Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Aummer  146

den  die  Waren  in  zwei  Gruppen  eingeteilt,  und
zwar  in  solche,  die  dem  Veredelungsverkehr  unierlichen,
  ferner  in  sogenannte  Stapelwaten.  die
auf  heiden  Seiten  in  größeren  Mengen  vorhanden
  sind.  Aus  deutscher  Seite  kommen  Arzneimittel,
  Kohlen  und  Kaii  in  Betracht,  auf  finnischer
  Seite  Kupfer,  Mungan  und  hochwertige
Erze.  C###  die  Stapelwaren  ist  kein  besonderes
Kompensations  versehren  vergesehen.

numänsen.

Peter  Carpals  Ankläger.
Bukarest,  25.  Juni.  Nach  einer  Jassyer
Zeitungemeldung  wird  der  greise  rumänische
Staatsmann  Carp  anläsßlich  der  Ratifikation
Ddes  Friedens  eine  Rede  halten.  in  der  er  eine
scharfe  Anllage  gegen  eie  gesamte  liberale  Politik
  seit  1913  bis  zur  Demission  Bralianus  erheben
  wird.  Carp  wird  vom  Parlament  die  sofortige
  Erhebung  der  Anklage  gegen  die
Negierung  von  1916  verlangen.

–

AMgemeines  vom  Krieg.

Englische  Grausamleiten.

*  Verlin,  25.  Juni.  Prinz  Schönaich-Carolalh
  fragle  heute  ##n  Reich-lag  an  negen
der  Nachricht,  daß  im  Kemmelgebiet  in  englische
Gesangenschuft  geratene  dentsche  Offiziere  und
Mannschaften  unmenschlich  hingemartert
  worden  seien.  Oberit  v.  Fransechi  ant—
wortele,  daß,  menn  der  Fall  beilätig!  werden
sollte,  nachdrüclich  Einispruch  gegen  dieses  nie
dertrachtige  Verbrechen  erholen  und  flrenge  #
strafung  der  Schuldigen  gesordert  werde.
Kein  Nachlaissen  der  irischen

Bewegung.

""  Amsterdam,  25.  Juni.  Wie  aus  hier
sinhetraslche  englische  —  TKilungen  hervornehl.
ist  die  Stirmnng  in  Kilund  hichts  Weniger  ais
ruhig.  Andauern  io  mm  er  noch  zu  scimeren
Kämpfen.  bei  denen  **“  selten  ohrie  hermundete
und  Tote  abnet.  Hau  *  erden  Wastenvor- 



 

   

  
 

räle  .  zeutelre  beschlag.
nahmt.  Die  Sinnseiner  senen  ihre  äligkeit
ort.  Der  Aufruf  der  Vleelönigs  French  zum

freimilligen  Eintritt  der
bisher  nur  gum  geringen
Pung  der  iriichen  Geütli
äung  der  eiwillinen

schlagen.

die  wiesschastsschen  Answirkungen
Uaferer  Offensive.

Während  der  Wasenersolg  und  Geländegeminn
  einer  -  ive  sossert  allen  sichtbar  und
Derständlich  mird.  loten  nanz  ellen  und  wirkschaftuchen

  Wirlungen  unmittelbur  gleich

Iten  in  das  Heer  hatte

jola.  Die  Umwer—
d:  Unterflüt-.
  Just-Ist  isifchlgo

  
 
 

«- 



iEtIii

-7

Als  z.  B.
deutsch  öflerreichiick
Kann  und  der  sibrS
reifte,  sprang  der
mark  an  den  u
Von  CEnde  Öltaber  bistiegen
  die  Marklurie  in  Stanh#r###n  onnnm:
auf  ##  .  in  em  bon  ##.0O  auf  J.  i,  in
Kabennnen  von  1  i  aus  l.  in  ürich  von

aus  E#.  Jeither  hat  di  demihe  Reicheznn.
  ven  ve  -naliu  munig  tleinen  Schwaninnden
  a0g###chen,  nich"  mieder  eine  ausge  prochene
Tenden  nach  unten  ##igt.  en  haben  die
Culented’sen  die  #  ung  der  Siege  im
Often  und  cn  #laß  heen  Oberitalien  aufzeror
dentlich  geinrt.  Zu  berhalinimäöstig  lurier  Feit
sank  der  eien  Dollr  von  J.  1  Ml.  auf
6„  nnen  on.50  Ml.  auf
der  jranzösischen  Fraulen  von
1.10  Mk.  auf  5%  kel,  und  der  Lirepreis  von
361  auf  1#.  Pf.  und  darunter.

Aber  auch  an  der  HLaliung  der  Börsen  in  ussl.
gemeinen  war  der  Cinslus  der  russischen  Umwälzung
  und  ni#erer  dilentee  in  Illlien  deullich
  zu  merien.  Währe  d  Mien  und  Verlin  auf
die  gunftigen  Beuichie  mit  einer  türmischen  Aufwärtsbewegung
  untworfelen,  wür  iOn  November
V.  J.  die  MNeun  mrker  Nörie  ür  IInnon  alisiert.  An
der  Montrealer  Bärse  mußten  sogar  wegen  der
cbefahr  eine:  Huremammenbruche-  Mindestpreise
  eingefülmi  n:  unden!  Iyn  Pati-  siel  der
Kurs  der  jcanzoiigen  viente  uuf  ungelahr  553
Proz.  gegennber  ½:  Pre=  Mitie  Juli  1011.

Am  stärliten  hat  nalurlich  Almien  unler  der
vorjahrigen  O  sichive  geliten.  Mil  Croberung
der  Proumzen  Mie  und  Belluno  sielen  den
Mittelmachten  er  rire  —e-Hand,
  die  für  i#e  Krienseung  und  Wirtschaft
von  sröß  ter  Bedeutung  wanreit.  Wiit  dem  Vormarsch
  der  deutichen  I##rppen  in  rusisches  Geblet
  erhöllln  sich  die  Krieg#ent  don  Dezember
bie  Anfang  Marz  1013  im  Werte  von  rund  einer
Milliarde  B#rl  und  damil  der  leirischalniche
Nutbzen  der  Ojsenive.  Hinzu  ian  die  Lahmlegung
  der  Enlentebege  aur  Rußland,  worunter
inoebesondere  die  cnalische  Industrie  schwer  zu

im  Navember  1917  die  siegreiche
Of#ssensive  in  Italien  beschlus

  im  O  Ollen  herander
  deulsehen  Reichsiten
  Blaen  schneil  ansfwärts.
Cude  Dezember  1617

  
    
 

Ain

  

 

  

 

  

 
  
 

 

   

leiden  hatte.  Verucsichitgt  man  die  Ersatzuotwendigleiten,
  die  der  Culente  durch  die  Wegnahme

  umfangreichen  Materials  in  Italien  entstanden,
  so  wird  der  wirtschaftliche  Einfluß  der
fensiven  noch  deutlicher.  Die  englische  Kriege

strie  mußte  amit  leberspannung  die  Ergan-51
  der  italentschen  Materialverluste  betreiben,
worvnter  die  Versorgung  der  Westfront  und
bie  Trachtrgumrgtionierung  sehr  zu  leiden  hatten.

11.  August  aufgestellt.

 

Rosenheimer  Anzeiger

Mit  dem  Einsetzen  der  deutschen  Offensive  im
Westen  im  Frühjahr  1918  zeigten  sich  von  neuem
die  schon  bekannten  Erscheinungen.  An  der  Neuvorler
  Börse  schlug  die  Stimmung  um,  und  am
Londoner  Esseltenmarkte  gingen  die  Kurse  der
5  ichtigsten  Papiere  ebenfalls  schnell  zurüd.  Die

137  amtlich  notierten  Hauptpapiere  des  Lonroner.
  Marltes  verloren  im  Mai  1918  gegen  den
leichen  Monat  des  Vorjahres  100  Millionen
Pfund  Slerling,  gegen  den  Mai  1916  225  Millionen
  Pfund  Sterling  an  Wert.  Oie  Finanzschwierigleilen
  der  englischen  Negierung  nahmen
zu.  Die  Bemühungen  des  Schagkan'lers  zu
Anjang  Juni  d.  Jr.  50  Millionen  Psund  der
einzulösenden  Jinsscheine  der  Kriegsanleihen  in
„National  War  Bonds“  umzulauschen,  sind  ein
JZeichen  sinlender  Kanflust  um  Eenglichen  Kriegeleibeamartt.
  Von  Anfang  Januar  bis  Ende
Mai  d.  Jr.  sank  die  Devise  London  von  21  auf
19,90,  uim  rt  73.50  auf  73,50,  Italien
sogar  von  W16,  60.  Die  französische  Re-Nierung
  hat  *mmà  größere  Muhe,  ihre  Schatzwechsel
  im  Publilum  unterzubringen.  Die  Vorschusse
  der  Bank  von  Frankreich  an  den  Staat
beliesen  sich  in  einer  einzigen  Woche,  vom  28.
Marz  auf  den  2.  April  1918,  auf  nicht  weniger
als  80  Miillionen  Francs.  Wöchentliche  Vorschusse
  in  solcher  Höhe  sind  jenzt  Alltäglichkeiten.
Die  Noten  der  Baul  von  Franireich  sind  heute
nur  noch  mit  ungefähr  12  Prozent  durch  Gold
gedecht  gegen  mehr  al#  70  Prozent  #u  Beginn  des
Krieges!  Das  französische  Kapital  bar  lein  Vertrauen
  mehr  zu  der  Zal  la#t  de:  Stagtes,  u#s
sich  auc)  in  ciner  schneilen  Feucht  hrofer.  Suminen
nach  dem  neutralen  Autlande  äußert.  Die  Umer--bringung
  riesiger  Kapitalemengen  in  neutralen
Banldepots  llonnte  von  der  französischen  Regierung
  in  der  Kammer  nicht  geleugnet  werden!
Wer  bätie  ie  gedacht,  daß  die  Vereinialen  Slaalen
  zu  Valutannle  ihen  greiien  müßten?  Das
Aniehen  d#  angelächiischen  Kredils  h##  dadurch
im  nieulraien  Aurxlande  eine  ischmere  Tinbuße
erlitten,  un  deullich  aus  reutralen  Presselritilen
hervorge!lt.

Bedemlich  sür  die  Welimächte,  be  orn

 

ders  für

 

Frankrri#,  ist  aud)  der  slarie  Ve  irucht
barer  londwirklschusllicher  Gbiele.  *  Marz
d.  J.  Dat  Frankreich  große  Landuriche  mit

reichem  (betterdriland,  mit  Weinbergen  u.  vie

lem  Nioch  eirgbbeßt.  Die  franzosische  Bevöllerung
  lam  schon  Ling##  nicht  mehr  aus  der
hinenen  Ernte  ernährt  nmerden.  Zeder  Landverlust

  teiset  daher  die  frantüöfis.0=  Nahrungszuliesierrann

  beso:ders  schwer.  Krankreich
in  heute  mil  seiner  Ernährung  im  höchsten
Maße  von  überseeischen  Zusuhren  abhängig.

rüllahrsosf#ensire  1913  das
bedentende  Jodu  zitrirgebie-  der  Pas  de  Calais
lahmgelegt.  Seit  Marz  d.  J.  liegen  die  grosen
  Kohlenzechen  um  Vethöne  unter  deulschem
er,  Ihre  Pre  dultion  r  entweder  ganz

rusgehört  haben,  oder  doch  art  i:  is  Sloden
raten  sein,  daß  sie  für  die  àor  sche  Kriegsinduirrie
  uur  noch  unwelentlich  in  Vetracht
lommt.  Da  die  Össten##e  Sch'sfe  und  Eisen-Lahnen
  für  I##n#ppenirans  bort:  u  Veschlag
belegt  hat.  so  lann  die  Kohl  nbelicierung  durch
England  9  we'entlich  sein.  lng.  von
Truppenansorderungen  dürften  die  ssiffun
gen  ĩich  noch  ver  mindern.  Di:  srazösische
Kriegeinduitrie  muß  also.  wenn  9  sehr  um
sungreiche  Vorräte  angesmmeli  worden  sind,
in  eine  peinliche  Kiise  geralen.

Die  schlimmite  ÖOffensiuwirkung  für  die  betrossenen
  Lünder,  besondert  wieder  für  Franlreich.
  #1t  der  große  Verliul  an  Arbeltslräften.
Schon  bis  um  1.  März  1913  hatten  die  Mit
ltolmächte  Cesangene  gemacht.  Diese
Zuhl  übersh  die  Gesamtiahl  drr  mäm  llichen
GErwerllälig  n  Schwedens,  Norwegens  uind
Dauct#rr  um  mehr  als  eim  haib:  Million.
arnnter  hat  besonders  Frankreich  zu  liiden,
dessen  Bendlierung  während  des  Krieges  ssernmäsig
  unter  die  ilnlienische  Beoöllerung  g:-junl
  en  ist.  «

.i  susstuc  an  der  Wesifront  hot  die
ungusstiuen.  Wirtschaftewirlungen  auf  die  Enlente
  noch,  vorschuurfl.  Der  diutichen  land-  und
soritmirtschaftsichen  Ausnützung  su7  ,wieder  weit
üher  100%  Quadratsilome'er  seu##b  ##bestelllen
  Bodens  angesöhll.  Viele  tädte  und  Fle
den  mit  Vorrälen  und  #duktriennlagen  sind
uiun  deultsche  Hund  gesallen.  Die  französischen
Tam  porlwege  sind  zerrüllel  oder  mit  Militärkransporten
  überlaftel.  so  daß  die  Nahrungemitlelnersoigung.
  i  ebesondere  ler  Hauplftadt
Paric.  dadurch  erbeblich  erschwert  wird.  Deutschland
  hat  also  durch  seine  Ofiensiren  außeror—
bentlich  viel  gemonnen.  Eine  Armee  von  Arbeitetrüften,
  unüberiehbor  Mot  rfal,  weilen
und  reichen  ndutschaftechen.  Voden,  groß:e
Viehbeslände  und  .  me  ter.  Di'  milülärischen
Ersolge  haben  die  Finanz-  und  Wirtschaftskraft
der  Mitlelmächte  wesentlich  gestärkt  und  die
ihren  Feinde  ent  preithend  geschwälht.

Rane#schn.

Die  Landtagslandidatur  im  Wahlkreie

  Mühldors.

An  Stelle  deso  Herrn  Landtagsabg.  Pfsarrer
Vauer,  der  bekanntlich  sein  Mandat  wegen
Kramhei  niedergelegt  hat,  wurde  am  Montag
von  der  Vertrauensmännerversammlung  Herr
Bezirkspräsen  J.  B.  Lohr  aus  München  mit
52  Stimmen  als  Kandidat  für  die  Wahl  am
Auf  Landrat  Georg
von  Altmühldorf  sielen  43  Stimmen.

Geiner  hal  die

 

 

 

 

 

 

 

HMscheust  Neuugkei#en.

*  München.  26.  Juni.

Gegen  den  „Weibs  teufel“.  Der  Erzbischof
  von  München-  F  Freising,  Dr.  Michael  v.
Faulhaber,  erwähnte  in  seiner  Kriegs  predigt.
die  er  in  der  Frauenlirche  vor  einer  zahlkreichen
Menge  hielt,  auch  Schönherrs  „Weibsteuse!“
und  legte  entschieden  Verwahrung  gegen  dieses
Stück  ein,  das  er  auch  künftlerisch  in  keiner  Weise
gelten  lassen  will,  serner  gegen  die  Tatsache,  daß
es  gerade  jetzt  gespielt  werden  dürfe.

Nach  einer  Mitteilung  der  Direktion  des
Schaufpielhauses  hat  sich  diese  auf  Wunsch  des
Königs  entich  lossen,  Schönherrs  Trama  „Weibsteusel'“,
  das  gestern  zum  ernenmal  hier  zur  öffentlichen
  Ausfullrun  in  tam,  im  Interesse  des  Burgsriedens
  vom  Spielplan  abzusetzen.

Unglüdssüalte.  In  einer  Kunstanstalt  in
der  Augustenraße  geriet  ein  Maschinenmeister
in  eine  Maschine  und  wurde  so  schwer  verletzt,
daß  er  alebald  flarb.  In  cinem  Betrieb  an
der'  Lerchenfeldstraße  geriet  ein  16  jähriger  Hilfsarbeiter
  umer  einen  Materialzug  und  erlitt  lebenegefährliche
  Brustauetschungen.

 

————

1  Die  Donauwörther  Badeanstalt
murde  von  dem  Hochwasser,  das  die  ODonau  gegenwärtig
  führt,  losgerissen  und  fortgeschwemmt.

Das  Spiel  mit  der  Wafse.  Auf  dem
Keilberg  ee  Negensburg  vergnügten  sich  mehrere
Vurschen  mit  allerlei  Spielereien.  Einer  der
Burschen  zog  scher-weise  einen  Nevolver  und
zielte  damit  auf  einen  Kameraden.  Plötzlich
brach  ein  Schuß  und  die  Kugel  traf  den  15
Jahre  alten  Fränkl  im  Hinterkopf.  Der  Bursche
verlor  sofert  das  Bewußtsein.  Er  ist  lebensgefährlich
  verletzt.

Acber  eine  Million  für  85  Fuder
Wein.  Zu  der  Weinversieigerung  des  Winzervereins.
  Ungsein  (Pfalh  war  der  Andrang  so
stark,  daß  der  die  Verkfteigerung  leitende  Nolar
  dringend  ersuchen  mußte,  leine  weiteren  Besucher
  mehr  zueulassen.  Entsprechend  diesem  Massenbesuch
  war  der  Wettbewerb  um  die  auegebotenen
  Weine.  So  lam  es  denn,  daß  für  die
zur  Uerileigerung  ktehenden  85  000  Liter  die
Riesensumme  von  1140  092  Mk.  erzielt  wurde.
Die  billigste  Sorte  ging  um  9600  Mk.  für
1000  Liter  sort,  während  die  höchstbewertete
Sorte  21  000  Mk.  für  1000  Liter  erzielte.
Daran  können  sich  nur  die  Kriegsgewinnier  noch
laben.

 

 

i#st  es  zur  Erneuerung  der  Zestungsbestellung.
  Der  1.  Juli  naht  heran
und  mis  ihm  gehen  die  vierteljährigen
und  elntnonattg.  Seitungslieferungen
zu  Ende.  Um  einen  Andrang  bei
der  Post  und  in  unserer  Geschäftsstelle
  zu  vermelben,  der  belden  Teilen
mur  Zeitverfäumnisse  vermsachen
würde,  ersuchen  wic  unfere  verehrl.
Lefer,  die  Beftellung  jeo#t  schon
Zu  erneuern.

Geschäftsstelle  des  „Nosenheimer  Anzeiger"

1.  1

—  ———2

Dom  Oberland,  25.  Juni.  Die  Johanniseuer
  erloschen.  Es  war  immer  ein  schönes
Sch  zauspiel  alle  Johannitag,  als  dieser  noch  als
ein  hoher  Feillag  gefeiert  wurde  und  in  der
Abenddämmerung  beim  Aveläuten  die  vielen
Johannisommerseuer  auf  den  stolzen  Bergspizen
  und  im  Land  umher  auf  Anhöhen  und
Hügeln  brannten.  Leider  schwindet  auch  dieser
uralte  schöne  Brauch.

Kiefersfelden,  27.  Juni.  Touristen-=unglück
  im  Wilden  Kaiser.  Dieser  Tage
untern  ahmen  ein  Herr  und  eine  Dame  eine  Klettertour
  im  Griesener  Kar.  Dabei  riß  in  der
sogenannten  Zellerwand  infolge  Steinschlage
plötzlich  dab  Seil  und  die  Dame  stürzte  in  die
Tiefe,  wobei  sie  innere  und  äußere  Verletzungen
davontrug.  Ihr  Begleiter  schleppte  sie  unter
größter  Anstrengung  sieben  Stunden  weit  bis
zur  Fritz  Pflaumhütte,  wo  endlich  am  driltten
Tage  Hilfe  aus  Kitzbühel  eintraf  und  die  Dame,
die  u.  a.  beide  Fühe  gebrochen  zu  haben  scheint,
ins  dortige  Spital  verbrachte.  Ihr  Begleiter
blieb  unverletzt.

Prien,  25.  Juni.  Der  von  Chorregent  Merrmüller
  und  Koaosutor  Wildenrather  geleitete
Verein  für  Jugendfürsorge  und  Jugendpflege
veranstaltete  eine  Versammlung  für  Eltern  und
Freunde  der  Jugend.  Ter  Cäcilien-Psarr-Verein
  leitete  die  Feier  mit  einem  weihevoll  ge.
sungenen  Psalm  „Der  Herr  ist  mein  Hort“  von

z.  Klein  ein,  dann  folgte  ein  von  einem  halb- 



 

 

Donnerstag,  22.  Juni  1918

wüchsigen  Jungen  guffeish  gesprochener  kurzer  Prolog.

  Pfarre  hielt  eine  gehaltvolle
Ansprache  en  .  etporn  oie  Bedenltung
  des  Tages  betonend.  In  tief  —
großzügiger  und  voch  pypulärer  Ansprache  bezeichnete
  Freiherr  v.  Cramer-Klett  als  Prin:ip
der  Vertiefung  und  des  Ausbaues  der  Jugenderziehung
  die  Pflicht  und  die  Autorität.  Die
zahlreich  versammelten  Zuhörer  solgten  dem  an
Beispielen  reichen  Vortrage  mit  größter  Aufmerksamleit
  und  spendeten  lebhaften  Beifall.

Traunstein,  25.  Juni.  Ludendorff-Spende.
  Das  Sammelergebnis  im  Stadtbezirk
  beträgt  bisher  8600  Mark

Trostberg,  24.  Juni.  Ein  Bürgerspital
  wiro  hier  erbaut;  im  Bruckermoos  bei  Riosenheim
  solten  ferner  über  1800  Tagwerk  Mogdrgelände
  mit  einem  Kostenaufwano  von  300  000
Mark  entwässert  werden

Tittmoning,  25.  6.  Russenfang.  Eine
abenteuerliche  Flucht  riekierten  zwei  aus  Pfarrkirchen
  auegerissene  kriegsgefangene  Russen.  Sie
trieben  sich  ein  paar  Tage  in  der  hiesigen  Salzachan
  herum,  rissen  dann  von  einer  Diensthütte
beim  Einfluß  der  Ache  in  die  Salzach  eine  Wand
heraus  und  Zmmerten  damit  ein  Floß,  mit  dem
sie  über  die  hochgehende  Salzach  setzen  u##Iten.
Auf  dem  Floß  hatten  sie  zwei  Fahrräder  und
sonstige  Habseligkeiten  verstaut.  Die  Ueberfahrt
wurde  nachts  1  Uhr  versucht,  gelang  aber  nicht,
da  das  Floß  auf  einer  Sandbank  seillief.  Split.
ternacklt  wurden  sie  dann  dort  entdeckt,  darch
Schiffer  geholt,  festgenommen  und  ins  Amtsgerichtsgetängnis
  eingeliefert.

Otting,  23.  Juni.  Tödlicher  Unfall.
Der  zwölfjährige  Krämerosohn  Johann  Fromberger
  von  Holzhausen  wurde  v#en  einem  Pferde
so  unglicklich  geschlagen,  daß  er  in  den  folgenden
  Nacht  verschied.

Mühlborf,  25.  Juni.  Verunglückt.  Beim
Wenden  des  Fuhrwerks  in  der  Nhr  des  Pionierheeresparkes
  stürzte  die  Lenkerin,  Frau  von
Klenze,  vom  Gefährt,  geriet  unter  die  Näder
und  wuroe  u.  o.  auch  auf  den  Kopf  getreten.
Frau  v.  Klenze  wurde  von  der  Sanitätokolonne
nach  München  in  die  Augenklinik  gebracht,  da
Gefahr  für  ein  Auge  bekteht.

Wasserburg,  25.  Juni.  Das  goldene
Priesterjubiläum  kann  am  näch'ien  Sonntag
  der  H.  H.  Geistl.  Nat  Joseph  Lochner,  frei
resig.  Pfarrer  von  Ebersberg,  dahier  seiern.  Den
sonsi  noch  rültigen  Jubilar  sesselt  ein  Fußkeiden
viel  ane  Zimmer.

Grostsecham,  25.  Juni.  Ueber  zwei
Zentner  Fleisch,  Kalbfleisch,  Nindfleisch  u.
Geräuchertes,  letzteres  zirka  1:  Zenüner,  aus
Schwarzschlachtungen  stammend,  wurden  in  der
(Gastw  irtschaft  Lill  beschlagnahmt.  Die  Wirtin,
die  das  Fleisch  für  die  Sommergäste  beiseitege
stellt  hatte,  machte  vorher  noch  einen  Versuch,
dieses  zu  verräumen  und  vergrub  einen  Teil  im
Misthaufen,  wodurch  einige  der  Fleischt  rücke  un.
genießbar  geworden  sind.  Die  im  Misthaufen
vergrabenen  Stücke  wurden  durch  einen  gesangenen
  Russen  aufgedeckt.

Mmiesbach,  25.  Juni.  Totgestür  zt.  In
Bergwerk  stürzte  der  verheiratete  Bergmann
Reith  in  einen  21  Meter  teefen  Schacht  und  blieb
auf  der  Stelle  tot.

Fischbachau,  25.  Juni.  Teure  Viehpreise.
  Der  Besitzer  des  Grossandbichlerhofes
dahier  kaufte  zwei  schöne  Pferde  in  München  um
16000  Mark  und  drei  Kühe  um  7300  Mark
aus  hiesiger  Umgebung.

Varrischzell,  25.  Juni.  3b.  in  Jahre
noch  dauert  der  Straßenbau  zur  s  Landesgrente.
wenn  nicht  mehr  Arbeiter  wie  bisher  beschäftigt
werden.  Die  Wilobachverbauung  in  Aurach  dagegen
  gebht  rasch  vorwärts.

Bad  Beichenhall,  25.  Juni.  Die  Papiernot.
  Der  „Grenzbote“  teilt  mit,  daß.
menn  die  angemelbete  Sendung  bis  Mitzwoch
nicht  eintriffl,  er  das  Erscheinen  auf  einte  Tage
einstellen  muß.

Colstnachrichien.

Rosenheim,  26.

ür  dae  Vaterland  gefallen  ist  in-57

  Granattreffer  am  12.  Juni  Kanonier  Ott

Teinfelder,  ein  Sohn  des  Herrn  Oekonmierates

Leinfelder  in  Oberaudorf.  Der  Held,  der  im

Alter  von  20  Jahren  sein  junges  Leben  für

das  Vaterland  verbluten  mußte,  war  Schüler

des  hiesigen  Oymnasiums.  Seine  Brust  somüdte

das  Eiserne  Kreuz  2.  Klasse.  Er  ruhe  in
Frieden!

Beförderung  und  Augzeichnung.
Der  Obergefreite  Josef  Hossmam,  Sahn  de5
Viehhändlers  Alois  Hoffmann  aus  Neudorf,
seit  Kriegsbeginn  im  Felde  stehend,  wurde  für
lapseres  Verhalten  am  Kemmelberg  zum  Unterofsizier
  und  kur:  darauf  zum  Sergeanten  befördert.
  Das  Eiserne  Kreuz  2.  Klasse,  sowie
das  Militär-Verdienstkreuz  3.  Klasse  mit  Krone
und  Schwertern  wurde  ihm  schon  früher  verliehen.
  Elückliche  Heimkehr!
Wohltätigkeitskonzert  der  Felokapelle
  bes  22.  Juf.  Rgts.  Zugunsten  der
Hinterbliedenenfürsorge  ihres  Regiments  spielte
estern  die  Felokapelle  des  Zweibrückener  Inanterie-Regiments
  im  Deutschen  Kaiser.  Die
Wohltätigkeitsveranstaltung  am  Samskag  vorher
  dürfte  den  Besuch  etwas  beeinträchtigt  haben.
  Man  hatie  es  mit  einer  auf  der  vollen

 

Juni.