, am besten dadurch an
der Stange hält, dah er ihnen immer wieder
b#as Märchen von Elsaß-Lothringen vorbelet.
leber die Fortführung oder die Einstellung
des Krieges aber wird für England nicht das
Schicksal Elsaß-Lothringens entscheidend sein.
mag Lloyd Georges noch zehnmal erklären, daß
England für die „Wiedergutmachung des Unrechts
von 1871“ eintreten werde.
Begreift man in London,
sclechtes Geschäft zu werden b minnt, dam das
Fienschwinden der Tonnage für Großbritannien
selensgefäbrrlich wird, so wird gian sehr unbekümmert
um das Schicksal. Elsaß. Lothrin
gens, das Notwendige zu tun wissen. *
wird Herr Pickon einsehen, daß die „Weltfraec“
nichts wester war als eine schöne Vokabel.
Frankreich aber wird dann begreifen, daß Elsaß-Lothringen
nicht eine französische Kne "l
leine Frage, die das Leben des französischen V
kes betrifft, sondern allein eine Frage, an 6%
die Herrschaft oder der Riederdrud der franösischen
Kriegsmacher und deren Regierungslommissare
entscheidet.
Frankreich zittert vor der kommenden deutschen
Offensive; die französischen Zeitungen sino
voll von schlimmen Ahnungen, die sie zwar nich!
wahr wissen wollen, die sie aber doch nicht
1 unterdrücken vermögen. „Es bleibt uns nur
noch die Defensive übrig“, „Unsere Tätigkeit
an der deutschen Front ist notgedrungen von
dem Willen des Feindes abhängig“ so heißt
es in mannigfachen Variationen. Es ist sehr
aahrscheinlich, daß die Franzosen. sich in solcher
Annahme nicht irren. Il- ndlich aber
leibt es, warum sie dann 2 von der
Weltfrage zu deklamieren. nicht lieber endlich
Hhen, daß nun von Elsah= Lothringen nicht
mehr gesprocken werden darf. einfach darum
das Schicksal er Reichslande für
Deutschland grundsötzlich keine Frage ist und
weil jeglichem diesruglichen eeae Anspruch Frankreichö
das klare „Nein und Niemals“ der deutschen
Regierung entgegensteht.
Koth.: Marzilliaus
seinem
l
daß der Krieg ein
rufen müssen, glauben sie andererseits, daß die Die Vertreter Rußlande in
ganze weite Welt keine andere und keine grö-
Die einpallige Petllzelle im Anzeigenteil koftet 15 Büe., die Pelllzrile im Reklometell 40 Pl.
Die Annahme von Anzeigen, Acklamen und Beilagen erfolgl durch die Annoncen-Expedlllon
Gaosenstein & Logler, A-G., Rolenheim, München. Nürnberg, Berlin, Breslau Tassel utw.
r“!
Schlub der Anzeigen-Annahme 12 Uhr miliage.
mer Anzeiger
Amlliches Publikalions-Organ
Mittwoch, 9. Januar 1918
Keine Antwort der Cntente auf die
Tuflufche friedenseimladung.
Hakuakt der vussischen Deleglem#en in Bres#. Eliomzk. — Die Hbreise Buchanau:
en###lf#g Fesigesef#t. — Erdöbte Fertälgkeit am Stellungsbogen von Vpers.
Schreckliches Elsenbabunnlick in der Rbeinpfalz.
Die Friedensverhandlungen.
Breit-Litowskeingetroffen.
W TB. Brest-Citowsk, 7. 1. Heute vorm.
sind die russischen Friedensdelegierten einschl.
Trotky hier eingetroffen.
Jeststellunge n.
5 Berlin, 7. 1. (Privattelegramm." Ge
genüber der Auffassung, die teilweise in der
Presse wiedergegeben ist, daß die Erklärungen
vom 28. Dez. über den Stand der Verhandlundgen
mit Ruhland nicht übereingestimmt hätlen
mit der Auffassung und den Aeusterungen der erden sich vorbereilen,
russisckn Delegation, ist durch Einsichtnahme in
das Protokoll der Verhandlungen in Breil-Litowsk
festgestelit worden, daß die deutsche
Vecoffentlichung dem Stande der Verhandlun-9gen
und dem Inhalte des Protokolls durchaus.
entspricht und daß die Auffassung der russischen
Delegation, wie sie in der neutralen und ruf
sischen Presse dargeitellt wurde, eine andere
Darstellung gibt. als sie den Tatsacken ent
icht
*
Die ukrainische Delegation hat das in Aussicht
gestellte Zirkular über die Selbständigkeit
der Ukraine noch nicht überreicht; die Ueberreichung
wird voraussichtlich heute erfolgen. Die
Vertreter der Ukraine legen größten Wert dor-: Feinde uns bitten,
auf, völlig selbftandig neben der russischen Delegation
zu verhandeln.
Russische Sonderverbandlungen
mit der Türkei?
s Bas 7. 1. Wie die „Neue Korre—
spondenz“ E— Petersburg meldet, verlautet.
daß Tronky der Pforte am Donnerstag eine
Note übermittelte, in der er vorschlägt, über die
Zurückziehung der russischen Truppen aus Per-Verhandlungen
anzuknüpfen, unter der Bedingung,
daß dieses Beispiel auch von der Türkei
be olgt werde.
Keine Antwort der Entente.
" Genf, 7. 1. Der Pariser „Harald“ mel.
det: Die Entente, außer Amerika, werde als
Ergebnis der gepflogenen Beratungen der alliierten
Kabinette die russische Friedenseinladung
nickt beantworten.
Ein englischer Friedensschritt?
*# Stockholm. 7. 1. „Aftonbladet“ sieht
in der Einladung Huysmans nach England einen
diplomatischen Schritt Eng
lands zum Frieden hin. (Das Bun
nimmt an, daß der Schwede eine Vermittlerrolle
ubernehmen soll. D. R.)
Internationaler Sozialisten-Kongreß.
1 " Basel, 7. 1. Laut „Matin“ ist Albert
Thomas in London eingetroffen, um sich mit
dem Ausschuß der Arbeiterparlei über die
Einbernfung einer „e enz der Ententesozialisten
oder eines internationalen
Sp#bitenlongresses zu besprechen.
König Ludwig über den Krieg.
Nach der Parade nahm gestern mittag König
Ludwig Veranlassung, die vor der Mllerheiligen-Hofkirche
aufgestellten gehfähigen verwundeten
Offiziere und Mannschaften, die den König
mit lebhaften Hochrusen begrüßten, in der
Näbe des Festsaaltores um sich zu versammeln,
um dann mit lauter Stimme u. nachdrücklicher
Betonung folgende Anspracke an sie zu
richten:
. Kameraden! Es hat mich gefreut, die hier
versammelten Glieder meiner Armec zu sehen.
Gar viele von Ihnen sind schon vor dem Feinde
gestanden und haben ehrenvolle Wunden
davongetragen. Diejenigen, die noch hier sind,
um vor den Feind r ;
daß ich immer fur derP
Frieden war, ebenso wie Seine Majestat der
Kaiser, und daß wir, als wir von dem gröiz—
ten Teile der Welt überfallen worden find.
gelämpft haben wie Lömen und überall siegreich
sind. Je nachdem ein Teil nach dem anderen
niedergerungen war, und wieder ein nener Geg
ner aufgetreten ist, sind wir Sieger geblieben.
und so möchten weir auch unserem neuen Gegner.
den Amerikanern, gegenuber sein.
Im Osten scheint es zum Frieden zu kommen.
Auf den übrigen Fronten muissen wir aber noch
lampfen. Wir mussen lämpfen, bis unsere
mil ihnen Frieden in
sckliefen und von ihren unerhörten Zumumlun.
gen, die sie an uns stellen, als ob wir die Besiegten
wären, algehen. Kein Fußbreit deu:
scken Landes darf abgetrezen werden. Wir
mussen überall trackten, bessere Grenzen
zu belommen und dafür forgen, daß wir niemals
wieder von allen Seiten non Feinden
überfallen werden konnen. Sollten wir aber
kämpfen müssen jetzt und in späleren Zeilen.
so erwarte ich speziell von meinen Bayern, daß
sie sich auszeichnen und wieder ihre Schuldigkeit
tun und neue Ehren an ihre Fahnen
lmüpfen. Gott befohlen!“
Dee Cage in Rußland.
Der russische Bürgerkricg.
Basel, 7. 1. Wie laut Havas die Peicr#.
lurger Blätter berichten, l#lt der zmischen den
wmarimalistischen und ukrainilschen
Truppen roereinbarte Wafsenstillstand am
Samstag abend abgelansen. Die Kämpfe
an der innerrussischen Front haben mit Heftgkeit
wieder eingesetzt.
*# Basel. 7. 1. Havas berichtet aus Petersburg:
Die Blätter vernehmen, daß der 1
here Kriegsminister Sewinkow und der frühere
Generalissimus Alereiem sich in Nowotscherkesk
befänden, wo die Abteilungen der Mililärschulen
von Petersburg, Moskau und anderen
Provinzstädten konzentriert sind. Man
treten. Sie wissen.
bildet gegenwärtig in Nowotscherkesk Spezial, 2
korps, die dazu bestimmt sind, Kaledin im Dongebiet
zu unterstützen. Kornilow soll um Oberbesehlehaber
der Truppen des Dongebictes
ernannt werden. ’
Rosenheimer Tagblakt
I
l
Prot.: Martialis 64. Jahrgang
** Bern. 7. Die „Nowasa Shisn“ wilk
erfahren haben, n im Hafen von Wladiwostok
drei japanische Kreuzer eingelaufen seien.
Die russischen Salonikü. Truppen.
*Basel, 7. 1. Nach einer Havasdepesche
auds Athen soll an der Front von Saloniki unrer
den russischen Truppen eine immer stärlere
DLemoralisation zutage dringen. Einzelne
Negimemer würden fländig mit den Bulgaren
verlehren. Die russische Artillerie weigere sich,
511 feuetn.
die Rriegslage.
Abenöbericht.
VIH. Berlin, 7. 1., abends. Amtlich.
Die erhöhte Feucriärtigkeit im Siellungsbogen
nordönllich von Dpern dauert an.
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts
Neues
Von der russisch rumänischen Front.
** VBern. 7. 1. Nach Pariser Blättern hat
z# Jonescu von der rumenischen Front ein
reiben erhalten, in welchem gesagt wird, daß
Haß gegen Deutschla Dnd unter den
Soldaten ausccrordentlich flark sei und daß diese
leinen Grieden und keine Koapitulation annehmen,
sondern b# zum äuberiten fortlämpfen
nerden.
Ein fraufosisaer Genucral gefallen.
*eFenfi. 7. 1. Der Tivisionsgeneral Colin,
der frühere Generalstal-cef des Generals
Pau im Elsaß, wurde an der moazedonischen
Front durch einen Granat'plitter gelötet.
Mahen,
Eine neuce Kundaclung de Papstcs.
Lugano. 1I. Bojt Empfarsge einer Abordnung
des romischen Mdels und der Pamizier
lielt der Papit eine An suri die nicht ohne
politische Bedeutung inl. rhabe dieses Jahr
aus einem beionderen urus n die Glückwünsche
der Delegen on besonder: gern entgegengenommen,
da Färs#Colonna die papfstliche Einladung
an die Volter erwahnte, zu Got: zurüuckzulelren.
und das Ende des seit uber drei Jah-##
wutenden Weltungucks zu besckleungen.
aun ging der Pap# auf Anspielungen ein, wela
Fur#t Colonna uber die jungien Flie.
gera griiffe auf Padua und andere
italleniscke Snadte gemacht Tatte, und sagte:
er werde das Unreckt verurteilen, wo immier es
austreie, und cr hade deshalb seine Stimme
gegen eine Form der Kriegführung cchoben,
welche ich gegen unverteidigte Städte richte,
leine vrilitaciten Ergebnisse erziele, Opfer
umer den Nichtlampfern fordere, den Besitz
der Re elgion und der Kunkt schödige und den
Vole erhaß verichärfe.
Eln zerpflücktes Kleeblatt.
Vor einem der großen englischen Hafen im
Westausgang des Kanals lag in den Ollobertagen
eines unserer U-Booie auf Lauerstellung.
Im Oslen dämmerte der erste Schein des jungen
Tages, und die menigen Lcchter, welche die Nahe
des Hafen= und der betrieborcichen Stadt verlundelen.
verlöschten. Da tauchte am Horizont
der massige Rumpf esnes tiefbeladenen Dampfers
auf. der mit zicmlicher Geschwindigkeit westwärts
strebte. Unbemerkt vom Gegner fuhr
...zum Angriff und sandte den verderbenbringenden
Torpedo aus dem Rohr, der sich
krachend in die Mitic des ahnungslosen Dampfers
einbohrte und unier lauter Delonation die
Schiffswand auseinanderr.. Schneill begann der
Dampfer zu sinken, und laum fünf Minuten
nach dem Torpedoschuß richtete er sich mit dem
Hinterteil hoch wauf und schob hinab in die Tiefe.
arauf ging das U-Boot an das Rettungskoot
heran und stellte fest, daß das gesunkene
Schiff ein auen neuer bewaffneter Dampfer
war, der sich mit wertvoller Ladung auf der
Reise von England nach Neuyork befand. Wiget