II. Bülow und die unpolitischen Deutschen.
und Rußland troh des Sandjak-Krachs und kroh der persönlichen Animoslkät
zwischen Ahrenkhal und Iswolskt sich doch schon wieder einander
genähert haben. Auch hier wurden die Blasebälge Presse und Parlamenk
nicht in allzu schriller Tonart in Bewegung gesetzt. Ein großer Teil des
Hasses, den man uns in der Welt entgegenträgt, ist auf die Methoden
unfrer Politik zurüchzuführen.“
Das hier aus dem innersten Betriebe der deutschen
Politik 1904—1908 Berichtete ist, wie mir scheint, ein nicht
unwichtiger Beitrag zu dem großen Kapitel
der Schuld am Welktkriege, die sich Deutschland
durch seine Weltherrschaftsgelüste aufgeladen haben soll.
Kann es einen stärkern Gegenbeweis geben als diese vertraulichen
Ergüsse, in denen der leitende Staatsmann seine
friedlichen Gesinnungen und Bestrebungen unwiderleglich
bekennt und unbeirrt durch die Blütezeit kaiserlicher
Redeblumen und der Kamarillagewächse verfolgt! Von
dem Gedanken eines „Überfalles“ auf Frankreich oder von
Weltherrschaftsideen findet sich trotz der Gunst der
schweren äußern und innern Niederlagen des Zarenregiments
nicht die leiseste Andeutung.
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