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Vertheidigern der alten Religion gewesen waͤren, die Ruhe
Deutschlands gar nicht interessiren sollen, ob ein paar in der
Religion gleichdenkende Fuͤrsten auf dem Reichstag nebeneinander
sitzen oder ein paar Disseutlrende. Es war doch offenbar
erwiesen, dag die neue Religion dem Staate nicht schädlich
sey; ihre Unschuld an den entstandenen Baucrn-Unruhen
war sichtbar; was interessirte es also die gemeinschaftlichen
Angelegenheiten Deutschlands, ob ein paar Fürsten nicht mehr
glauben wollen, was bisher die Kirche glaubte, sondern auch
ein wenig mit eigenen Augen sehen. Aber so viel konnte dieses
Zeitalter unmöglich abstrahiremn. Bann und Acht lag auf
Luthern schon seit seinem ersten Verhör auf dem Reichstage
zu Worms; die Fürsien und Städte, welche nach Luthers
Beispiel in der Reformation immer von einem Punkte zum
andern fortschritten, schienen also gleichfalls in Bann und Acht
verfallen zu seyn; das feierliche Bekenntniß, welches
sie 1550 dem Kaiser übergaben, so viel irrige Begriffe es
auch manchen vornehmen Katholiken benahm, verschaffte ihnen
doch noch nicht gesetzmäßige Duldung. Der Kaiser war jetzt
nicht gerade in der Noth, that also jetzt keinen Zug zum Vortheil
der Freiheit der neuen Lehre, vielmehr erfolgte ein neues
Dekret gegen sie. Karl war nicht der Prinz, der nicht die
heiligste Wahrheit seiner Politik ausopfern sollte; er brauchte
den Pabst so oft für seine Absichten in Italien, dem mußte
er also manchmal eine kleine Gesälligkeit thun; die Hülfe der
Mrtestanten hatte man oft gegen die Türken nothwendig;
auch der Wahl Ferdinands schien lange Zeit ein wichtiger
Punkt ihrer vollständigen Gültigkeit zu fehlen, da sie von den
Protestanten nicht anerkannt wurde. Je nachdem also Bedürfniß
des Einen oder des Andern da war, erklärte sich der
Kaiser mehr zu Gunsten der alten oder der neuen Religion.
Er glaubte auch hier eine schickliche Gelegenheit gefunden zu