Metadata : Der Reichstag von Nürnberg 1522-23.

nahme  dieser  Beratungen  scheint  sogleich  heftiges  Wortgefecht
  im  Regiment  herbeigeführt  zu  haben:  hin  und  wieder
  wogte  der  Redekampf,  besonders  der  wackere  Planitz
hatte  einen  harten  Stand  gegen  Erzherzog  und  Erzbischof
(von  Salzburg),  diese  Erzfeinde  Luthers.  Er  liess  sich  jedoch
nicht  irre  machen  in  der  Behauptung,  dass  hier  Gewalt
nichts  ausrichten  könnte,  dass  vielmehr  „andere  Wege“  nötig
seien.)

Übrigens  meint  Planitz,  die  Fürsten  eilten  wohl  deshalb
so  mit  der  Beratung  über  die  lutherische  Sache,  weil  sie
eine  Entscheidung  treffen  wollten,  bevor  Kurfürst  Friedrich
etwa  nach  Nürnberg  käme.  Es  scheinen  unaufhörlich  Gerüchte
  darüber?)  aufgetaucht  zu  sein,  die  sich  jedoch  schliesslich
  als  falsch  erweisen  sollten;  Friedrich  traute  sich  nicht,
dıe  Reise  zu  unternehmen,  so  sehr  er  auch  von  seinem  Gesandten
  dazu  aufgefordert  wurde,  weil  es  „erfahrner,  weiser,
fürsichtiger  und  wolbedächtiger  Leute“  bedürfe,  um  „etwas
Gutes  und  Fruchtbares“  zu  wirken.  ?)

Unter  ebenso  erregten  Regimentsdebatten,  ınit  denen
das  alte  Jahr  beschlossen  worden  war,  begann  das  neue,  das
Jahr  1523.  Kurfürst  Joachim  hatte  nun  seinen  Platz  im

1)  Planitz  am  27.  Dec.  1522.  (Gedr.  b.  Walch  XV,  2661—2664.)

2)  Plan.  am  27.  Dec.  1522.  —  Am  2.  Jan.  1523  schreibt  er:  „Hab
vor  meyn  person  gancz  gern  vernomen  das  e.  c.  g.  nochmals  des
willens  seyntt  anher  zcu  komen,  dan  ich  acht  es  warlich  darvor,  das
zcu  dissen  grossen  sachen  vorstendige  und  ansehenliche  leutt  gebrechen.

3)  „Byn  an  allen  zweiffel  wue  e.  c.  g.  personlich  weren  entgegen
gewest  ader  noch  entgegen  waren,  mancher  wurde  sich  will  reden
enthalden  haben  u.  noch  enthalden,  e.  c.  g.  wissen,  wie  es  pflegett
zcu  zcugehen.*“  (Plan.  am  2.  Jan.  1523.)  „Es  seyntt  vill  leutt,  die
e.  c.  g.  zcukonfft  gern  sehen,  wue  das  e.  c.  g.  leibs  halben  beschen
mocht  und  geschicht  offt,  das  durch  eyne  gute  pfeiffen  eyn  gancz
wergk,  das  auch  dissonirtt  recht  u.  woll  gestymet  wyrtt“  etc.  (13.  Jan.)
—  „Es  ist  das  geschrey  u.  hoffnungh  hie,  e.  c.  g.  sollen  auch  noch
anher  komen  ...  u.  wue  es  yn  e.  c.  g.  gelegenheytt  were,  mocht  ich
vor  meyn  person  woll  leyden,  das  e.  c.  g.  hie  weren,  dan  es  stehen
die...  sachen  .  ....  noch  vast  weytleufftigk,  dareyn  eyn  gutt  register
woll  dynett,  die  orgell  szo  dissonirtt,  yn  eyn  gute  resonancz  zcu
brengen“  (15.  Jan.  1523.)