Full text : Historische Untersuchungen. Heft V. (5)

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Als  vor  wenig  dagen  Romischer  keiserlicher  Majestat,  unsers
allergnedigsten  hern,  stathalter  und  commissarien,  nachdem  und
sie  vernomen,  das  churfursten  fursten  und  andere  stende  des
heiligen  Romischen  reichs  einen  usschußs  zu  der  handelung  des
jetzigen  reichstags  vorgnomen  und  beschlossen,  denselbigen  churfursten
  fursten  und  stenden  schriftlich  angezeigt  haben,  wes  vermüg
  irer  instruction  hoegedachter  kei.  Mt.  will  gemuet  und
meinong  der  artickel  halb  unsern  heiligen  christlichen  glauben  belangen
  were,  so  erscheint  uffentlich  darufs,  das  itzo  alhie  nichts
vorgenomen  gehandelt  verneuet  noch  beschlossen  werden  soll,  das
unserm  heiligen  christlichen  glauben  oder  deu  loblichen  gesetzen
und  altherkommen  der  kirchenlere  ordenongen  ceremonien  und
gebreuchen  zu  abbrug  entgegen  und  widder  seien,  und  wird  also
den  stenden  in  den  puncten  difsmals  alle  handelunge  gnomen  abgeschniden
  und  verpotten.

Dweil  nu  under  andern  manichfeltigen  schweren  grolsen
irrungen  und  gebrechen,  damit  Teutsche  nation  dieser  zeit  beladen,
von  hohen  noten  ist,  das  in  sachen  denselbigen  unsern  heiligen
glauben  belangen  ein  gleich  einhellige  meinonge  beschlossen  und
gehalten  werde,  und  aber,  wo  ein  solichs  nach  kei.  Mt.  bevelh
itzo  alhie  nit  geschehen,  die  stende  auch  also  von  einander  widder
heimzehen  und  abscheiden  solten,  wer’  gewilslich  zu  besorgen,
das  sich  alle  ding  zu  noch  groelser  widderwertigkeit  ufrur  ungehorsam
  und  bluetvergiefsen  in  der  Teutschen  nation  tragen  und
derselben  zu  unwidderbringlichem  nachteil  reichen  wurden:  darumb
und  damit  dasselbig,  sovill  moglich,  verheut,  auch  kei.  Mt.  bevelh
nit  zuwidder  gehandelt  werde,  so  wurdet  nachfolgent  meinong
fur  gut  angesehen  und  bedacht:

Nemblich  das  churfursten  fursten  und  andere  stende  des
heiligen  reichs  sich  itzo  alhie  einer  botschaft  vereinigt  und  verglichen,
  dieselb  in  Hispanien  zu  kei.  Mt.  geschickt  und  irer  kei.  Alt.
von  wegen  des  ganzen  reichs  ungeverlicher  nachfolgender  mals
anzeigen  und  vorbringen  hetten  lassen:

Anfenglich  welchermalsen  verschiener  zeit  fast  geschwint  und
groefse  irrungen  zweitragt  und  unhelligkeit  unsers  christlichen
glaubens  in  Teutscher  nation  entstanden,  darus  vergangen  25ten
jars  ein  mirglich  groefs  bloetvergielsen  des  gemeinen  mants  erfolget.
  nu  wer’  zu  stillung  des  und  andern  unrats,  so  kunftiglich
dergleichen  und  grolser  widderrumb  erwahsen  mocht,  kein  besser
rat  noch  mittel,  dan  das  ein  gemein  concilj  zum  allerfurderlichsten