Full text: Das Goldene Buch des Deutschen Volkes an der Jahrhundertwende.

Norddeutschen Bundes, seit 1671 des Deutschen Reiches, 1591 Vorsitzender des Inter- 
nationalen Komitees Tür Mass und Gewicht. Toerster war Herausgeber des Berliner 
„Astronomischen Tahrbuchs“ (vom 1806574}, der astronomischen TMaterlalien zum 
„Königlich preussischen Normalhalender“ dseil 1879 und des 5. Bandes der „Ber 
ohachtungen“ der Berliner Siernwarde (1884), seit 1891 ist er Herausgeber der „Mit- 
kilungen der Vereinigung von Freunden der Hstrononie und kosmischen Physik“ und 
Vorsitzender dieser Vereinigung. Ferner erschienen von ihm: „Populäre Mittellungen“ 
1879, 1884), „Wissenschaftliche Vorträge“ (1876, 1887, 1890) und „Studien zur 
Astronomie“ (1888). Steht seit Jahren an der Spitze der ethischen Bewegung. 
Fraucke, Ernst, Dr., $orialpeliliker und Natlonalökonom, geboren am 10. Dovenher 
1552 in Koburg, 1877 Redakteur in Mirmberg, 18$5—92 Ehelredakteur in Mlndyen, 
1895-97 in Hamburg. Seit 1897 Herausgeber der „Sozialen Praxis“ in Berlin, die 
für die Forlführung der $ozialrelorm auf der Grundtage der kaiserlichen Kundgebungen 
vom 17, Tswernber 1351 uhd 4, Februar 1890 elnirlit. Uleltach wissenschaftlich und 
jeumalistisch ihätig. 
frank, Bernbard, Botaniker, geboren am 17. Janıtar 1339 zu Dresden, 1867 Privat: 
dozent, 18783 Professor an der Iniversität Ceipzig, 1881 Professor an der Landwirt: 
schalllichen Kochschule in Berlin, 1809 Geh, Regierungsrat und Vorsteher der biologischen 
Abteilung des Kaiserlichen Gesundheilsamies in Berlin. 
Franzius, Georg, Wasserbauer, geboren am 5. Juni 1842 zu Aurich, Seit ESTI als 
Baumeister, seit 1878 als Halenbaudircktor bei den Bauten der Kaiserlichen Marine 
thälig, Mitarbeiter am „Handbuch der Ingenieurwissenschaften“, 1897 wurde er zur 
Huswahl eines deulschen Stätzpunktes nach China enisande und schrieb: „Kiautschou, 
unsere Erwerbung in Oslasien“ (1808). Bemüht sich Im Verein mit den Arbeilem 
der Kalserlidhen Werft in Kiel erlolgreich um das Arbeiterwohl durch Schallung von 
Wohlfahriseinrichlungen aus Mliteln der Arbeiter, | 
Franzius, Eudwig, Wasserbauingenieur, geboren am I. März 1832 in Wittmund, 
besuche das Polyiechnikum im Kanmover, wurde 1364 Wasserbaninspektor, war 
1867—75 Prof, für Wasserbau an der Bauakademie zu Berlin und leitet seht 1875 
das gesamie Staalsbauwesen der Freien und Bansestadt Bremen als Oberbaudirektor 
(1885—88 Treihaten der Stadt Bremen. seit 1887 Korrektion der Unterwesen). Seil 
1850 ausserord. Mitglied der Akademie des Bauwesens in Berlin, seit 1292 auch Mit- 
glied der preussischen Immediaikoınmission zur Hbwendung der Bochwassengelähren. 
Schriften: „Korreklion der Unierweser“ (1882 und 1805}, „Meue Kalenanlagen zu 
Bremen“ (888), „Koreehlion der Hussenweser“ (1889), „Der Wasserbau“ (1800); 
Mitherausgeber von Bd. 3 („Wasserbau”) und 4 („Baumaschinen“) des „Bandbucs 
der Ingenienrwissenschaften“. 
Frenzel, Oskar, ausgereichneler Tiermaler, geboren am 12. November 1855 zu Berlin, 
begann eine künstlerische Chätigkeit 1895. Schwi eine Reihe von Tier- und Eand- 
schaftsbildern, 30 „Favoritin“ (1889), „Aus der Eibmarsch“ (1891), „Nebenbuhler“ 
a „Kühe am Bade“ (1896), „Pastorale“ (1897) u. a. Erbiel die Goldene 
Hedaille. 
Fredbers, Emil Albert von, Kirchenrechisichrer, geboren am 22. Dezember 1837 zu 
Konitz (Üesipreussen), studierte in Berlin und Beidelberg, wurde 1662 Privatdozeni 
in Berlin, 1865 ausserord. Prof. in Halle, 1868 ord. Prof. zu Treiburg I. B. und ist 
seit 1569 ond. Prof. in Leipzig. Hraupiwerke: „Geschichte der Zivilehe" (2. Aufl, 1887), 
„Grenzen zwischen Siaal und Kirche“ (1872), „Der Staat und die Bischofswahlen“ 
{1874), „Lehrbuch des katholischen und evangelischen Kirchentechis" (1870, 3. Aufl, 
1859), „Merlassungsgeseize der evangelischen deutschen Landeskirchen“ (1885-62), 
„Merlassungsrecht der evangelischen Landeskirchen in Deutschland und Oesterreich“ 
{1883} und die erste kritische Ausgabe des Eorpur juris canonich (879—$0. INit 
Schling seit 1891 Herausgeber der „Deutschen Zeitschrift Ir Kirchenrecht“. Führt den 
Citel Geh. Hofrat. 
Friedländer, Eudwig, Dr... hervorragender Phllolog und Alternumsiorscher, geboren 
am 16. Juli 1824 zu Königsberg. i. Pr.. studiere hier und in Celpzig, habilitierte sich 
1847 an der Hochschule seiner Ualerstadd und bekleideie hier 1853 — 92 die ordeniliche 
Professur der klassischen Philologie und Archäologie. Seit 1502 lebt er zu Sirass- 
burg i.c. Sein glänzend geschriebenes Baupiwerk ist: „Darstellungen aus der Silten- 
geschichte Roms“ (6. Aufl, 1888 — 00). Fusserdem veröffentlichte er; „Ueber den Kunst: 
sinn der Römer in der Kaiserzeit“ (01852), „Die Homerische Kritik von WON bis Grote“ 
(1853), Ausgaben des Tkarıkal 0886), der „Eena Crimalchionis“ des Pelronius mil 
deulscher Uebertraguing (1890), des Jurenal (1895) u. a. 
Friedländer, Max, Dr., Konzerisänger (Bassist), geboren am 12, Oktober 1853 zu Brieg 
in Schlesien, Schiller von Manuel Garia in London und 7. Stockhausen in Franke 
iurl a. Th. tral 1880 in den Monday Popular Bonceris zuerst an die Deftentlichkeit 
und machte sich hierauf als Üraloriensänger in Deutschland, den Niederlanden, Eng- 
land und der Schweiz einen argeschenen Namen. Er lebi sel 1833 in Berlin, schrieb 
eine Biographie Stanz Schuberis und gab lür die Edition Peters eine kritisch revidierte 
Gesamlausgabe der Lieder dieses Kompenisien heraus, sowie eine Reihe krilischer 
Publikationen. Zur Zeil Privatdozeni an der Universiläl Berlin. Seine musik- 
gesthichilichen Dorräge achöten zu den anregendsien und besuchtesien der 
Kauptsiadi. 
Friedrich, Woldemar, Maler, geboren am 20. Hugust 1846 zu Gnadau {Provinz 
sachsen), Schüler von Steffeck, Ranıherg, Plockhorst und Werlat, bereiste 1873 Italien, 
wurde 1881 Professor an der Kunsischule in Weimar, 1336 an die Kunstakademie 
nach Berlin berulen, sel 13589 INiiglied der Berliner Kunstakademie und Prolessor. 
Yon ibm das Deckengemälde in der Kuppel der Eingangshalle des Berliner Aus- 
stellangsgebäudes (1836), Wandgemälde in der Aula des Gymnasiuns zu Willenherg, 
im Reichsgericht und der Auchbändierbörse zu Leipzig u. &, Ilusirationen zu Hallbergers 
Schillerausgabe und zur Prachiausgabe von Julius Wolffs „Der wilde Jäger“, „OÖ Monate 
Indien”, „Deulsche Jugend” u.a. Einer der glänzendsien und begablesten Ilusira- 
tören und Monumentalmaler unserer Zeit. 
Friedrich, Eeopold Franz Trikolaus, Ferzog von Anhalt, geboren am 29. April 1831 
zu Dessau, folgte seinem Ualer 1871 in der Regierung. Der Herzog ist preussischer 
General der Infanterie & la suite des I. Ganderegiment; zu Fuss. Aus seiner am 
22, April 1854 mit Prinzessin Antoinette von Sachsen Altenburg (geboren 17. April 
1833) geschlossenen Che gingen vier Söhne und zwei Cöchter hervor. Erbprinz ist 
Biographien 13 
nach dem Tode seines altern Bruders Leopold (7 2. Februar 1880) Prinz Friedrich, 
geboren am 19. August 1556, vermäahlt set 2. Juli 1889 mil Prinzessin Marie von 
Baden. 
Friedrich, Wilhelm Eudwig, Grossberzog von Baden, neboren am 9. Sepiember 1826 
zu Karlsruhe, Siudierie seit 1845 zu heidelberg und Bonn, folgte am 24. April 1852 
bei dem Code seines Vaters zunächst als Prinzregent, da sein älterer Eruder Eudwig IH. 
(r 22. Jansar 1958} geisieskrank war, seit dem 5. Seplember 1856 als Grossirerzog. 
Sireng konslitniioneller Fürst, beobachlete mach aussen eine ausgesprochen deulsch- 
nationale, preussenireundliche Aallung. War einer der hingebendsten Förderer bei 
Schallung des neuen Deutschen Reiches, dessen Stiklze und Berater er in allen wichtigen 
Lagen blieb. Der Grossherzog ist preussischer Generaloberst der Kavallerie, seit 1838 
mit dem Range eines Generalfeldmarschalls, seit 1877 Generalinspekteur der 5. Armee- 
inspeklion. Seit 20. September 1856 ist er vermählt mit der Prinzessin Luise von 
Preussen (geboren 3. Dezember 1338), Tochter Kaiser Wlihelms I. Grossmütige Förderin 
der Künste und Aohllähniseinrichtungen. Erbgrossherzog Ist sein Sohn Friedrich. 
Friedrich Franz IV., Michael, Grossberzog von Mecktenburg-Schwerin, geboren am 
9. April 1882 zu Palermo, folgte seinem Waler under Vormundschall seines Üheims, 
des Herzogs Johann Albrecht, und ist Ehei des I, und 3. Batalllons des Grenadier 
regiments Nr, 89, 
Friedrich Wilhelm, Karl Georg Ernst Adolf Ausiap, Grossberzog von Merklen- 
burg-Sirelitz, geboren am 17. Oktober 1319 zu Theusirelliz, studierte zu Bonn, ver 
mählte sich am 28. Juni 1843 mit der Prinzessin Augusta von Grossbritannien und 
InMand dgebören am 10. Juli 1822), gelangte am 6. $epiember 1860 zur Regierung 
und ist preussischer General der Kavallerie. Chronfolger ist sein Sohn, Erbgrossherzog 
Adolf Triedeich, geboren am 22. Juli 1848 zu Theusirelliz, preussischer General der 
Kavallerie, vermäblt 17. April 1877 mit der Prinzessin Elisabeih von Anhalt (geboren 
?. September 1857), aus welcher Ehe zwei Söhne und zwei Löchter hervorgegangen sind. 
Friedrich, Adolf Hrerm., Fürst zu Waldeck und Pyrmont, geboren am 20. Januar 
1865 zu Arolsen, besuchte 188683 das Gymnasium zu Kassel, 1884-87 die Uni. 
versiläten Göttingen und Leipzig, irat 1888 im das 3. Gardeulanenregiment ein id 
folgte seinem Water bei dessen am 12. Mal 1893 enlolgten Code in der Regierung. 
sürst Friedrich, Oberstleutnant & la suite des 3, Gardewlanenregiments, ist seit 9. Augusi 
1895 mit Prinzessin Bathildis, Cochter des Prinzen Wilhelm von Schaumburg-Lippe, ver- 
mählt, weicher Ehe ein Sohn, Prinz Josias, geboren am 13. Mal 1806, entsprossen ist. 
sries, Wilhelm, hervorragender Schulmann, geb. 23. Oktober 1345 in Landeshut 
(Schlesien), Eehrer am den Gymnasien bezw, Realgyınmasien zu Breslau, Bielefeld und 
Barmen, 1856 Direhtor des Gymnasiums in Eutin, 1881 Rektor der Lateinischen Haupt- 
schule und Kondirekior der Franckeschen Stiftungen, seit 1892 Direklor der Frandkeschen 
Stiftungen zu halle a. 5... selt 1897 zugleich Professor lür praktische Pädagogik an 
der Universität, Herausgeber der von D. Frick begründelen pädagogischen Zeitschrifi 
„Eehrproben und Lehrgänge“, Er verlasste ausser einigen phllologlschen und mehreren 
besonders aul den Iateinischen Unterricht und auf Gymnasialpädagogik bezüglichen 
$chrifien: „Die Borbildung ser Echter für das Eehramt” (1895) und „Die Frandkeschen 
Stflungen in ihrem zweilen Jahrhundert“ (1898), 
Friese, Richard, ausgezeichneter Ciermaler, geboren am 15. Dezember 1854 in Gum« 
binnen, erhielt seine künstlerische Hushildung auf der Berliner Akademie. Seine dr- 
mälde schildern meist die wilden Ciere und mit besonderer Meisierschait das Eeben 
des Eichwildes und des Königs der Tiere, des Löwen. Uon seinen imeitterhaften 
schöplungen mögen genannt werden: „Ein Eöwenpaar beschleicht den Lagerplatz 
einer Karawane“ (1884, Galerie in Dresden), „Kampf von Auerschsen im winterlichen 
Urwald“, „Auf der Walstaut“ (1396, Nationalgalerie in Berlin). 
Frimmel, Theodor von, Kunsihistoriker, geboren am 15. Dezember 1853 zu Amstetten, 
siundierie Medizin und ist jetzt grällich Schönborm-Wiesentheidscher Galeriedirektor In 
Wien. Er schrieb: „Beethoren und Goeihe“ (1853), „Zur Kritik von Dilrers Apokalypse“ 
(1834), „Die Apokalypse in den Bilderbandschriften des Mittelalters“ (1835), „Neue 
Beeihoveniana” (1838), „Kleine Galerkestudien” (1991—94), „Jos. Danhauser und Beei- 
heven“ (1392), „Frandbuch der Gemäldekunde* (1894), „Uerzeichnis der Gemälde in 
aräflich Schönborn - Wiesentheidschem Besitz“ (1694), „Uerzeichnis der Gemälde im 
Besitz der Frau Baronin Auguste Summer von Tavarnok” (1895) und „Kleine Zalerie- 
sindien“ in drei Folgen (1801— 99), deren dritte eine „Geschichte der Wiener Gemälde- 
Sammlungen“ enihäll. Jilngst begann er „Philosophische Schrilten“ herauszugeben. 
Fritsch, Brung, Unterstaatssekrelär. geboren am 26. Juni 1842 zu Dessau, 1883 
vorlragender Rat, 1894 Direktor. 1898 Unterstaatssekretär im Reichspostami, Beuoll- 
mächligler Deufschlands zu den Weltpostkongressen in Eissabon 1935, len 1891, 
Washington 1897, Delegierter zu der Konferenz über das Postzeitungswesen in Brlissel 
1596, Delegierter zu den Internationalen Celegraphenkonferenzen In Berlin 1835 und 
Budapest 1896. Während des deutsch «französischen Krieges Leiter der deutschen Post. 
ansialt in Versailles und der deutschen Posteinrichtungen im Departernent Seine eı Dise, 
Fritsch, Karl von, Geolog, geboren am I. November 1838 zu Weimar, wurde 1863 
Privatdozent in Zürich, 1867 Dozent der Senckenbergischen nalurforschenden Gesellschafi 
in Franklun a. IM, 1873 Professor in Halle, 1895 Präsident der Kais. Eeop. Bar. 
Deutschen Akademie der Naturforscher; schrieb Aufsätze und Werke über seine (tor 
logischen Untersuchungen In Chüringen, in den Alpen, auf den Kanarischen Inseln, 
auf den griechischen Sanlorlninseln, in Kleinasien, im Balkan, in den Ahenninen, im 
marskkanischen Ailas u. 5. w., „Lcher palaconiologische Geyenstände“, und „Alige- 
meine Geologie“ (188). .—. 
Frölich, 6skar, Elektrotechniker, geboren am 23. Thovember 1843 in Bem, studierte 
hier und in Königsberg, wurde 1867 Direktor der eidgenössischen Eichstätte in ‚Bern, 
1865 Prof, und Verweser der Land. und Forsiwirischaftlichen Akademie Hohenheim 
und ist seil E873 Oberelektriker und Ehet des Taboratoriung der Firma Siemens & Halske 
in Berlin. Faupiwerke: „Bandbuch der Elekirlzität und des Magnetismus" (1978, 
2. Aufl. 1857), „Die dynamoelektrische Maschine, eine phusikalische Beschreibung für 
den technischen Gebrauch“ (1856). Frölich ist besonders verdient um die Cheorie der 
Dynamsmaschine. 
  
Fröschl, Karl, Maler, geboren am 23. August 1848 in Wien, besuchte die Akademien 
zu Wien und München, bereiste 1874— 76 lalten und Tebl seit 1883 ständig in