nahme dieser Beratungen scheint sogleich heftiges Wortgefecht
im Regiment herbeigeführt zu haben: hin und wieder
wogte der Redekampf, besonders der wackere Planitz
hatte einen harten Stand gegen Erzherzog und Erzbischof
(von Salzburg), diese Erzfeinde Luthers. Er liess sich jedoch
nicht irre machen in der Behauptung, dass hier Gewalt
nichts ausrichten könnte, dass vielmehr „andere Wege“ nötig
seien.)
Übrigens meint Planitz, die Fürsten eilten wohl deshalb
so mit der Beratung über die lutherische Sache, weil sie
eine Entscheidung treffen wollten, bevor Kurfürst Friedrich
etwa nach Nürnberg käme. Es scheinen unaufhörlich Gerüchte
darüber?) aufgetaucht zu sein, die sich jedoch schliesslich
als falsch erweisen sollten; Friedrich traute sich nicht,
dıe Reise zu unternehmen, so sehr er auch von seinem Gesandten
dazu aufgefordert wurde, weil es „erfahrner, weiser,
fürsichtiger und wolbedächtiger Leute“ bedürfe, um „etwas
Gutes und Fruchtbares“ zu wirken. ?)
Unter ebenso erregten Regimentsdebatten, ınit denen
das alte Jahr beschlossen worden war, begann das neue, das
Jahr 1523. Kurfürst Joachim hatte nun seinen Platz im
1) Planitz am 27. Dec. 1522. (Gedr. b. Walch XV, 2661—2664.)
2) Plan. am 27. Dec. 1522. — Am 2. Jan. 1523 schreibt er: „Hab
vor meyn person gancz gern vernomen das e. c. g. nochmals des
willens seyntt anher zcu komen, dan ich acht es warlich darvor, das
zcu dissen grossen sachen vorstendige und ansehenliche leutt gebrechen.
3) „Byn an allen zweiffel wue e. c. g. personlich weren entgegen
gewest ader noch entgegen waren, mancher wurde sich will reden
enthalden haben u. noch enthalden, e. c. g. wissen, wie es pflegett
zcu zcugehen.*“ (Plan. am 2. Jan. 1523.) „Es seyntt vill leutt, die
e. c. g. zcukonfft gern sehen, wue das e. c. g. leibs halben beschen
mocht und geschicht offt, das durch eyne gute pfeiffen eyn gancz
wergk, das auch dissonirtt recht u. woll gestymet wyrtt“ etc. (13. Jan.)
— „Es ist das geschrey u. hoffnungh hie, e. c. g. sollen auch noch
anher komen ... u. wue es yn e. c. g. gelegenheytt were, mocht ich
vor meyn person woll leyden, das e. c. g. hie weren, dan es stehen
die... sachen . .... noch vast weytleufftigk, dareyn eyn gutt register
woll dynett, die orgell szo dissonirtt, yn eyn gute resonancz zcu
brengen“ (15. Jan. 1523.)