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bei ihr zu speisen Schiller 3, 559; vgl. auch abkarten.
Kartöffel, k. eßbarer Wurzelknollen von einer Art
des Nachtschattens und diese Pflanze selbst; der Name
entstellt aus dem ital. (venettanischen) tartufola, eigentlich
= Trüffel, aber auf die Kartoffel dort übertragen,
und mit der Frucht im frühen 18. Ih. von Italien her
nach Deutschland eingeführt: tartufkeln, ist eine fremde
art von erdäpfeln oec. Lex. 2111; die Form kartoffel
seit Mitte des 18. Ih., erst bei Adelung verzeichnet; die
gartenfrüchte des bauren sind kohl, ruben, erbsen,
bohnen, fitzbohnen und kartotkeln Möser osn. Gesch.
1, 102; schön röthlich die kartoffeln sind, und weisz wie
alabaster Claudius 1, 17; als geringe Speise einer
feinen gegenüber gestellt: ich habe kartoffeln gegessen
Kartoffel — Käserei.
oder ein wildes huhn Schiller Kab. 5,6; — im Scherze
auch von einer unförmlichen knolligen Nase: er hat eine
bartoffel im gesicht. — Zusammensetzungen: Kartoffelbau,
m. Anbau von Kartoffeln. — Kartoffelbrantwein, m.
Brantwein aus Kartoffeln hergestellt. — Kartoffelernte, .
Ernte von Kartoffeln und Zeit derselben: er besuchte
sie in der k. — Kartoffelfeld, n. Feld worauf Kartoffeln
gebaut werden. — Kartoffelkloß, m. Kloß, Speise,
aus Kartoffeln bereitet. — Kartoffelkrankheit, f. Krankheit
die die Kartoffeln befällt. — Kartoffelland, v. wie
Kartoffelfeld. — Kartoffelmehl, n. Mehl aus Kartoffeln.
— Kartoffelmus, n.. -salat, m., = suppe, k. Mus, Salat,
Suppe aus Kartoffeln bereitet.
Karzer, n. Schul= oder Universitätsgefängnis, aus
lat. carcer übernommen (mit Anderung des Geschlechts
nach gefängnis): ins carcer sperren S 4 iller Wallenst.
Lager 7; als ich im karzer sasz Benedix rel. Stud.
1, 6. Vgl. kerker.
Käse, m. fester Stoff der geronnenen Milch, als
Nahrungsmittel verwendet; frühes Lehnwort aus lat.
caseus, ahd. chäsi, mhd. kæse, altengl. eöse; cazens
kese, kase, kesz, käsz Dief.; diese zehen frische kese
. bringe sie dem heubtman 1. Sam. 17, 18; wie sie
(eine Bauernfrau) ihren butter und ihre käse nacheinander
heraus packte Simpl. 3, 322; nedst einem
stück beinharten käse Gaudy Erz. 53; eine große
Anzahl von Käsearten aufgezählt Garg. 99—100; scherzhaft
in lat. Form: caseus und schunkusz, die machen
0optime trink usz 95; caseus und coepe, die kommen ad
hrandia saepe: und caseus und panis, sind köstliche
lercula sanis 99; sonst gilt käse und brot als ärmliche
Nahrung: che ich wolt hungers sterben, ich üsz ehe.
wie jene gnad fraw, küsz und brot 31; in derbem
Scherze als Maß: ein kerlchen drei käse hoch; im
Bilde: womit soll ich dich vergleichen, alte närrische
erde? bist du ein käse, auf dem milben umher krabbeln?
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treiben; Haus oder Gut, wo Käse gewerbsmäßig bereitet
werden.
Kaserne, k. gemeinschaftliches Soldatenhaus, aus
dem franz. caserne übernommen; jetzt auch auf ähnliche
Bauten übertragen, arbeiterkaserne; von der prunklosen
Art solcher Häuser her, verächtlich: das haus sieht
aus wie eine kaserne, ist im kasernenstil erbaut; 2wei
unendlich lange kasernenartige hüuser HHeine 3, 19.
Käsicht, käsig, käseartig, Käse enthaltend; früher
unterschieden: käsicht, dem Käse ähnlich, käsig, Käse
enthaltend, der käsige theil der milch Abelung; ein
käsichter geschmack, sabo casedtks Steinbach; jetzt
ist käsicht meist in käsig mit aufgegangen: scin gesicht
nahm eine ganz käsige farbe an Wildenbruch Nov. 176.
Kasse, k. Geldkasten und sein Inhalt, Stelle zur Annahme
und Ausgabe von Geldern; Kaufmannswort aus
dem ital. cassa Kiste, Behälter übernommen, im Anfang
des 17. Jh. teils in fremder, teils in deutscher Form
vorhanden, die fremde Form in Kaufmannskreisen vielfach
bis heute: cassa, cabsa, cista, arca, theca, der
cassenrest, arcae residuum Henisch; die cassa wochentlich
uberschlagen, die kaufleut nehmen kein gelt auf.
das sie dasselbig in der cassa feiren lassen ebd.; kaufmännisch
kasse machen, den Inhalt der Kasse fest stellen;
gegen kasse kanfen, gegen bare Zahlung: übertragen
auf den Ort, wo der Geldbehälter sich befindet, und
die Stelle wo aus= und eingezahlt wird: an die kasse
gehen, an der kasse sitzen; auch bei andern als Kaufleuten:
öffentliche, gerichts-, amts-, feuer -, staats-,
theater-, versicherungskasse u. a.; eine kasse führen;
es sind ihm landsherrschaftliche cassen anvertraut
Rabener 4, 34; mit stöszen sich bis an die kasse
(des Theaters) üeht Goethe Faust, Vorspiel auf d.
Theater; allgemeineren Gebrauchs geworden: eines kasse
bestehlen; zweimal hat er seinem wertbgeschätzten
herrn vater die casse erbrochen Rabener 1, 34; besonders
in Formeln: über jemandes kasse verfügen,
otfne Kasse bei einem haben; die frau führt in diesem
hause die kasse; vollc, leere kasse; gut, schlecht bei
kasse sein, viel, wenig bares Geld haben; traf ich den
edeln herrn bei erschöpfter Kasse CF Meyerd. Heilige 5.
— Zusammensetzungen: Kassenanweisung, f. Anweisung
auf eine öffentliche Kasse, namentlich als Papiergeld. —
Kassenbeamter, m. Beamter an einer kaufmännischen
oder öffentlichen Kasse. — Kassenbestand, m. das in
einer Kasse vorhandene bare Geld. — Kassenbillet, n.
Kassenanweisung. — Kassenführer, m. Führer einer
kaufmännischen oder öffentlichen Kasse. — Kassengeld, n.
in einer Kasse vorhandencs Geld; kassenmäßiges Geld,
solches welches bei öffentlichen Kassen angenommen wird.
— Kassenschein, m. Kassenanweisung. — Kassenstück, 7.
Theaterstück das der Kasse viel Geld zuführt, Zugstück.
— Kassensturz, m. Umsturz, Ausschütten einer Kasse,
besonders bei Rechnungsabnahme, auch diese selbst. —
Kassenverwalter, m. Kassenführer. — Kassier, m. Führer
einer kaufmännischen oder öffentlichen Kasse, aus ital.
eassiere: cassier, der dic cassa helt, der das gelt unterbanden
hat Henisch; erweitert kassierer, die jetzt meist
übliche Form: kassirer, praefectus aerarii Stieler.
— kassieren, Gelder in die Kasse nehmen, gewöhnlich
einkassicren (s. d.); — anderes kassicren, aus ital.
Cassarc, für ungiltig erklären, aufheben, schulden, privilegien.
frühere befehle; einen, schimpflich von einer Be-Kaserne
— Kastamiee.
1 kästen, käste bis jetzt geblieben ist; daneben aber kommt