die Wiedergewinnung der Freiheil der brutal
angegriffenen und beraubten Böller! Durch
unsern Kampf wollen wir beweisen, daß kein
Volk, und sei es ailsch noch so mächtig, seinen
Mililarismus zur Unterdrüdung freier Völler
anwenden darf. Wenn wir unser Ziel nicht zu
erreichen versuchen. dann hieße das die Zulunft
der Menschheit aufs Spiel gesetzt. Darum sage
ich Harret aus! weil uniere Aussicht auf den
Sieg noch niemals so groß war wie heute.
Vor sechs Monaten haben die Fuhrer Deutschlands
die gerechten und ehrlichen Bedingungen,
die die Allierten gestellt haben, von der Hand geriesen.
ie letzte Maske einer bis dahin zur
Schau getragenen Mäßigung wurde abgeworfen.
Es erfolgte die Verteilung Rußlands, die Unlerdrückung
Rumäniens und der Versuch, mit grozer
Uebermacht und durch verzweifelte Angrifse
den Sieg über die Alliierten zu erringen. Dank
der unbesi: gbaren Tapferk it aller alliierten
Heere erkennt nun jedermann deutlich, daß diefer
Eroberungstraum. durch den die Deutschen den
Krieg verbrecherisch verlängern, niemals in Crfüllung
gehen lan. Noch ist aber der Kampf
nicht entschieden. Die rofe preuhische Autokratie
wird noch verz zweselke Veriuche machen, ihrer
endgültigen Niederlage zu entgehen, um dem
Militarismus neues Leben zu verschaffen. Wir
dürfen diesen Kampf zur Veseitigung dieser
Autolratie nicht unseren Nachkommen überiassen,
nur damit wir den weiteren Greueln dieses Krieges
entgehen. Wir haben nun einmal den Kampf
begonnen und wir müssen ihn sortsetzen. bi unser
gerechtes Ziel erreicht il. Es gibt leinen anderen
Ausweg. von diesem Krieg befreit zu werden.
Deshalb heißt die Parole: Ausharren!
Asquith über den Völkerbund.
* § Haag, 5. 8. Reuter meldet aus London:
Aus Anlaß des Kriegejahrestages gab Aequith
eincin Vertreler der „vlisociased Preh“
eine ltlebersicht über bie gegenwärtige La
er sagte dabei: Die Verbundeten E— Enlpsen für
einen reinen Krieden. Teil der den—
lenden Mens#en in Europ#a und Ager is davon
uber’reng:, daß die Entente den Krieg vergebens
geführt haben würde, wenn nicht wenigitens
vor der B endigun u des Krieges ein Ansang
mit der Gründung einer Bdllerbundes,
der die Welkherrichait des Nech's bedeuten
soll, ge#nacht worden Kre.
ge;
L
.-·I-?..,-Y»
*“
*n
zumarshieren. Auch bei Oeiva, Tibe und Na-
Amerika und die Tauchbootgefahr.
5 Geuf, 5 68. Insolge der U-Vootgefahr
sind die Transportversicherungen von Aenerila
nach Europa vom 1. Augun ab um 121: Proz.
erhöht vorden.
Kolonien.
Erfolgreiche Kämpse unserer
Ostafrilaner.
Haag, 5. 8. Das britische Kriegsamt veröffentlicht
sol genden Bericht über die Vorgänge
in Os#tafrika: Die feindlichen Streinräsie umer
General v. Leltom Vorbeck beweglen sich, obwohl
sie unler Verlusten und Kraul eilen schwer zu
leiden haben. Ende Juni und Ansang Juli in
südwestlicher Richlung 2 Mic, ubid und
ewar durch die Baraga: und Lie##gotaler.Sie
0erflörten **)*v erdeule- en Srofe Vorräze Qummi,
Fans und andere Er zugnisee aus vorlugiesischen
Plantagen. 2 1. Juit erreichic sie Nhamacura,
wo sie eine Grupxe Portugieĩen und Engländer
auf ihremn Wege janden. Es entspann sich
ein dreitägiger Kampf. Schlieselich gelang
es aber dem deulschen Kommandanten, im
waldreichen Gelände Deckung zu finden und in
östlicher und später in nördlicher Nichtung ab-
Volkslümliche Bührenkunsk.
Betrachtungen eine nez Besuchers des Rosenheimer ur
Volkstheaters.
Wenn im *4 Vollethzater Komödie
gespielt wird, hat der de: Schauens Kundige
den schönen Borteil, bei gespanntem Hinsehen bie
und da einmelne Spuren von frühefter Theaterspielerei
zu sinden. Ledig von allem antilen Mi.
mus wird euweilen Geile und Wort auf eine
letzte Form von Einfalt und Nalürlichleit gebracht,
die zu Herzen geht. Schade, daß dabei
durch ein salche= Streben nach Routine und
gekünstelte Orc#malurgie im Siück ab und zu so
viel verloren geht.
Die Volls buhne hatle von jeher andere Wege
und Ziele als die: Eiteraturbühner 1 unserer Stadtund
Hoftheater. Und so wird es und muß es auch
weiter bleiben. Die Ureigentumlichleit und Urwüchsigkeit
des umlt egende un Laudes muß in diesen
Komödien durch Lolalinhalt, Syrache und
Gewohnheit ihren echteiten An bperuck jinden. Die
reine Einsalt und Un 'uläng ii.hleit soll hier Ereignis
werden. Wenn es auch keine 6 Bretier und
2 Fässer sind, auf denen wie einst — gespielt
Uiird, so hat sich an den Darstellern dem Wesen
nach wenig verändert. Einst spielten Gevatter
Schneider und Hauèschuhmacher; Handwerker u.
Feschäftsleute stellen sich auch heule noch nach
Feierabend für einige Stunden in die Gestalten
pon Bauern und Königen. Und a gibt püastisch
geformt die Idee: wenn ich ein König wä .
Dieser uroriginelle Gehalt kann durch Inichie
den letzlen
. »in-ic- sellgelegt.
übertroffen werden.
mirroe versuchte eine englische Abteilung, die
Deutschen am 21. und 23. Juli festzuhalten, aber
leider ohne Erfolg.
zullen.
Die schlimme Lage der Italiener in
Tri i
s Zũrich, 5. 8. Nach italienischen Blättern
seht die Verhängung des Belagerungseu
standes über Tripolis bevor.
algemeines 2 atn tiet.
Die Blutspur des Vielverbandes.
Der Abgeordnete Dr. Alb. Südelum schreibt
im „Teg“"“: „Die beiden Mörder des Grafen
Mirbah sind unerlannt entkommen.. Niemand
in tschtand zus isell an der Nichtigleit
der Bemer ung der russischen Volkslommissare,
die geäußert haben, der Schiag richte sich ebenso
gegen Rußland wie gegen Deutschland (Diese
—
Ansicht wurde vollauf bestätigt. DO. R).. Der
Weg der Ententepolitik il mit den Ulutspuren
gemeiner Meuchelmorde gzilnet.. Der
Menckehnord an dem österrrichisch u Thronfolger
und sriner Galtin in Serajewo hat gewiß den
MWeittzieg nicht „verursacht“, aber die zu jener
Jeit beüehende Spannung zwischen den enropäiscen
Mächteĩnstemen zur Entaadung Kebracht.
Und was man quth immer sagen möge: die
Tat märe ohne die von der serbilchen Regierung
geforderte, vom zaristischen Ruhland dauernd
unlerflützte groß-serdische Agiralion unmög
lich, ueil sinnlos gewesen . . In Frantlreich
aber stand eine inoralische Machi von titanen
hafter Größe, ein Mann des Friedens und der
Völlerverbrüderung aus der Wacht, der in jahrzehmelenger
unerschroener polltis#zer Arbeit das
unielige Bündnis der Republil min dem Zarismus
wegen seiner sicher voraus#usehenden sürchterlichen
Folgen hartnäcig und erfolgreich anzugreif.
u nik mude: geworden war: Jean Jaures.
Kan Jaures muttte fallen, ebe die Schleu-###
des rütie#tz icen Blulmeeres aufgestoßen, Europas
lkchinde Flerin zum Kräz liksta n Kamufseid
gemacht merden konnten. Und Jean Jaures
fiel durch cine Augel des gemeinen Menchelmörders,
der sein: Pesehle auf der rusi schen Bot-
schaft in Paris echalten hatte. nicht ohne daß
auch einfluxreiche sranzösische Polililer ihr Einverständnis
zu der schreclichen Tat gegeben hatten.
Vilain, der Mörder von Jaures, sitzt seit
hulitagen des Jahres 1914, also nun
schon volle ier Jahre, in .n Untersuchungshaft“
ohne daß die Behemscher der französischen „demolralishen"
Republil gewagt hitten, ihm im
ordentlihen Gerichtsverfahren den Prozeß zu
machen. Es bleibt eine ewine Schande des frankösischen
Sozialismus, ein: durch gar sichts zu
beschönigende oder zu emschuldigende Nichtswür- a
digleit der Thomas. Sembat, Renaudel u. wie
sie alie heißßen mögen, ihren Herrn und Meister
so schmachvoll verraten zu haben.
England heate, als der Krieg nicht, wie seine!
Machthaber gewollt und gehofft hatten, mit
einem raschun Zusammenbruch Deutschlau ds unter
dem suichtbaren Druck der russisch-französischen
Uebermacht nach wenigen Wochen envete,
gine schrere Sorge: das Gespenst im eigenen
Lande katte sich gerührt. Irland, das jahrhunderlelang
untr rdru- te, erh. b seine Stimme zu
cinem lauten Schrei nach Recht und erechtigkeit
Der Führer, der mit der Flammen- ·
glut seice aus tieistem Nechtt ichleitssinne geborenen
Eng'##haises die Iren zum gefährlichen
rs, v?!ie * tte hinweisen kämen, war Roher
Castm##:.. Roger Casement mußte getötet
werden. der Batr Gesandte in Chrifliania,
Mr. 3rolap, übernahm das ekle Geschäft, den
Das erite Theater in Zeuischland war Siegreiffpiel
von den Dar#telt= uerf
ir . en Rushrung det Inhalt des
Heute noch sind die Volisftücke
voll von eigenen Einsällen und Lotalhumoresken
der Spieler.
Ueber die Art der im Lause des Jahres
hier gespielten Stücle mag mancher die Nase
rümpfen; der „Aeuhet“ sagt kur:: albern, abgeschmack,
Kilsch. Aber da möchte ich eher vom
Gegenleil ein hohes Lied mit aller Entrüstung
anheben. Mit vollen Händen wird in den #inöglichst
tiesten Tiefen aus vollem Leben geschöpft;
selbit wo Unnatur durchdringt. Mittel der Technik
versagen und der Tert vielfach verflacht ist,
nirit urbewuite Ursprünglichteil, alles überlönend.
Die ehrliche, höl sne Lustigkeit in stainmelnden
und überschönmenen Lieleserllärungen,
rührseligen Abschiedof'enen und derben Naufereien
wird erstarrt zu echtem Holzschnitt.
Solange es wahre Vollslunft gibt, wobei das
Vollstümliche auf Kosten des Künktlerischen
gehen muß, wird diese Art von Komöodie durch
leine Bemühung mit „Auftlärung u. Er:iehung
zum Höhern“ aus der Welt geschafft werden können.
Das Nosenhe#ner Vollstheater hat seine Urahnen
in den Passionsspielen des Mittelalters,
in den Zunftspielen der Hans Sachsschule und
den Wandertruppen, die mit Seiltänzern und
Komödien von England über Norddeutschland
bis zu uns nach Oberbayern und Tirol kamen.
Nähere und fernere Verwandte hat es in den
7'
vertrauten Diener Tasements zum Meuchelmord
anzustiften. An der Treue des Dieners schiiterte
der schändliche Anschlag. Aber englische Zielsicherheit
fand dennoch einen Verräter, der gegen
lüngenden Lohn den prachtvollen Vorkämpfer
seines gemarterten Vaterlandes im Augenblick
seiner Landung auf der grünen Insel den bereitstehenden
Häschern auslieferte. Der dem
Stahl des Menchelmörders glücklich entgangen
war, endele durch den Strick am englischen Galgen.
Und Cailianr, der im Gefängnis schmachtet,
während eistige Hände an der Arbeit sind,
das passende „ Dossier“ für seinen Prozeß zurechtzumachen,
wird er nicht den Gang zum
Sanohausen amteten müssen, weil der Engländerknecht
Clemen#ceau von seinen polilischen Vorbildern
die Weieheit gelernt hat, daß nur der
lole Feind nicht mehr zu sürchten ist?
Sutiiche Nanbichen.
Die, deutsch russäschen
“ Verehamolmugen ün Beelirn.
§& Berlin, 5. 8. Aus Petersburg wird gemeldet:
Baron Nosen. der frühere Gesandte in
Japan und in den Vereinigten Staalen, ilt nach
Berlin abgereist, um an den in Verlin slatt
sfindenden deutscherussischen wirtschaftlichen Konseremen
teilzunehmen.
Sef. uunnm Vetsonlsaacheichken.
München. 6. 8.
Der „Reichsanzeiger“ verössentlicht der Vereihung
des Ordens Pour le Merile an den
barerischen Leutnam der Reserve Kissenbarth.
Künchener Neuigkeilen.
Eine Hochstaplerin verhaftet. Vor
einigen Tagen gelang es der Münchener Polizei.
eine geriebene soit auwei Jahren gesuchte Hochstap
lerin in der Person einer geschiedenen Arttensgat
lin namens Emma Freimann aus Sachsen, die
in München und in vielen anderen Großstädten
von Hotelbetrügereien und Warenschwindel lebte
und sich dabei unter Benützung salscher, hochllingender
Nunen gute Tage machte, zu verhaften.
Die Schwindlerin lebte in erstllassigen Ho
tels und Pensionen, ##mctete meist wei Zimmer
und lieble, in eleganten Toiletten einher: ugehen
und nur auf gutem Fuß ½ leben. Sie Hlich
überall die Zechen schuldig. In biesigen Geschäslen
und auch auswärls machte sie reichliche Warenbestellungen
und ließ sich die Sachen zuschikken.
Am Eingang ihrer Wohnung erwartete sie
die Ueberbringer, führte sie in ihr Zimmer und
„lien die Leute warten, weil sie das Bestellte ihrer
(Mutter un Zimmer nebenan- keigen wollte. Dann
verschwand sie durch eine Türe und kam nicht
wieder. Durch die Angestellte eines hiesigen Geschäftes
in der Theatinerstraße wurde sie nun
erwischt. Die Schwindlerin, die in diesem Geschäft
schon eimmal den Inhaber um mehrere tausend
Mark geprellt hatte, erschien dort wieder,
mu größere Beste ellungen zn machen, und bat um
usendung der Sachen in ihr Hotel. Die Vertäuferin
erlannte sie sofort. wieder und liet sie
fesinelnnen; ihre Vekrügereien machen weit über
100 000 Mark aus.
Zum Raubmord am St. Annaplatz
melden hiesige Vlätter, daß gestern abends in
[München der als des Mordes verdächtige Taglöhner
Andreas Weidner festgenommen werden
lonnte als er in seine Wohnung zurücklehrte. Er
wurde bei der Poli:eidirektion einein sofortigen
Verhöre unter: rogen. Weidner will von der;
Mordtat nichts wissen.
Ertrunten. Die seit einigen Tagen vermiste
24 Jahre alte Katharina Wolf, die als
1wangsögling in einer Annalt untergebracht
Hitter. Jauber= und Schauerstücken der Romantik,
in den Puppenspielen usw.
Ohne jede Berührung und stets feindlich war
es mit dem Lileraturthealer mit seinen Gesellschaftoilücken,
Opern und hohen Dramen. Und
so soll es bieiben, wenn es Ausesicht haben will
auf Beträchtlicheres. Ursprünglichkeit und Lebensfülle
ist alies. — r.
–G
« ---Bantectieeink
Der „nadte Strumpf“. Vor vierzehn
Tagen habe ich ihn zum erstenmaie gesehen. Und
da wirlie er verblüssend. R#cht nur als Novum,
sondern auch als Einzelerscheinung. Heute sieht
man ihn zu Dutzenden. Es war auf der Calea
Victoriei in Bukarest. Großer Korso rumänischer
Schönheiten. Alles sehr hell. lehr, lustig
und sehr duftig gekleidet. Wie das eben in
Bukarest Mode ist und der glühenden Temperatur
entspricht. Vor mir geht eine Dame.
Vielleicht is es auch ein Dämchen. Man kann
da2 in Bularest nicht immer so recht unterscheiden.
Sie ist die Vorkämpferin der neuen Mode.
Sie hat keinen Strumpf an. In dem zierlichen
weißen Atllasschuh steckt der bloßße Fuß. Das
schlanke Bein ist ziemlich stark gepudert, so daß
man i#m ersien Augenblick die Illusion eines
Strumpses hat, der so sein und durchsichtig ist,
daß er kaum noch als Strumpf wirkt. Es ist
höchstens ein „nadter Strumpf“, wie der Witz,
nicht gerade logisch, aber doch treffend, die neue
Mode bezeichnet. Die Mode ist jedenfalls
ungemein praktisch. Nicht nur wegen der Hitze.
6
war, wurde aus dem Nymphenburger Kanal als
Leiche geborge
Der essrn in die Lebensmittelkarten-Verteilungestelle
in der
Tumblingerschule. Bei einem am Samstag
init drei Genossen verhafteten Bäcker wurden
inehrere Hundert der in der Tumblingerschule
entwendeten Reichsreisebrolmarken und eine Anrahl
Fett- und Käsemarken vorgefunden. Auch
konnte festge'tellt werden, daß der Berhafiete in
einer Wirtschaft an der Schützenstraße Lebensmittelkarten
zum Kaufe angeboten hat.
——
Die wiedergefundene Glocke. Vor
längerer Zeit wurde eine 8 Zentner schwere
Glocke der Pfarrkirche in Arnstorf, welche abbeliefert
werden sollie, beiseite geschafft. Nun
n#dein Veziramt mitgeteilt, daß die
ile in einem Acker vergraben sei, wo sie auch
gesunden wurde.
Schadenfeuer. In Haldenwang bei Bur-Kau
(Schw., brannie beim Freyberger Hos, dem
großen Hofgute des Freyherrn von Freyberg-Schüh,
der große Stadel mit ca. 1500 Zentner
Hen, 1000 Kentner Kunstdünger und allen landu
irischafllichen Maschinen und Geräte bis auf die
(GGrundmauern nieder. Der Schaden beläuft sich
auf etwa 100 000 Mk. n„
Gesperrte Meßgereibetriebe. Die
Metzgereibetriete des P. Oberhoser und #.
Schnitbauer in Regen wurden mnit sofortiger
Wirksamkeil bis auf weiteres geschlossen, da aus
den genannten Betrieben se“t längerer Zeit Fleisch
und Wurstwaren an einen Münchner Schleichhändler
geliefert wurden.
Auch nicht übel! Im Kommunalverband
Wegscheid können diesen Monat keine Lebensmittel
auf die Buchwiaben der Lebenemittelarten
verteilt werden, weil dieselben gestohlen oder
verhandelt nnden sein solien.
Grenzisnde.
Kufstein, 5.3. Kirchenraub. Unbekannte
Täter Kange in die neben dem Pfarrhof sie
bende D Dreifaltigleitslirche, öfineien die mit
einem ftarken Eisengiller verschiossene (Gruse,
die um Altar führt. und raubten Meehrere Allan.,
und andere Tücher sowmie Ker'en im Ce.
samtmerte von rund 150 Kr. Am die gleiche
Jeit wurden auch in der Jeller Pfarrlirch:e eine
Ane#ahl Gegenstände ge- stohlen, und zwar 4 alle
versilberte Kanontafeln im Werte von 600 Kr.,
2 hölzerne Engelsfiguren im Werte von 400
Kronen, lerner, inehrere Altartücher und Wachsder2en.
Der Gesamtschaden bezi sfert sich bier
auf 2250 Kr. Zweifellos hal ein und dieselbe
Person inan vermutet eine alte Frau, die
sich auffällig in Zell herumtrieb beide Diebstähle
begangen. Von den entwendeten Gegenständen
konnte bis jetzt nichts beigebracht werden.
Bruneck, 5. 8. Bluttat. Auf dem Wechselebenhof,
aun Berge ober Gais in Taufers. wurden
von einem Soldaten Vater und Sohn er.
schofsen, eine Tochter erhielt eine Sltichwunde,
lam aber mit dem Leben daron. Soldat
halte uvor un Hause Milch u. Brot bekommen.
Saangechs li 74## 3.
· Kiefersfelden, 4. 8. Uuj den Unterinitaler
Vergen hat es geschneit.
Während un Tale die Schnitter ihre Garben
banden, wirbellen auf den Höhen die Schneeflocken
durcheinander, als besänden wir uns im
Noveinber und nicht mitten im Hochsommer.
Chieming, 4. Aug. Eine tüchtige
D
*7v'
" Schwim merin. Die Fischerstochter Mathilde
Auch aus reinen S
Kirchmaier durchschwamm den sog. Weitsee, daz
Schönh#itsgründen. Strünmyse
von der seinen D Diuchsichtigkeit. wie die Bukare
sterin Hie gewöhnt isl, find laum noch zu haben.
Und den bäßlichen disen Er satzitrunpf duldet
ihre Eit-leit nitt. Deshalt trägt sie üleber gar
leinen Strumps, als einen unschönen. Und er'
sieht wirklich niedlich aus der nackte Strumpf
wenn er wirklich niedlich ist.
Frauenrock oder Hose. Die Neu
Vorler Frauenwelt widmet jetzt nach Beendigung
der Thratersaison ihr ganzes Sinnen u.
Trachten der Frage: Frauenrock oder Hose.
Mehrere Frauenorganisationen haben die Abschaffung
des Frauenrods auf ihre Fahn: n geschrieben
und propagieren die Hose. Dies i't
eine Folge des Kriegszustandes. Auch in andern
kriegführenden Ländern erschien es den
Frauen bequemer, die Beine in Hosen zu steden,
wenn sie Arbeiten verrichten, die sonst von
Männern geleistet wurden, aber in Amerika
droht die neue Tracht allgemein Verwendung
zu sinden. Die Haupkursach: ist, daß man von
einer Frau, die Hosen trägt, voraussetzt, daß
sie im Interesse des Landes irgend eine Kriegsarbeit
verrichtet. Frauen, die sich noch nicht der
einen oder der anderen Kriegsindustrie zugewendet
haben, finden es daher sehr angenehm,
den Schein zu erwecken, daß sie für Mitglieder
der großen Frauenarmce gehalten werden, wenn
sie in Hoken erscheinen. Ws unlängst ein grobes
amerilanisches Frauenmeeting abgehalten wurde,
auf dem man die zukünftige Frauentracht besprach,
zeigte es sich, daß die übergroße Mehrheit
geneigt war, die Hose einzuführen.