830 Einkaufskommission, Eisenbahnpromessen
Ein Fabrikbesitzer, hatte einem Banquier Einkaufskommission
bezüglich solcher Promessen gegeben
und war diesem für die Anschaffungskosten, so
wie für Einzahlungen bis zu 20 Prozent, welche
der Bangquier, bei fruchtlosen Aufforderungen an
denselben, auf eine Partie Promessen geleistet hatte,
welche bis zur Zahlung der Anschaffungskosten in
Depot bei ihm verblieben waren, mehrere Tausend
Gulden schuldig geworden, welche Forderung, unter
Vorlage eines Conto-Corrents, eingeklagt wurde. —
Ueber die bei solchem Geschäfte einschlagenden
Rechtssätze spricht sich ein oberstrichterliches Erkenntniß
vom 5. August 1853 RNr. 13905 1/83 in Folgendem
aus:
Es liegt nach der Klage kein Kaufgeschäft, insbesondere
kein Lieferungskauf dem zwischen den
Streitstheilen stattgefundenen Geschäftsverkehre zu
Grunde, sondern elne Einkaufskommission, das ist
ein Mandat. Nach den Bestellungsbriefen wird von
Seite des Beklagten Auftrag gegeben: Eisenbahnaktien,
beziehungsweise Interimsscheine, der betreffenden
Eisenbahngesellschaft, Mainzer Zeichnung, für
ihn, unter Beschränkung auf einen gewissen Cours
und ein bestimmtes Agio (worin hier die Preisbestimmung
der Waare besteht) einzukaufen. Aus
allen Briefen ist, auch ohne besondere Rücksicht auf
die gebrauchten kaufmännischen Ausdrücke, unzweideutig
zu entnehmen, daß der Kläger für den Beklagten
bei Dritten (das heißt bei Besitzern solcher
Interimsscheine) solche käuflich erwerben sollte.
Davon, daß sich Kläger (wie dies bei dem
Lieferungskaufe der Fall ist) dem Beklagten gegenüNber
verbindlich machte, bis zu einem bestimmten
Termine eine gewisse Anzahl Werthpapiere zu einem
bestimmten Cours zu liefern, d. h. käuflich abzugeben,
ist nirgends die Rede. Kläger verkaufte nicht an den
Beklagten zu einem übereingekommenen Preise,