198 Friedrich Wilhelm II., König von Preussen und Danton.
hielt. Er war an den Gräueln jener Tage so unschuldig, wie
an dem Krieg, welchen die Bergpartei bis zu ihrem Triumph
am 1. Juni 1793 gegen ihre girondistischen Gegner auf Tod
und Leben führte. Mit demselben revolutionären Gebrüll, mit
dem er an diesen Mai- und Junitagen seine Theilnahme für die
Widersacher der Bergpartei zu verstecken wusste, war er auch
auf der Blutstätte des 2. September erschienen, um so viel Opfer
als möglich zu retten.
Dieser Mann, George Jacques Danton, hatte sich unter
der Protection Mirabeau’s und Alexander Lameth’s als Clubredner
einen Namen gemacht und wie diese Männer, während er sie
mit seinem Donner gegen Hof und Minister unterstützte, auch
den Weg dazu gefunden, sich der Regierung gefällig und dankbar
zu erweisen. So stand er am 17. April 1791, als er vor dem
Portal der Tuillerien den Rossen des Wagens, in welchem Ludwig
zur Osterfeier mit seinem unvereidigten Priester nach St. Cloud
fahren wollte, in die Zügel ficl, mit Alexander Lameth in Verbindung,
lieferte aber Ludwig damit den gewünschten Beweis
seiner Gefangenschaft und eine Rechtfertigung für seine spätere
Flucht. Er hatte ferner von Mirabeau den von diesem bei Seite
gelassenen Orleans geerbt und betrieb mit dessen Werkzeug
de Laclos nach dem verunglückten Fluchtversuch des Königs
jene Kundgebung auf dem Marsfelde, die Lafayette den willkommenen
Anlass gab, durch seine Fusillade auf den Volkshaufen
ein blutiges Exempel zu statuiren. Seine Dienstmannschaft
an diesen beiden Tagen für den Hof wird durch den
späteren Gang seines Lebens ausser Zweifel gestellt; jetzt übergab
ihm das Ereigniss vom 20. September 1792 die Entscheidung
in einer Frage der hohen europäischen Politik.
Das erste grosse Zusammentreffen der Armee Friedrich
Wilhelms mit den französischen Schaaren war unentschieden
geblieben, somit zu Ungunsten des Königs ausgefallen. Die
Armee war nach einem trägen Marsch erschöpft bei Valmy augekommen.
Ein wochenlang anhaltendes Regenwetter und mangelhafte
Verpflegung hatten Seuchen unter den Truppen hervorgerufen
und die Mannschaften decimirt. Das Fouragiren, welches
schon beim Eintritt in Frankreich begann, war trotz der Verbote
Braunschweigs und trotz der Versuche einzelner Officiere,
die Mannszucht aufrecht zu erhalten, in Plündern und Verwüstung
der Felder und Dörfer ausgeartet. Als man sich in der Nacht