53
Connerionen einen staͤrkern Einfluß auf ihn haben koͤnnten,
als er selbst mit hellem Bewußtseyn sich erinnern mochte,
so war's der Bischof. So eben erst war er auch zu dieser
hohen Wuͤrde gestiegen. Wie nachher die ganze Revolution
seinen Charakter entwickelte, so zeigte sich offenbar etwas
von Schlauheit in ihm. Der Gang, den er manchmal
nahm, war zwar nicht ganz unrechtlich, aber es bedurfte
doch mehr denn einmal weitlaͤuftiger Erklaͤrungen, daß es
kein unrechtlicher Weg sey; und wenigstens der Schleichweg
war unverkennbar.
Uebrigens hatten beide Maͤnner nicht blos den Muth
der Unternehmung und den des unerschrockensten Vollendens,
sondern auch das Talent der augenblicklichen Antwort, wer
auch ihr Gegner seyn mochte. Nansen scharf und tiefeinschneidend;
der Bischof sachter, wie es dem geistlichen Manne
ziemte, und dabei so unbefangen munter, daß man ihm
fast gerne verzieh, wenn man auch empfand, daß er zutraf
*). Nansen vergaß nie, wie sicher er auf seinen Magistrat
und auf seine Bürgerschaft zählen könne, und dies
gab ihm selbst in den größten Momenten eine Ruhe, die
sonst kein Cäsar behalten kann, wenn's über den Rubikon
geht. Der Bischof aber, der eine seltene Suada besaß, und
alles so schdn zu drehen wußte, daß man seiner Meinung
wurde, so wenig man auch dazu Lust hatte, schien das Privilegium
der Freimüthigkeit, das ihm sein Stand gab, mit
einer recht mutherregenden Jovialität benutzen zu können.
Beide aber wußten die Taktik trefflich, die sic gerade gegen
—
) Eralt ipli rara ingenil amoenilas, venusti in loduendo sales,
et. innoxia urbanilas.
Aus der Varentation, die ihm der Coppenh. Prof. der Theol.
Matthi. Fossius 1668 hielt, in Willen Memor. Theolog. p. 1611.