Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aum̃m̃er  53

Lahndienst.  Auf  Ansuchen  wurde  in
etatsmäßiger  Weise  in  gleicher  Dienfteigenschaft
der  Ba  Wrs  Michael  Ferbe
Wellheim  an  das  Schwellenwerk  AKchseren  ven
setzt,  ferner  in  etatsmähiger  Weise  der  Zugführer
  Georg  Gißibl  von  Rosenheim  nach  Münhen-
  Hbs.  Belassen  wurde  der  Bauassistent  Ludrig
  Fasold  bei  dem  Saalachkraftwerk  in  Karlstein.
  Wieder  angestellt  wurde  in  etatsmäbiger
Eigenschaft  als  Schrankenwärter  der  Vorarbeier
  a.  D.  Alois  effer  in  Bm.  Teisendorf.
In  den  Ruhesland  versetzt  wurde  der  Vorarneiter
  im  Bahnunterhaltungsdienst  Georg#  Förber
  bei  der  Bm.  Teisendorf  für  ein  halbes  Jahr.

Silberne  Hochzeit.  Herr  Bäckermeister
Fr.  X.  Brandl,  Seoanstraße  1,  feiert  mit  seiner
Gemählin  am  12.  J

ebruar  das  Fest  der  lsilbernen
  Hochzeit.  wͤse  besten  Glũdwũnsche!
Todesfall.

In  der  verflossenen  Accht
ist  der  ehemalige  Gastwirt  Herr  Privatier  Sebastian
  Megele  nach  längerer  Krankheit  geftorben.
  Herr  Megele  war,  namentlich  aus  der
Zeit,  als  er  noch  die  Wirtschaft  beim  Krankenhaus
  führte,  in  weiten  Kreisen  bestens  bekannt.
Er  erreichte  ein  Alter  von  81  Jahren.  Doas
Anwesen  ist  seinerzeit  in  anderen  Besitz  übergegangen.


Gesellenprüfung.  Am  21.  Februar  findet
  in  Rosenheim  für  das  Kaminkehrerhanowerk
zür  München-Land  eine  Gesellenprütung  ffall.
Anmeldungen  sind  an  Herrn  Kaminkehrermeiser
xrautvetter  in  Rosenheim  zu  richten.  Die  Zulalsungsgesuche
  sind  schriftlich  mit  dem  Lehr=  und
Schulwaugnis,  dem  eigenhändig  geschri###nen
Lebenslauf,  dem  bestätigten  Lehrvertrag  und  der
Prüjungsgebühr  von  J  Mk  einzureichen.

Militärbrieftauben--  Ausstellung
Rosenheim.  Die  K.  Forkifikation  Ingolsiadt
  teilt  der  Leitung  der  Ausstellung,  dem
Brieftaubenverein  „Blitz“,  folgendes  mit:  „Nach
Versügung  der  K.  Inspeltion  des  Ingemeurlorps
  hat  die  biesige  Militärbricstaubenstation
die  in  der  Zeit  vom  14.—16.  März  in  Nosenheim
  abzuhaltende  14.  Verbandsaussiellung  mit

10  Brieftauben  (außer  Wettbewerb)  zu  beschi
  den.“  Weiters  wurden  vom  K.  Kriegeministerium,
  von  Offizieren  usw.  Ehrenpreise  gestiftet.
Viele  Ehrenpreise  sind  zu  dieser  patrietüchen
Sache  noch  in  Aussicht  gestellt.

Vom  Bager.  Postverband  haben  wir
gestern  schon  berichtet,  daß  am  Somstag  eine
außerorde:  Stliche  Generalversammlung  slattfano,
in  der  die  Gründung  einer  Krankenversicherung
  mit  freier  Aerztewahl  und  die  Schaffung
eines  Erholungsbeimes  beschlossen  wurde.  Wie
wir  weiter  erfahren,  gliedert  sich  die  neue  Kasse
in  drei  Abteilungen  mit  einem  Beitrag  von

1  Mk.,  1.50  Mk.  und  2  Mk.  im  Monat.  Die
uni*hßl-m  dafür  ist  in  zwei  Krassen  freie
ärztliche  Behandlung  einschließlich  Operationen
und  Medikamenten,  während  in  der  dritten
Klasse  ein  tägliches.  Kragkengeld  von  1.20  Mk
gewährt  wird.  Di#  Einführung  ist  nach  viermonatlicher
  Korenzzeit  für  1.  Oktober  ds.  Is.  in
Aussicht  genommen.  Für  die  Schaffung  eines
Erholungsheimes  wurde  die  Hinausgabe  von
Anteilscheinen  im  Betrage  von  10  M.  besckkofsen.
  Man  hofft  auf  diese  Weise  die  Beschaffung
der  dafür  Trsorderlichen  Mittel  beschleunigen  zu
lönnen.  Zur  Erwerbung  eines  Objektes  würde
eine  viergliedrige  Kommission  aus  dem  Vorstand
  gewählt.  Wir  II  diesem  Unternehmen
  des  Verbandes  die  besten  Erfolge.

Der  Gesangverein  „Liederhor!"“
(Eisenbahner)  hält  am  Samstag  den  14.  Februa#r
  im  Hofbräusaale  ein  Tanzkränzchen  ab.  Es
beginnt  um  8  Uhr,  während  von  7  Uhr  ab
Promenadekonzert  siattfindet.  Lieder  und  humoristische
  Vorträge  des  bekannten  niederbayerischen
  Bauernquartettes  und  Duettes  werden
eingeflochten.  Anständige  Maslen  sind  willlommen.


Zu  den  Bahnhofdiebstählen  übernahmen
  wir  in  Nr.  31  den  Bericht  eines  auswärtigen
  Blattes,  daß  auch  ein  Wagenwärter
  verhaftet  worden  sei.  Die  Obmannschaft
NRotenheim  des  Verbandes  bayer.  Wagenmeister,
Wagenwärter  und  deren  Anwärter  ersucht  uns,
mitzuteilen,  daß  ein  Wagenwärter  weder  verhaftet
  ist,  noch  irgendwie  mit  dem  Vorfall  in
Verbindung  sieht.  Dem  auswärtigen  Blatte
scheint  somit  ein  Irrtum  unterlaufen  zu  sein.

Ein  reuiger  Dieb.  In  Stetten,  Post
Eggstätt,  hat  am  2.  Februar  der  Bauer  Georg
Heistracher  von  einem  Kapuziner  aus  Nosenheim
  23  Mark  zugesandt  bekommen.  Es  stellte
sich  heraus,  daß  dieser  Betrag  bei  dem  Geistlichen
  hinterlegt  wurde,  bei  dem  jemand  gebeichtet
  hatte.  Herrn  Heistracher  wurden  vor  vier
Jahren  20  Mk.  gestohlen,  welche  er  jetzt  mit
Zinsen  zurlck  erhielt.

Tot  aufgefunden.  Der  led.  Taglöhner
  Georg  Fischer,  wohnhaft  Färberstraße  9,
wurde  am  9.  ds.  „früh  8  Uhr,  tot  im  Bette
eufgesunden.  Ein  Hezclag  hatte  seinem  Leben
  ein  Ende  gemacht.

Todesfall  auf  dem  Wendelstein.
Ueber  den  Todesfall,  der  sich  am  Sonntag  auf
dem  Wendesstein  ereignete,  liegen  jetzt  nähere
Mitteilungen  vor.  Darnach  wurde  mittags  kurz
nach  der  Ersteigung  des  sett  schwer  zugänglichen
Wendelsteingipfels  der  52jährige  Lelldettommi
sär  Kambeis  aus  Manchen  vom  Schlag  getrofsen
  und  war  sofort  vot.  Mühsam  wurde  die

 

K#—.
Leiche  zum  80  Meter  tiefer  liegenden  Wendelsieinhaus

  herabgetragen  undd  dan  im  Stationsgebäude
  aufgebahrt.  Im  Laufe  des  Montag
ersolgte  der  Transport  zu  Tal  mittels  Bahn.
Auf  die  zahlreichen  Wendelsteinbesucher  machte
der  Vorsall  einen  ergreisenden  Eindruck.  Kambeis
  war  einer  der  älteren  Münchener  Sicherheitslommissäre
  und  ein  sehr  erfahrener  und
Pflichtgetreuer  Polizeibeamter,  dessen  frühzeititiger
  “*  von  allen,  die  ihn  kannten,  auf  das
tiste  bellagt  wird.

Verhaftungen.  Ein  Taglöhner  von  Unteinenkirchen
  wurde  wegen  Diebstahls  und  ein
Spengler  von  Nosenheim  wegen  Körperverletzung
festgenommen.

Einmietschwindler.  Am  4.  ds.  Mts.
mieteten  sich  bei  einer  Heizersfrau  zwei  urschen
ein,  welche  am  6.  unter  Mitnahme  der  Schlüssel
rerschwanden.  Sie  werden  beschrieben,  wie  folgt:
der  eine  ist  26—28  Jahre  alt,  1.70  Mtr.  groß,
hat  blonde  Haare  und  blonden  Schnurrbart.
An  einer  Hand  sehlen  mehrere  Finger.  Er  trug
grauen  Anzug,  schwarzen  steisen  Hut,  dunlel-Zrauen,
  abgenützten  Ueberzieher  und  gab  sich
als  Bäcker  aus.  Der  andere  ist  zirka  1.  62  Mtr.
groß,  zwanzig  Jahre  alt.  trug  dunlle  Joppe.
dunkle  Schildmütze,  grauen  abgenützten  Uebersieher
  und  ist  angeblich  Maler.

Winterspork.

Schlittenrennen  in  Mirsbach:  Bei
dem  am  8.  Februar  stattgesundenen  Schlittemen.
nen  wurde  folgendes  Resultat  erzielt:  1.  Huber
Ludwig,  Eggenfelden,  mit  braunem  Wn
„Textor“;  2.  Rottmaier  Korb.,  Nosenheim,
mit  schwarzbraunem  Wallach  „Kadi“;  3.  Arzmiller
  Joh.,  Rosenheim,  mit  Fuchswallach  „Guido“;
  4.  Engelhard  Joses,  Men,  mit  schwarzbraunem
  Hengsi  „Epinal“;  5.  Götz  August,
München,  mit  braunem  Wallach  „Juwel“;  6.
Kirchberger  Kaspar,  Holzlirchen,  mit  Schimmelheug#st
  „Schikane“;  7.  Gradl  Joh.,  München,
mit  schwarzbraunem  Wallach,  „NV.  *  8.  Reindl
Mich.,  Miesbach,  mit  Fuchswallach  „Faktor“.
Das  Rennen  lonnte  sich  eines  sehr  zahlreichen
Besuches  erfreuen.  Das  Gesamtarrangement  verdient
  volle  Anerlennung.

Das  Schlittenrennen  in  Grabenstätt
  hatte  folgendes  Ergebnis:  1.  „Werst-Kerister,)
  Soyer-Griesstätt;  2.  „Tasso“,  Kiermaier-Rosenheim;
  3.  „Krautsunker,,  Wittmann=Traunstein;
  d.  „S  „Kalmue“;  ¾
„Secorosk“;  7.  „Flora“,  Forsier-  Waging:  3
„Donaumelle“,  Wgner-TWunktein.

Aus  dem  Gerichlssaale.
Kal.  Amisgericht  Rosenheim.
Dienstag  den  10.  Februar.

Wegen  Gewerbsunzucht  saß  die  bereite  vorbestrefte
  Dienstmagd  Maria  Oswald,  zurzeit
hier  in  Haft,  auf  der  Anklagebank.  Da  veitere
Erhebungen  gepflogen  werden  müssen,  a#  sich
die  Angellagte  gemäß  ihrer  Aussage  redlich
um  Arbeit  bemüht  hat,  wird  die  Hauplverhanolung
  ausgesetzt.

Der  Schirmslicker  Josef  Huber  von  hier,  zurzeit
  in  Strasfhaft  in  Lausen,  ließ  ein  ihm  zum
Schleisen  anvertrautes  Nasiermesser  im  Werte
von  4  Mark  durch  einen  andern  verkaufen.  Unter
  Einrechnung  einer  vom  Landgericht  Traunstein
  am  24.  Dezember  ausgesprochenen  Gesängnisstrafe
  von  seche  Monaten  wegen  zwei  Vergeben
  des  Diebstahle  im  Rückaalle  erlannt:  das
Gericht  wegen  Unterschlagung  auf  eine  Gesamtbefängnisstrafe.
  von  6  Monaten  und  10  Tagen.

Ein  für  frendes  Eigentum  9  sährrlich  er  Bursche
  ist  der  Dienstlneckt  Josef  Limmer,  gurzzin
hier  in  Haft.  Er  entwendete  am  8.  Juni  v.
dem  Arbeiter  Waldhausen  in  Kolbermoor  3us
dessen  Kommode  eine  Ankeruhr  im  Werte  von
6  Mk.,  entlehnte  dann  in  Aising  ein  Fahrrao,
um  angeblich  seine  Stiefel  in  Frasdorf  zu  holen.
Doch  er  verschwand  auf  Nimmerwiere  ersehen.
Wegen  Dienstentlaufens  mußte  das  Verfahren.
weil  verjährt,  eingestellt  werden,  dagegen  erhielt
der  Dieb  und  Betrũger  eine  Gesamtgefängnisstrafe
  von  5  Wochen,  die  durch  die  seit  1.  Januar
  erlittene  Untersuchungshaft  verbüßt  ist.

Dem  bereits  wegen  Eigentumsdelilte  vorbestraflen
  Sägseiler  aume  Mayer  von  Farnham
trugen  Hehlerdienste  2  Wochen  Gefängnis  ein.

n  2.  Dezember  v.  J.  kaufte  der  Angeklagte
von  zwei  Handwerksburschen  einen  Huno  gegen
Bezahlung  von  drei  Maß  Bier,  obwohl  diese
ihm  angaben,  der  Hund  sei  ihnen  in  der  Nähe
der  Ortschaft  Ratzingerberg  nachgelaufen.  Er
veräußerte  das  Tier  andern  Tags  an  einen
Brotausfahrer  in  Schloßberg  um  5  Mk.  Als
der  Handel  ruchbar  wurde,  erstattete  der  Ungellagte
  die  5  Mk.  zurück,  während  der  Hund  wieverd
  in  den  Besitz  des  rechtmäßigen  Eigentümers

 

„Saphir“;  5.

 

Freigesprochen  wurde  die  Hausiererin  Kresz.
Dick  von  Herzogenaurach.  Ihr  war  zur  Last  gebe,
  Ende  Mai  bei  ven  Bauersfrauen  Maria

Grieser  und  Aberer  Rutz  in  Hohenofen  minderwertige
  Waren  verkauft  zu  haben.  Sie  veräuherte
  an  die  Genannten  von  ein  und  demselben
Stoff  je  drei  Meter  zu  8.50  Mk.  bezw.  4.00  Mk.
Sehr  belastend  erschien  der  große  Preisunterschied,
  doch  wurde  durch  einen  Sachverständigen
sestgestellt,  daß  scaglth  Stoffe  pro  Meter  um

#—.
1.40—2.90  Mk.  verkauft  werden.

 

Bei  Anpreisung
  der  Ware  soll  die  Hausiererin  ihre  Ware
als  Kammgarn  bezeichnet  haben,  was  der  Sackverständige
  dadurch  zu  rechtfertigen  sucht,  daß
die  Stoffe  auch  von  den  Fabriken  als  Kammgarnware
  oder  Zwiruware  bezeichnet  werden
und  unter  diesem  Namen  in  den  Handel  kommen.
  Da  hiermit  strafbare  betrügerische  Absichten
  nicht  inwandfrei  nachgewiesen  werden
konnten,  erlannte  das  Gericht  aus  Freisprechung
  unter  Ueberbürdung  der  Koslen  auf  dio
Staatskasse.

Auch  die  Verhandlung  in  Sachen  der  Kellnerin
  und  Bäckermeisterssrau  Anna  Loibl  von
Hofmühle  endete  mit  Freispruch.  Als  mehrere
Bauern  und  Fuhrwerlsbesitzer  für  den  algegebrannten
  Kistnerbauern  Obermeier  am  Samerberg
  sogen.  Bittfuhren  leisteten,  gestattete
er  den  Fuhrleuten,  in  der  Achmühle  einzulehren
und  die  Zechen  auf  seinen  Namen  schreiben  zu
lassen.  Als  es  nun  zum  Abrechnen  kam,  ste  lite
sich  die  Summe  als  viel  zu  hoch  heraus,  nach
den  Recherchen  um  5.59  Mark.  Die  Kellnerin
Loibl  wurde  beschuldigt,  in  betrügerischer  Absicht
  zu  viel  aufgeschrieben  zu  haben.  Mangels
genügender  Beweise  mußle  jedoch  das  Gericht
die  bereilo  wegen  Betrugs  gering  vorbestrafte
Kellnerin  von  der  Anllage  des  Betrugs  freisprechen.


 

Marktberichle.

München,  6.  Febr.  Der  Schlachtviehmarkt
  war  wieder  sehr  gut  bestellt,  im  ganzen
  mit  6610  Stück.  Die  Qualität  des  eingebrachten
  Großviehes  läßt  auf  dem  bayerischen
wie  auf  dem  Oesterreicher  Markt  zu  wünschen
übrig.  Primatiere  waren  nur  gering  vertreten,
bei  den  Kälbern  war  Mittelware  vorherrschend,
am  Schweinemarkt  Hauptbestandteil  Bratenschmeine.
  Der  Grosßviehauftrieb  betrug  375
Ochsen,  378  Bullen,  460  Kühe  und  273  Rinder.
Von  diesem  Auftrieb  waren  60  Stück  aus  Oeslecteich,
  25  aus  Norddeutschland  neu  eingeführt.
Bei  ruhigem  Geschäftsgange  erzielten  pro  Zentner
  Lebendgewicht  Oesterreicher  Ochsen  5—60
Mark,  bayerische  Ochsen,  vollfleischige,  ausgemästeie,
  höchsten  Schlachtwertes  48—54  Mk.
im  Alter  von  4—7  Jahren  40—47  Mk.,  gering
genährte  28.—39  Mk.,  Bullen,  vollskeischige,  ausgewachsene,
  42—45  b  Mk.,  oollfleischige,  jüngere

36—41  Mk.,  mäßig  genährte  30—35  Mr.,
Kühe  und  Kalbinnen,  vollfleischige,  ausgemäsiete
  bis  zum  Alter  von  7  Jahren  40—46  Mtk.,
mähig,  genährte  34—39  Mk.,  gering  genährte

2  Mk.,  gering  genährte  18—35  Mk.  Die
W  1  des  Bayerischen  Landwirtschaftsrates
  veimittelte  in  vergangener  Woche  72  Stük
GEroßvieh,  1  älber  und  271  Schweine.
Auf  dem  nd  pnane  waren  5024  Stück  und
zwar  1254  lebende  und  1297  tote  Kölber
(davon  32  Stück  aus  Oesterreich),  682  lebende

und  1306  tote  Schweine  (davon  736
aus  Norddeutschland),  338  Schafe  und
149  Lämmer.  Der  Handel  auf  dem  Keälberwie

  am  Schweinemarkt  war  mittelmäßig.  Die
Preise  für  ein  Pfund  Lebendgewicht  bewegten
sich  bei  den  Kälbern  zwischen  48  und  61  Pia.,
bei  den  Schweinen  zwischen  47  und  54  Pig.,
feinste  56  Pfg.;  geschlachtel  losteten  erstere  58
bis  71  Pig.,  letztere  58—70  Pig.,  keinste
74  Pfg.  Der  Schafmarkt  verlief  ruhig  bei  unveränderten
  Preisen.

eumarkt  a.  R.,  9.  Feb.  Der  Monatsviehmarkt
  zeigte  einen  sehr  regen  Zutrieb
von  allen  Seiten  der  näheren  und  weiteren  Umgebung.
  Es  war  durchwegs  gutes  Material  am
Platze  und  es  entwickelte  sich  schon  in  den  ersten
Morgenstunden  ein  lebhafter  Handelsverkehr,
wenn  auch  die  Abschlüsse  nicht  immer  den  Erwartungen
  entsprachen.  Erstllassige  Ware  war
zu  guten  Preisen  leicht  abstoßbar.  Im  allpemeinen
  war  die  Handelslage  befriedigend.

Landshut,  6.  Febr.  Der  heutige  Viktualienmarkt
  war  schwach  bestellt.  11—12
Stück  Eier  erhielt  man  um  1  Mk.,  das  Dün
Rindschmalz  kostete  im  tehwerla  0.9—
Mark.  im  Kleinverkauf  1.02-1.05  Ml.,  *
butter  1.20—  1.30  Mk.,  Sonucm  9—  90
Psg.,  junge  Hühner  1.30—1.60  Mk.,  alte
Suppenhennen  und  Hahnen  1.60—  1.0  Mik.,
fettere  bis  2.30  Mk.;  junge  Tauben  pro  Stük
45—50  Pfg.;  Gänse  geputzt  5.50—6.30  Mk.,

6.8

besonders  fette  10  Mk.,  Enten  3.80—4.30
tark.  —  Viehpreie  Kälber  lebend  1.
Qual.  58  Pfg.,  2.  Qual.  55—56  Pe.,  3

Qual.  50—55  Pfg.  Schweine  geschlachtel  62
bis  65  Nt  per  Pfd.,  Spanferlel  per  Paar
20—30  Schranne.  Weizen  29.05,
Korn  200  0..  Gerste  18.80,  Hafer  13.90  Mk.

LCetzte  Nachrichlen.

München,  10.  Febr.  Die  Blättermeldung
über  eine  Veräußerung  der  Kgl.  ANilla  in
Würzburg  ist  unzutreffend.  Das  Domkabitel
  hat  zwar  um  Ueberlassung  der  Villa  zur
Umwandlung  in  eine  Krankenhaus  Tluch,  der
Obersthofmarschallstab  hat  aber  das  Gesuch  abelehnt.

  Von  einem  Gesuch  der  Klarissinnen  um
e  eberlassung  der  Villa  ist  überhaupt  nichts  be-Münberg,

  10.  Febr.  Der  städt.  Etat
ist  in  Einnahme  und  Ausgabe  mit  49  Millionen
Elgreft  worden.  Die  Umlagen  wurden  von
140  auf  159  Proz  erhöht.

 

 

Mittwoch,  I1.  Febküär  7012
Amberg,  10.  Febr  Ein  Knecht  aus  der
Gegend  von  zeinreue  fand  gestern  ein  Spar.
gasfenbach  übe  200  Mark.  Er  änderte  es
auf  seinen  30h  übe  um  und  setzte  den  Beirag  von
5000  Mk.  ein.  Als  er  das  Buch  bei  der  städt.
Sparlasse  präsentierte,  wurde  der  Schwindel
sofort  erkannt  und  der  Knecht  verhaftet.

Berlin,  10.  Febr.  Auf  dem  Flugplatz
Johamnistal  stieß  *  em  Doppeldecker,  oer
von  dem  Piloten  Sedlmayer  und  dem  Oberlentnant
  Leonardy  besetzt  war,  mit  einer  Rumplertaube,
  welche  von  dem  Flugschüler  Dieimer
auf  seiner  ersten  selbständigen  Fahrt  geleitet
wurde,  zusammen.  Beide  Fahrzeuge  wurder
  schwer.  beschädigt  und  stürzten  aus  etwa

0  Meter  in  die  Tiese.  Dietmer  wurde  10t
Wiens  den  Trümmern  hervorgezogen,  während
Sedlmayer  und  Leonardy  schwer  verletzt  wurden.

Saarunion  (bei  Saargemünd),  10.  Febe.
Eine  schreckliche  Bluttat  hat  sich  gestern  mittag
  hier  zugetragen.  Der  Schreiber  Weiß,  der
in  einer  Liesigen  Kanzlei  beschäftigt  war,  ersch  oh
in  der  Wohnung  seiner  Schwiegermutter  seine
Frau,  sein  dreijähriges  Kind,  seine  Schwiegermutier
  und  dann  sich  selbst.  Der  Grund  der
surchtbaren  Tat  dürfte  in  Familienzwistigkeiten
zu  suchen  sein.  Die  beiden  Eheleute  lebten  in
Scheidungsklage.

Mailand,  10.  Febr.  Der  seit  drei  Wochen
in  verschiedenen  Städten  bestehende  Advokas
tenstreik  breitet  sich  immer  mehr  aus  und  beginnt
  die  Rechtspflege  zu  gefährden.

Rom,  10.  Febr.  Der  Prinz  zu  Wied
ist  von  Berlin  kommend  in  der  vergangenen
Nacht  Ker  eingetrofsen.  Auf  dem  Bahnhof
hatte  sich  zahkreich  es  Publilum  eingesunden,  das
den  Prinzen  mit  dem  Rufe:  „Es  lebe  Albanien!“
  begrüßte.

Luremburg,  10.  Gebr.  In  der  Ortscheft
Munshausen  ist  durch  einen  Vergift#u  ngssall
  große  Aufregung  entstanden.  Am  letzlen
Donnerstag  war  die  Frau  des  Bauern  Kopp
zu  Grabe  getragen  worden.  Nach  dem  Vegrabnis
  fand  wie  üblich  ein  großes  Essen  im  House
dee  Kopp  siatt.  Abends  und  Tags  darauf
wurden  viele  Teilnehmer  an  dem  Mahle  von
beftigen  Schmerzen  befallen.  Am  Samstag
fruh  slarb  die  Tochter  des  Kopp  unter  großen
Qualen.  Drei  der  Gäste  schweben  in  Lebengefahr
  und  mehrere  andere  sind  schwer  erkrankt.

Parie,  10.  Febr.  In  der  „Humanite“
nendet  sich  Jaures  in  scharfen  Worten  gegen
Truppen  husgebrochenen  Epidemien  und  Ertrankungen
  durch  die  vom  Neujahrsurlaub
heimgekehrten  Soldaten  eingeschleppt  worden
seien.  Er  schreibt  u.  a.:  Wenn  es  Garnisonen
gibt,  wo  sich  30  Prozent  der  Soldaten  kranl
melden,  wo  die  Kranlenhäuser  überfüllt  sind
und  die  verschiedenen  Epidemien  in  mancken
Garnisonen  einen  beunruhigenden  Umsange  annehmen,
  so  liegt  die  Schuld  daran,  daß  die  Soldaten
  in  den  feuchten  und  zegen  die  Källe
nicht  genügend  geschützten  Kasernen  ohne  i#e#
Vorsicktemaßnahme  zusammengepsercht  wurden
und  weil  die  Liegestätten,  die  Ernährung  und  die
Heizung  unzureichend  sind,  weil  alle  diese  Kranlheitsursachen
  bei  den  massenhaft  in  gewisisenloser
  Weise  eingestellten  jungen  Leuten  unheil
voll  mitwirlen  mußten.

Neuyork,  10.  Febr.  Ein  Schnettz.  n  der
Linie  St.  Paul-Omaha  ist  entgleist,  weil  in  der
Kälte  eine  Schiene  gesprungen  wat.
Der  ganze  Zug  stürzte  um.  Zahlreiche  Menschen
  wurden  wetötet  oder  verleht.

Tolenliste.

Sebastian  Megele,  Privatier.

Feldkirchen:  Maria  Griebl,  geb.  Hochreiler.

Faistenau:  Marin  LDeiserrieder,  Austragsvater
  beim  Lechner,  80  Jahre.

Niederaschau:  Therese  Rief,  Schweizers
frau.  60  Julie

Humbach:  Peler  Gar,  Gastwirt  und  Oelnom,
  66  Jahre.

Fridolfing:  Joham  Spannbrucker,  Uhrmacher.



Kirchbichl:  Wwe.  Magdalena  Kreitner,  geb.
Jakober,  ehem.  Besitzerin  des  Gasthauses  zur

„Zellerburg“",  68  Jahre.

Angath:  Johann  Moser,  vulgo  „Gwmberlhansei“,
  led.  Bauer  zu  Vordergrub  am  Unterangerberg,
  52  Jah

Ersle  MWichoe  Schwalabeser,  Schmidbauer,  25

Rosenheim:

Pa  l  l  n  g  :  Maria  Ertl,  Zimmermannsgattin,
44  Jahr

Burghau  Sie  i:  M.  Vinzentia  Seidlaus  Schwa-*
  —  Schwester  der  Kinderbewahranstal

Sie  99eebrunn:  Eduard  Schreiber,  Lehrer  Lehrer.

Wetter  bericht
für  Mittwoch  den  11.  Februar  1914.
Keine  Aenderung.

 

—.

Simweis.

Ihr  Interesse  lenken  wir  hiemit  auf  den  det
heutigen  Ausgabe  beigesuten  Profoet  der  Zima
  Hermann  Klaassen  G  ra.Fahr
räder,  Prenzlau.  —W  28  beim
Einkauf  in  obigem  Haus  verschafft  Ihnen  delse
neues  Prämiensystem.